Songs

Soundtracks: Eine Auswahl – Teil 1

Ich habe ja bereits über meine Liebe zu Soundtracks geschrieben und es scheint, als wäre diese Liebe in den letzten Tagen wieder ein wenig entflammt. Angestachelt vom Oscar-Gewinn von Alexandre Desplat (nicht für “The Imitation Game”, aber für “The Grand Budapest Hotel”) habe ich mir den kompletten Soundtrack vom großartigen Film mit Benedict Cumberbatch erneut angehört und bin beim Stück “Alone with Numbers” hängen geblieben. In der Tat verliere ich mich gerne in Werken, die vom Klavierspiel dominiert werden und möchte an dieser Stelle ein paar Lieder vorstellen, sowohl aus Filmen, als auch aus Videospielen, die mir besonders gefallen. Muss nicht immer ein Klavierstück sein, ist aber gut möglich!

Song: “The Blood of Cú Chulainn”
aus dem Film “The Boondock Saints” von Mychael & Jeff Danna
Irische Folklore als Intro eines Kultfilms, bei dem zwei Brüder mit dementsprechend irischen Wurzeln sich durch die russische Mafia, sowie die Yakavetta-Familie in Boston schießen. Wer sehen will, wo Daryl Dixon aus “The Walking Dead” das Zielen gelernt hat, sollte hier reinschauen. Der Song ist seit mehreren Jahren mein Klingelton (aus wenn mein Handy meistens lautlos gestellt ist) und gefällt mir, seitdem ich den Film das erste Mal gesehen habe, was mittlerweile über zehn Jahre her ist.  Die Danna-Brüder blieben auch später noch im Musikgeschäft, schrieben Soundtracks gemeinsam und alleine, den größten Erfolg konnte bisher der ältere Mychael einfahren, als er 2012 den Oscar und Golden Globe für den besten Soundtrack für “Life of Pi” gewann.

Song: “Comptine d’un autre été: L’Après-Midi”
aus dem Film “Le fabuleux destin d’Amélie Poulain” von Yann Tiersen
Jeder Mensch, der eine Filmaffinität hat, sollte entweder von Yann Tiersen selbst, seinem Soundtrack zu “Die fabelhafte Welt der Amélie” oder aber eben dem Film gehört haben. Am Besten sogar alles. Auch wenn französische Filme und ich nicht die besten Freunde werden, zumindest nicht in diesem Leben, erkenne ich Amélie doch deutlich seinen künstlerischen Anspruch an – und es ist eine Schande, dass Tiersen 2002 bei den 74. Oscars nicht für den besten Score zumindest nominiert wurde. Tiersen hat davor und danach weitere wundervolle Songs geschrieben, bezeichnet sich selbst aber nicht als klassischen Komponisten und schreibt seine Lieder auch nicht für Filme – Sie passen nur einfach gut. Wie auch in diesem Fall.

Song: “Gretchen Ross”
aus dem Film “Donnie Darko” von Michael Andrews
Der Soundtrack des Kultfilmes Donnie Darko, der für Regisseur Richard Kelly wahrscheinlich Fluch und Segen zugleich war, zeichnet sich nicht nur durch besonders minimalistische Instrumentation aus – es dauert beim ersten Song beispielsweise fast 40 Sekunden, bis man mal eine Melodie hört – sondern auch dadurch, dass nur drei Songs tatsächlich länger als drei Minuten dauern. Darunter auch das weltbekannte “Mad World”-Cover zusammen mit Gary Jules. Der gesamte Soundtrack beschränkt sich auf wiederkehrende Motive, die mal mehr und mal weniger Nebengeräusche neben dem Klavier zulassen, schafft aber eine insgesamt düstere und unheimliche Atmosphäre – auch in nicht einmal einer Minute, wie man an “Gretchen Ross” hören kann. Andrews selbst hat sich anschließend eher um Produktion von anderen Künstlern gekümmert, Alben veröffentlicht und wenig an Soundtracks gearbeitet. Das Talent dafür ist jedoch definitiv vorhanden.

Song: “Welcome to Lunar Industries”
aus dem Film “Moon” von Clint Mansell
In meinen Augen wird kaum ein Komponist in der Filmwelt so unter Wert verkauft, wie Clint Mansell. Jede seiner Zusammenarbeiten mit Darren Aronofsky ist atemberaubend, von “Pi” über “The Fountain” über “The Wrestler” oder “Black Swan”. Der Mann hat “Lux Æterna” komponiert! Ihr wisst schon. Der Song aus den MILLIONEN anderen Filmtrailern. Hier mal eine Golden Globe-Nominierung, da mal für einen Grammy nominiert, aber eine wirkliche Wertschätzung gab es nie. Für das Regiedebüt von David Bowies Sohn Duncan Jones komponierte Mansell unter anderem dieses sieben Minuten lange Stück, das als Portfolio für den gesamten Film hinhalten kann. Grandios von vorne bis hinten, fängt die Stimmung des Films perfekt ein. Merkt euch diesen Namen, er kommt noch einmal vor.

Song: “Run to the Church”
aus dem Film “The Sixth Sense” von James Newton Howard
Ein Komponist, der einen Nummer Eins-Hit in Deutschland hatte? Richtig, denn James Newton Howard steht hinter “The Hanging Tree”, dem Song von und mit Jennifer Lawrence aus “The Hunger Games: Mockingjay – Part 1”, aber hat auch davor bereits unzählige Scores für andere Filme komponiert. Davon waren viele für Filme von M. Night Shyamalan, weswegen es absolut verständlich ist, wenn man die noch nie gehört oder gesehen hat. Doch am Anfang seiner Karriere war Shyamalan ein gefeierter Newcomer und aus seinem ersten Hit “The Sixth Sense” stammt dieses kurze Stück. James gewann für seine über 100 Filmscores von allen möglichen Genres bereits einen Grammy, einen Emmy und wurde für acht Oscars nominiert und schafft es, einen Soundtrack in gut einem Monat zu komponieren, wenn es denn sein muss, was der Qualität aber selten einen Abbruch tut.

Im zweiten Teil der Serie werde ich mich dann den Videospielen widmen. Alte Bekannte, vollkommen unbekannte Leute und Beweise, dass Videospiele eben doch eine Kunstform sind – das alles gibt es Morgen!

Previous Post Next Post

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply