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Review: Long Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

Wenn ein kiffender Versager mit gutem Herz unterwegs ist, ist es meistens Seth Rogen – also in irgendeiner Rolle. In den letzten Jahren hat der Kanadier es nach “Sausage Party”, “Bad Neighbors” und “The Disaster Artist” relativ ruhig gelassen, legt aber 2019 mit “Der König der Löwen” und dieser romantischen Komödie nun wieder los.

Long Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich
Long Shot

Trailer
Regie: Jonathan Levine
Erscheinungsjahr: 2019
Laufzeit: 125 Minuten

In “Long Shot” spielt Seth Rogen den erfolglosen Reporter Fred Flarsky, der für eine gute Story Kopf und Kragen riskiert, doch plötzliche ohne Job da steht. Bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung trifft er auf die US-Außenministerin Charlotte Field (Charlize Theron), die sich bereits aus Kindheitstagen kennen, aber dann deutlich getrennte Wege gegangen sind. Charlotte bereitet sich auf ihre Präsidentschaftskandidatur und den dazugehörigen Wahlkampf vor und braucht hier noch einen guten Redenschreiber – wie gut, dass Fred gerade einen Job sucht. Und so arbeiten die Beiden Seite an Seite und selbstverständlich verschießt Amor auch ein paar Pfeile.

Das Team von Charlotte ist wenig begeistert.

Wie bei jeder romantischen Komödie stellen sich zwischendurch ordentliche Probleme in den Weg des Liebespaares in spé, denn nicht nur, dass Freds Auftreten natürlich wenig zum biederen Wahlkampf passt und daher nicht nur Charlottes Beraterin Maggie (June Diane Raphael) ein Dorn im Auge ist, auch der noch amtierende Präsident Chambers (“Better Call Saul”-Bob Odenkirk) macht ein paar Mauscheleien mit dem Medienmogul Parker Wembley (wie immer unerkennbar: Andy Serkis) und so steht Charlotte irgendwann vor der Wahl: Karriere oder Liebe. Spoileralarm: Beides geht immer – im Film.

Und tatsächlich funktioniert der ziemlich gut, auch wenn er natürich eine sehr gradlinige RomCom ist. Durch die umgekehrte Rollenverteilung – Charlotte auf dem Weg zur ersten Präsidentin, die sich auf dem Weg dahin keine Fehler erlauben darf und stets dominant wirkt im Gegensatz zu Fred – gibt es auch einige Szenen und Lacher, die absolut frisch wirken.

Schmeißen wir ein paar Mollys!

Während Bob Odenkirk als Präsident und Andy Serkis (“Gollum”) noch ein wenig glänzen, wirken alle anderen Nebendarsteller in meinen Augen absolut austauschbar. Das beginnt bei Freds bestem Freund Lance (Ice Cubes Sohn O’Shea Jackson Jr., der seinem Vater unfassbar ähnlich sieht) und hört bei Charlottes Stabsmitgliedern Maggie und Tom (Ravi Patel) auf. Selbst der kanadische Premierminister James Steward (Alexander Skarsgård) ist nur da und prägt sich eigentlich nicht besonders ein. Klar, der Fokus soll auf die beiden Hauptdarsteller liegen, aber gute Nebendarsteller haben schon so manchen Film besser gemacht.

Letztlich ist “Long Shot” eine Komödie, die niemandem weh tut und sogar ein bisschen in die Substanz geht, letztlich wohl aber doch eine Utopie bleibt. Nicht in der Hinsicht, dass es sicherlich mal eine amerikanische Präsidentin und einen “First Mister” geben wird, aber dass die amerikanische Bevölkung einhellig eine Frau wählt, ihr alle Fehltritte verzeiht und die Politik über Lobbyismus triumphiert, während alle anderen dabei brav klatschen.

Dennoch Hut ab an Regisseur Jonathan Levine (“50/50”, “Rush”), der es auch hier wieder geschafft hat, einen unterhaltsamen und kurzweiligen Film zu präsentieren, der durchaus Spaß macht.

Wertung: 7/10 Punkte

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