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Review: Signs – Zeichen

Keine Sorge, im Gegensatz solcher Klassiker wie “Der Pate”, “Das Leben ist schön” oder “Django Unchained” habe ich “Signs” tatsächlich damals gesehen. Deswegen versuchen wir heute mal etwas Anderes: Kann ein Film, den ich bereits gesehen habe, nach über einem Jahrzehnt meiner damaligen Wertung noch standhalten?

Signs – Zeichen
Signs

Trailer
Regie: M. Night Shyamalan
Erscheinungsjahr: 2002
Laufzeit: 102 Minuten

Die Geschichte kurz erzählt: In seinem früheren Leben war Graham Hess Pfarrer und glücklich verheiratet, doch nach einem Schicksalsschlag hat sich Graham vom Glauben abgewandt und lebt gemeinsam mit seinem Bruder Merrill (Joaquin Phoenix) und seinen Kindern Morgan (Rory Culkin) und Bo (Abigail Breslin) auf seiner Farm. Eines Morgens entdecken die Kinder riesige Kornkreise in den Maisfeldern und die beiden Hunde der Familie drehen durch. Im Fernsehen entdeckt die Familie, dass diese mysteriösen Kreise auf der ganzen Welt aufzutauchen scheinen. Und so muss sich die Familie auf eine Invasion vorbereiten.

Ich habe “Signs – Zeichen” damals mit 7 von 10 Punkten bewertet und war, wie der Rest der Filmwelt, damals vom innovativen Storytelling des Regisseurs und Drehbuchautors M. Night Shyamalan besonders nach “The Sixth Sense” schwer begeistert. Inzwischen stehen in seinem Lebenslauf solche Graupen wie “The Happening”, aber auch kleine Highlights wie “The Visit” oder aber “Split”. Aber auch die anderen Beteiligten haben teilweise beeindruckende Karrieren hingelegt, wie etwa Abigail Breslin in “Little Miss Sunshine” oder “Zombieland”, Joaquin Phoenix in “Her” oder “Joker”, oder aber Mel Gibson in “The Ultimate Self-Destruction of Mel Gibson”.

Der Anfang vom Ende.

Shyamalan erzählt seine sehr detailverliebte Geschichte natürlich langsam und bedient sich dabei den Methoden alter Suspense-Thriller. Umso weniger man sieht, umso besser. So werden Geschichten erzählt, wie etwa als ein Vogel in das unsichtbare Raumschiff der Invasoren fliegt, dabei seinen Schädel zertrümmert hat, aber nichts davon gezeigt wird. Auch die Invasoren selbst werden erst zum Ende des Filmes präsentiert, über das wir natürlich noch sprechen müssen. Aber es ist wirklich immer noch sehr beeindruckend, wie Shyamalan seine Geschichte in dem kleinen Kosmos der Farm und Kleinstadt, beziehungsweise der Familie Graham ausschmückt. Und schon von den ersten Szenen, als noch nicht ganz klar ist, worum es geht, werden einzelne Hinweise gegeben, die am Ende eine konsequente und gut erzählte Geschichte ergeben. Eben viele kleine Zeichen.

In anderen Filmen wäre das möglicherweise bequemes Geschichtenerzählen, dass eben einzelne Aspekte eben am Ende relevant werden, wenn sie gebraucht werden. Der Unterschied ist hier allerdings, dass dies eben zum Plot und auch zur tiefergehenden Geschichte zwischen Glauben und Zufall gehört. Ist es Zufall, dass Grahams Frau überfahren wurde? Ist es Zufall, dass Morgan an Asthma leidet? Ist es Zufall, dass Bo überall im Glas Wassergläser herumstehen lässt?

Der Ursprung der Aluhüte?

Wir können gerne über den Elefant im Raum sprechen und darüber diskutieren, wieso sich eine offenkundig fortschrittliche Rasse von Außerirdischen Millionen Lichtjahre auf den Weg macht, um einen Planeten zu überfallen, der zu rund 71% aus Wasser besteht, wenn sie selbst kein Wasser ausstehen können. Ja. Das ist selten dämlich. Da gibt es überhaupt gar nichts zu diskutieren. Da wäre es wahrscheinlich besser gewesen, irgendwas Anderes im Haus rumstehen zu lassen, gegen das die Invasoren nicht bestehen können, um hier am Ende noch einen runden Abschluss zu haben.

Darüber hinaus aber liefert Shyamalan einen sehr guten Film voller visueller und akustischer Elemente ab, die nichts Anderes tun als bis zum – durchaus mittelmäßigen – Finale die Spannung deutlich erhöhen. Klackergeräusche im Babyphone, Füße, die fast schon chamäleon-artig in den Maisfeldern verschwinden – und unter uns: Die Szene des Homevideos von der brasilianischen Geburtstagsparty ist mit eine der eindrucksvollsten Szenen, die ich jemals gesehen habe. Die ist auch 18 Jahre später immer noch großartig!

Das Böse lauert in der Dunkelheit.

Großartig ist auch der Score vom Komponisten James Newton Howard, mit dem Shyamalan bei vielen seiner Filme zusammengearbeitet hat. Einfach ein Meisterwerk an Suspense. Abigail Breslin ist zuckersüß als Bo, Rory Culkin spielt genauso wie auch Mel Gibson seine Rolle sehr gut und einzig bei Joaquin Phoenix habe ich mich durchaus gefragt, wie er die gleiche Rolle etwa heute spielen würde. Besonders in der erwähnten Szene mit der Geburtstagsparty, als die Invasoren erstmals mehr oder weniger gezeigt werden.

Mich hat “Signs” auch heute noch sehr begeistert, besonders weil auch die Dialoge zwischendurch charmant und teilweise sogar witzig sind, etwa als Mel Gibson den eingesperrten Alien in der Speisekammer “verhaften” will. Das Finale ist zwar wirklich nicht gut (schlechte CGI, diese bescheuerten Plätzchenformen in den Holzbarrikaden, die ewigen Rückblicke) und einzig das letzte Abendmahl ist eine der Sequenzen, die man auch ungesehen komplett streichen kann. Damit verbessert sich die Gesamtwertung am Ende nicht, bleibt aber immerhin erhalten.

Wertung: 7/10 Punkte

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