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Soundtracks: Eine Auswahl – Teil 2

In meinem Beitrag gestern habe ich euch ein paar Songs aus Soundtracks vorgestellt, die für Filme geschrieben worden sind und die Grundstimmung eben dieser Filme, die Thematik recht gut einfangen oder einfach nur toll klingen. Heute geht meine kleine Serie weiter und wendet sich dem Genre der Videospiele zu. “Wie, sind das nicht nur ein paar piepsende Töne?” – Mitnichten, meine Freunde, wenngleich es auch bewundernswert ist, was Leute wie Fred Gray oder der legendäre Rob Hubbard bereits vor 30 Jahren aus einem einfachen Soundchip herauskitzeln konnten.

Doch die Musik hat sich immer weiter entwickelt und wurde immer bombastischer. Einige Soundtracks von Videospielen werden heutzutage von ganzen Orchestern eingespielt – oder es gibt Aufführungen in mehreren Städten von Liedern aus Videospielen mit einem ganzen Orchester. Ich präsentiere jetzt fünf Lieder im zweiten Teil meiner Serie, die mir besonders ans Herz gewachsen sind.

Song: “God Smiles”
aus dem Spiel “Anno 2070” von Tilman Sillescu
Aufbau-Strategiespiele sind etwas, was ich vor Jahren gerne auf dem PC gespielt habe. “Age of Empires”, “Empires – Die Neuzeit”, “Die Siedler”, “Sim City” und so weiter und so fort. Egal ob am Ende Nationen gegeneinander kämpfen mussten oder ich einfach nur ein geiler Bürgermeister war – ich habe große Freude daran gehabt, meinen Welten beim Wachstum zuzuschauen. Als mit Anno 2070 ein Titel angekündigt wurde, der das Szenario dann auch in die Zukunft hebt, war ich davon sehr angetan – mein Rechner allerdings nicht. Weswegen das Spiel leider auf meiner Krücke nie flüssig lief. Stockend, Stockend, ab ins Pausemenü und dann “God Smiles” gehört. Ich habe nie wieder versucht, das Spiel zum Laufen zu kriegen, aber das Stück war einfach zu schön. Gibt es auch mit Vocals, allerdigs gefällt mir die instrumentale Version am Besten, auch “Distant Shores” ist großartig. Sillescu hat zuvor bereits an anderen Anno-Teilen mitgewirkt, außerdem an Soundtracks für Spielen von Crytek (Crysis, Ryse) mitgearbeitet. Ein toller Komponist, der seine Wurzeln in Deutschland hat und schon viele Spiele bereichern konnte.

Song: “Nascence”
aus dem Spiel “Journey” von Austin Wintory
Ich bin ein Fan von diesen ganzen Diskussionen, welche Konsole die Bessere ist. Jede hat ihre Vor- und Nachteile und ich habe öfter zwischen Konsolenherstellern gewechselt, als ich umgezogen bin. Von Commodore 64 auf Nintendo (NES, SNES) auf Sony (PlayStation 1, 2 und 3) auf Microsoft (Xbox 360, Xbox One). Das einzige, wirkliche Argument sind Exklusivtitel und ein Mensch, der Videospiele mag und nicht den Hersteller, der spielt über kurz oder lang sowieso alles. Journey ist ein Grund, warum man zumindest temporär eine PlayStation 3 besitzen sollte, obwohl man das Spiel unter zwei Stunden durchspielen kann. Allerdings sind diese zwei Stunden ein unvergleichbares Erlebnis, in dem kein Wort gesprochen wird. Der Hauptcharakter ist auf einer Reise und man selbst begleitet ihn auf diesem stark emotionalen Trip. Dieser wird natürlich von der Musik von Austin Wintory, einem Komponisten aus Denver, der mit diesem Soundtrack sogar für einen Grammy nominiert wurde (Best Score Soundtrack for Visual Media, das erste, nominierte Videospiel). Wintory hat bereits zuvor und danach weitere Spiele mit Musik versehen (zuletzt The Order: 1886), auch ein paar unbekanntere Filme sind dabei, aber mit dem fantastischen Score zu Journey hat er sich ein Denkmal gesetzt. Keine PlayStation 3 zur Hand? Dann schaut euch den kompletten Walkthrough an!

Song: “An End, Once and For All”
aus dem Spiel “Mass Effect 3” von Clint Mansell und Sam Hulick
Mansell ist bereits gestern Teil der Serie gewesen und wie versprochen hat er auch bei den Videospielen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Mass Effect-Reihe gehört zu den beliebtesten Franchises der letzten zehn Jahre und konnte besonders durch das dichte Universum (pun intended) überzeugen. Aber auch die Scores waren von Anfang an fantastisch. Das Main Theme des ersten Teils von Sam Hulick und Jack Wall, die Beide zur Entwicklungsfirma BioWare gehören, das Theme des Illusive Man des zweiten Teils oder eben nun die Zusammenarbeit von BioWare mit dem eigentlichen Filmkomponisten Mansell. Die melancholische Stimmung der Sheppard-Saga um das mögliche Ende der Erde schlägt sich besonders in dem oben verlinkten Stück wieder. Eine Meisterleistung, die dem doch recht filmischen Rollenspiel-Erlebnis einen fantastischen Abschluss liefert.

Song: “Painful Memories”
aus dem Spiel “Heavy Rain” von Normand Corbeil
Dieses Spiel ist ein weiterer Exklusivtitel, für den man sich durchaus eine PlayStation 3 besorgen sollte, denn was Quantic Dream hier geleistet haben, ist von der reinen Umsetzung ein Meisterwerk. Vom Gameplay weniger, allerdings ist Heavy Rain auch mehr ein Film, als ein reines Videospiel. Eine düstere Thematik um ein verschwundenes Kind, den Origami Killer, eine Story die durch die Handlungen des Spielers Einflüsse nimmt und auf viele verschiedene Weisen enden kann. Der kanadische Normand Corbeil zeichnete sich sonst durch Arbeiten an verschiedenen Filmen und Serien aus, bis er erstmals für Fahrenheit – ebenfalls von Quantic Dream – einen Videospiel-Score schrieb, doch sein Meisterwerk ist von vorne bis hinten der Soundtrack von Heavy Rain. Leider verstarb Corbeil 2013 an Bauchspeicheldrüsenkrebs und konnte den Score vom nächsten Quantic Dream-Spiel, Beyond: Two Souls, nicht fertigstellen. Doch seine Musik, wie eben “Painful Memories”, wird noch Jahre später Musikfreunde berühren.

Song: “Finish the Fight”
aus dem Spiel “Halo 3” von Martin O’Donnell und Michael Salvatori
Ich muss zugeben: Ich verstehe den Hype von Halo nicht so ganz. Ja, es ist ein futuristischer Shooter, aber es ist irgendwie nicht mein Genre. Und ich habe es versucht. Unter anderem mit “Halo 3”, aber ich bei weitem nicht so weit gekommen, dass ich dieses Lied hier jemals im Spiel gehört hätte. Nichtsdestotrotz gehört der Score der ersten drei Spiele der Reihe von Bungie zu den besten Soundtracks, die man in den letzten Jahren auf den Videospielkonsolen finden konnte. Das Highlight ist für mich das ruhig anfangende und dann in einem orchestralen Feuerwerk explodierende “Finish the Fight”. Ein paar Augenblicke der Anspannung, des Wartens, bis man dann erkennt, um welche Melodie es sich handelt. Die Beiden arbeiten auch heute immer noch für Bungie und waren mitverantwortlich für den grandiosen Soundtrack von Destiny. Epochale Space-Scores scheinen ihnen demnach zu liegen, leider liegen mir aber dafür die Spiele nicht so sehr.

In den nächsten Tagen, vielleicht sogar morgen, wird es noch einmal einen Post mit weiteren Songs aus beiden Genres geben. Vielleicht als Schnellschüsse, vielleicht mit mehr Text. Aber es gibt noch eine ganze Menge mehr zu hören!

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