Reviews, viddymovies

Review: Super – Shut Up Crime!

Ein Mann nimmt das Gesetz in seine eigene Hand und prügelt die Verbrecher mit seiner roten Rohrzange nieder – es ist “Der blutrote Blitz” und er hat einiges in seiner Stadt aufzuräumen.

Super – Shut Up Crime!
Super

Trailer
Regie: James Gunn
Erscheinungsjahr: 2011
Laufzeit: 96 Minuten

Frank Darbo (Rainn Wilson, “The Office”) führt jetzt nicht gerade ein denkwürdiges, herausragendes Leben, doch er hat einen ordentlichen Job als Koch und ist mit Sarah (Liv Tyler) verheiratet. Doch die lässt sich auf den Stripclub-Besitzer und Drogenboss Jacques (Kevin Bacon) ein, verlässt ihren Mann und lässt Frank in einem Trümmerhaufen zurück. Von Depressionen geplagt bekommt Frank nächtliche Vision, fühlt sich plötzlich auserwählt und will das Verbrechen in der Stadt bekämpfen. Und mit der Hilfe der Comicbuch-Verkäuferin Libby (Ellen Page) verwandelt er sich in der Nacht in den blutroten Blitz (The Crimson Bolt).

Als Superheld kämpft Frank nun nicht nur das Verbrechen nieder und wird sogar von den Nachrichten als Held gefeiert, sondern versucht auch seine Frau aus den Fängen des zwielichtigen Drogenbarons zu befreien, was allerdings nicht ganz so einfach gelingt.

Der einzige Freund, der Frank bleibt.

Rainn Wilson ist in meinen Augen ein herausragender Komödiant, denn kaum Jemand kann einen unnahbaren, exzentrischen Typen gleichzeitig so liebenswürdig und abstoßen spielen, wie er. Deswegen ist es kaum überraschend, dass Frank Darbo gar nicht so weit weg von Wilsons Paraderolle Dwight K. Schrute liegt. Aber das passt auch absolut zum Film, weswegen ich gar nicht so traurig bin, da keine neuen Facetten gesehen zu haben. Für mich war es interessant zu sehen, wie James Gunn hier ein paar Jahre, bevor er “Guardians of the Galaxy” verfilmt und zu neuem Ruhm verholfen, bereits hier einen Comicfilm produziert hat. Frank Darbo holt sich seine Inspiration aus einem Comicladen und im Film tauchen immer wieder grelle Farben und andere Elemente aus einem Comic auf, was nett gemacht ist.

Die Kameraführung im Film ist hingegen eine absolute Katastrophe. Warum man sich dazu entschieden hat, die meiste Zeit mit einer shaky cam zu arbeiten, wird mit Sicherheit irgendein super kreatives Stilmittel gewesen sein, hat mich allerdings in einigen ruhigen Szenen – wie etwa, als der blutrote Blitz auf das erste Verbrechen wartet, eher Seekrank werden lassen.

Das dynamische Duo.

Wieviel Sinn macht es eigentlich, dem Film im deutschen einen Untertitel zu geben, der im Film auf Deutsch NIE so ausgesprochen wird? Gar keinen. Danke schön. Bevor ich den Film im Übrigen gesehen habe, habe ich die ganze Zeit im Kopf Parallelen zwischen “Super – Shut Up Crime!” und “Kick-Ass” gezogen. Da Beide davon handeln, dass “Normalos” zu Superhelden in grellen Kostümen werden, beide absolut over-the-top sind und zeitweise auch recht brutal zu Werke gehen. Und ja, Parallelen sind durchaus vorhanden – allerdings unbeabsichtig, da beide Filme gleichzeitig in Produktion waren.

Der größte Unterschied zwischen beiden Filmen wird wahrscheinlich aber das Budget gewesen sein, schließlich wurde “Super” nur mit 2,5 Mio. US-Dollar produziert, während “Kick-Ass” mehr als das Zehnfache hineingesteckt bekommen hat. So wirkt der Film durchaus nach Low Bugdet, was möglicherweise auch die schunkelnde Kameraführung erklärt.

Er ist nicht ihr Sugar Daddy.

Ellen Page reißt in ihrer Rolle als fanatische Libby bzw. Blitzie/Boltie im Übrigen die Hütte ab. Es könnte fast meine liebste Rolle von ihr sein, weil sie Libby mit so einer gefährlichen Fröhlichkeit spielt, so viel Charme und Humor reinbringt, dass ich es sehr schade finde, dass man neun Jahre später kaum noch etwas von ihr sieht. Parallelen zu Hit-Girl aus “Kick-Ass” gibt es natürlich auch und meines Erachtens nach hätte man sich die sehr merkwürdige Sexszene auch sparen können, aber ansonsten und neben Rainn Wilson spielt sie hervorragend.

Wir haben also recht gute Schauspieler (abgesehen von Gregg Henry… keine Ahnung wer davon ausgegangen ist, dass der Mann eine natürliche Ausstrahlung hat, hat er nicht), eine ordentliche Rache-Story, an der mich nur die abstrusen esoterischen Hintergründe gestört haben, weil ich sie einfach nicht nachvollziehen kann, machen einen Film, den man sich durchaus mal anschauen kann. Allerdings ist es auch nicht so schlimm, wenn man es nicht getan hat.

Allerdings sollte man sich irgendwo die Szene anschauen, in der Ellen Page versucht, Rainn Wilson davon zu überzeugen, sein Sidekick zu werden. Großartig! Im Übrigen – und nur so bin ich darauf gekommen, mir den Film nach neun Jahren anzuschauen: Im Abspann von “Brightburn” tauchte der blutrote Blitz auf. Ob sich da ein neues Universum anbahnt?

Wertung: 5/10 Punkte

Previous Post Next Post

You Might Also Like