Song of the Week, viddymedia

Song of the Week: “3 Millionen” von Bosse

Kalenderwoche 49/2019

Bosse mit “3 Millionen” aus dem Album “Taxi”, veröffentlicht im Jahr 2009.

Keine Sorge, es geht schon bald mit den “20 in 2019” los – ich bin noch immer am Aussortieren und habe bisher nur eine Handvoll Songs sicher in der definitiv engsten Auswahl. Damit ich nicht im Rahmen der natürlich weiterhin stattfindenden Reihe “Song of the Week” einen der Songs verbrate, reise ich ein bisschen zurück in die Vergangenheit und schaue in dieser Woche auf einen Song, der in zwischen 10 Jahre auf dem Buckel hat und dem ich sehr, sehr viel verdanke.

Inzwischen ist Axel Bosse ein bekannter Name in der deutschen Pop-Szene, der sieben Alben rausgebracht hat, 2013 den Bundesvision Song Contest mit “So oder so” im zweiten Anlauf gewinnen konnte, nachdem er zwei Jahre zuvor an der Seite von Anna Loos mit “Frankfurt/Oder” noch auf dem Treppchen landete.

Bosse steht für kreativen Pop voller Herz, die inzwischen auch deutlich umfangreicher produziert werden. Persönlich ist mir das manchmal durchaus zuviel, dennoch hat weder Bosse selbst je Sympathiepunkte bei mir verspielt, noch habe ich mich an den Songs, die ich von ihm ins Herz geschlossen habe, jemals satt gehört. Und zu diesen Songs gehört eben auch “3 Millionen”.

Die erste Single seines dritten Albums “Taxi” ist ein Lied über die Einsamkeit in einer großen Stadt. Trotz der Tatsache, dass um einen herum Millionen von Menschen leben, ist man selbst nicht angekommen und stets auf der Suche nach einem Anknüpfpunkt. Eine Melancholie, die man als Großstadtkind genauso nachvollziehen kann, wie jeder Mensch, der hinzugezogen ist und nicht weiß, wohin mit sich.

Vor gut zehn Jahren war ich an einem ähnlichen Punkt, an dem ich mich trotz großer Familie und Freundeskreis sehr alleine gefühlt habe. Dies lag sicherlich an einer gescheiterten Beziehung, viel Herzschmerz (“Deine Freunde sagen dir es geht vorbei, aber es geht nicht so leicht.”). Ohne auf der Suche gewesen zu sein, war ich es doch irgendwie, auf der Suche nach einer Art Hafen. Auf der Suche nach Verständnis, Zuneigung, Geborgenheit.

Heute ist “3 Millionen” kein Song mehr, den ich oft höre, aber an den ich mich gerne erinnere. Mit dem ich viel Emotion verbinde und weiß, dass ich dieses Kapitel hinter mir gelassen habe. Aber der mich auch nie losgelassen hat und mich auch zu dem Menschen geformt hat, der ich heute bin. Deswegen, danke an Bosse. Danke für “3 Millionen”. Und übrigens, ich hab dir vor ein paar Jahren einen Brief geschrieben und du hast nie geantwortet. Ich finde “Steine” heute übrigens immer noch nicht gut. 😉

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