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Review: Mord im Orient Express

Viele reiche Menschen sind eingepfercht auf einem Zug – und einer von Ihnen wird die Nacht nicht überleben. Wie gut, dass zufällig Hercule Poirot mitreist, denn wenn einer diesen Fall lösen kann, dann ist es der belgische Monk.

Mord im Orient Express
Murder on the Orient Express

Trailer
Regie: Kenneth Branagh
Erscheinungsjahr: 2017
Laufzeit: 114 Minuten

Auch ein Detektiv braucht einmal Urlaub – so will Hercule Poirot (Kenneth Branagh, als Hauptdarsteller und Regisseur) den legendären Orient-Express nehmen und ein paar Tage Abstand nehmen von schwierigen Kriminalfällen. Die Mitreisenden sind die Crème de la Crème der High Society, unter anderem Miss Mary (Daisy Ridley), Mr. Hardman (Willem Dafoe), Princess Dragomiroff (Judi Dench) und Hildegarde Schmidt (Olivia Colman), Countess Helena (Lucy Boynton) und Edward Ratchett (Johnny Depp), die allesamt stranden, als der Zug in der Winterlandschaft entgleist.

Der Letztgenannte überlebt die Nacht nicht und so findet sich Poirot ziemlich schnell wieder auf der Suche nach Indizien und einem Motiv – und irgendwie scheinen alle ein Problem mit Mr. Ratchett gehabt zu haben, der auch eigentlich unter einer anderen Identität bekannt war.

Captain Edward Sweeney Barnabas Duke.

Kenneth Branagh, der in seiner Karriere bereits bei Filmen wie “Hamlet”, “Jack Ryan: Shadow Recruit”, der Realverfilmung von Disney’s “Cinderella” und dem ersten “Thor” aus dem Marvel-Universum Regie geführt hat, inszenierte nicht nur dieses Remake der ersten Verfilmung aus 1974, sondern spielt in der Geschichte von Agatha Christie auch die Hauptrolle, des genauso egozentrischen, wie brillanten Hercule Poirot. Auch die anderen Schauspieler sind allesamt große Namen oder solche, die auch in Nebenrollen sehr gut funktionieren. Neben den bereits genannten Leuten sind außerdem Penélope Cruz, Josh Gad, Tom Bateman, Michelle Pfeiffer, Leslie Odom Jr. und viele weitere Schauspieler dabei.

Umso mehr verwunderte es mich, dass mich der Film trotz der vielen Schauspieler einfach nicht fesseln konnte. Die Rolle des Hercule Poirot war für mich weder interessant, noch sympathisch genug, als dass ich großes Interesse hatte, seinem inneren Konflikt zwischen dem Wunsch nach Ruhe und Pause, sowie der Lust das Verbrechen aufzuklären, wirklich folgen wollte. Die anderen Schauspieler sind zwar anwesend und keiner spielt seine Rolle schlecht, aber auch nicht herausragend genug, als das mich irgendein anderer Charakter wirklich begeisterte.

Baronin von Porz ist auch dabei.

Im Verlaufe des Filmes stellt sich heraus, dass der ermordete Ratchett eigentlich ein Kindesentführer und -mörder ist und alle Mitreisenden irgendwie mit der Familie des ermordeten Kindes verbandelt sind und sich deswegen alle gemeinsam an ihm rächen wollten. Ein vollkommen abstruser Plan, der wahrscheinlich in der Buchvorlage wesentlich besser und spannender erzählt wurde, als der Film, der den Zuschauer am Ende mit einem unbefriedigenden Ende zurücklässt – was allerdings hoffentlich auch so in der Vorlage steht. Selbstjustiz und Gerechtigkeit werden dabei natürlich thematisiert, aber da es am Ende keine Konsequenz gibt, ist alles, was davor passierte, eigentlich irrelevant.

Der schönste Schnauzer in ganz Europa.

Wahrscheinlich hatte ich einfach – vielleicht auch aufgrund des überragenden “Knives Out” – ein wenig mehr von diesem Film erwartet, der durchaus schöne Szenenbilder hat, einen angenehmen Soundtrack und nicht wirklich schlecht ist. Aber gleichzeitig auch einfach nicht besonders hervorragend.

Als Zuschauer wurde ich sehr selten überrascht oder gefordert, sondern stand eigentlich nur daneben, während ein mir unsympathischer, älterer Herr ein Puzzle löste. Das kann für einen Moment spannend sein, wenn man das Motiv nicht kennt, aber nach spätestens zwanzig Minuten möchte man dann doch einfach weggehen.

Wertung: 5/10 Punkte

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