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Review: Kiss Kiss, Bang Bang

Drei Jahre, bevor er sich in der Rolle als Tony Stark in “Iron Man” regelrecht unsterblich machte, versuchte Robert Downey Jr. sein Comeback in Hollywood nach seinem tiefen Absturz. Zum Glück hab Drehbuchautor Shane Black gerade sein Regiedebüt.

Kiss Kiss, Bang Bang

Trailer
Regie: Shane Black
Erscheinungsjahr: 2005
Laufzeit: 102 Minuten

Manchmal hat man im Leben Pech, manchmal hat man im Leben Glück. Und manchmal hat man Beides direkt hintereinander, denn in einem Moment flüchtet der Kleinkriminelle Harry Lockhart (Robert Downey Jr.) noch vor der Polizei und im nächsten Augenblick platzt er in ein Casting hinein und überzeugt die Produzenten durch einen Nervenzusammenbruch, den sie als Method Acting sehen. Hollywood.

Auf einer Party lernt Harry dann nicht nur den reichen Unternehmer Harlan Dexter (Corbin Bernsen, “Die Indianer von Cleveland”) und den schillernden Privatdetektiv Perry van Shrike (Val Kilmer) kennen, den er als Vorbereitung für die anstehenden Rolle begleiten soll, sondern trifft auch seine Jugendliebe Harmony (Michelle Monaghan) wieder, die ein berühmter Star in Hollywood werden wollte, aber bis auf eine Reklame noch nicht so viel im Resümee zu stehen hat. Mit seinem vorlauten Mundwerk bringt sich Harry aber nicht nur beim Wiedersehen in Schwierigkeiten, die Lage spitzt sich dramatisch zu, als Harry und Perry bei ihren nächtlichen Aktivitäten eine Frauenleiche in einem Kofferraum finden.

Back for Good: Robert Downey Jr.

Nicht umsonst gilt Robert Downey Jr. inzwischen als einer der besten Schauspieler dieser Generation, auch wenn er zwischen allen zwei oder drei guten Filmen irgendwie auch immer einen Totalausfall dabei hat – aber das ist “Kiss Kiss, Bang Bang” nicht – weder vom reinen Film, noch von der schauspielerischen Leistung. RDJ spielt den Gauner mit der kodderigen Schnauze großartig und hat in der Gestik und Mimik so kleine Nuancen dabei, wie kaum eine andere Person. Ein kleines Zucken, ein Griff in die Augen macht das ganze Schauspiel so viel lebendiger und passt zur aberwitzigen Krimigeschichte.

Trotz inzwischen 15 Jahren auf dem Buckel wirkt das Regiedebüt von Shane Black, der zuvor die Drehbücher unter andere für „Lethal Weapon“ oder „Last Action Hero“ geschrieben und seitdem unter anderem auch Regie bei „Iron Man 3“ und „Die etwas anderen Cops“ geführt hat, noch immer richtig frisch. Aufgelockert wird die Story durch kleine Rückblicke oder Gimmicks, wie das Werbevideo von Harmony, die dazwischen geschnitten wurden. Außerdem ist Harrys Erzählerstimme ein weiteres, interessantes Stilmittel um die Geschichte voranzutreiben.

Auf der Suche nach einem Schnüffler.

Shane Black, der nebenbei auch die Geschichte entwickelt und das Drehbuch geschrieben hat, packt ganz schön viel Geschichte in die knapp 1 1/2 Stunden, sodass man nie die Augen von der Leinwand neben sollte. Dazwischen packt er allerdings einige kleinere Schockmomente, also wer schon immer sehen wollte, wie ein Finger wieder angenäht wird – viel Spaß dabei. Es wird ordentlich herumgeballert, wie es zu einem guten Krimi dazugehört und nach und nach entfaltet sich, was eigentlich hinter der Leiche im Kofferraum steckt.

Auch sehr gut gelungen ist der Score vom Komponisten John Ottman, der sonst auch in den von Sony produzierten Marvel-Streifen (X-Men, Fantastic Four) an den Reglern saß. Doch nicht nur die Musik erinnert an die glorreichen “Crime Noir”-Streifen, auch Shane Black hat sich eindeutig von den alten Filmen inspirieren lassen und schafft einen sehr unterhaltsamen Mix aus Neo-Noir, Comedy und holpriger Romanze.

Unterschrift

Während mir Robert Downey Jr. und auch besonders Val Kilmer als homosexueller, pragmatischer Tough Guy in ihren Rollen unglaublich gut gefallen haben, fällt Michelle Monaghan in meinen Augen enorm ab. Gefühlt spielt sie ihren Charakter in jeder dritten Szene komplett anders und auch wenn ich die Art und Weise, wie Shane Black seine beiden Turteltauben voneinander weghält, sehr kreativ finde, hat sie mir in vielen Szenen leider gar nicht gefallen, beziehungsweise habe ich ihr die Rolle nicht abgenommen.

Dennoch ist “Kiss Kiss, Bang Bang” ein überaus unterhaltsamer Film, der von der Art und Weise vielleicht an “Snatch” oder sogar noch eher an “Lucky # Slevin” erinnert und durchaus eine Menge Spaß macht.

Wertung: 7/10 Punkte

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