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Review: James Bond 007: Casino Royale

Ja, ich habe bis gestern noch nie einen James Bond-Film gesehen. Noch nie. Doch das hat sich geändert und natürlich musste der Einstieg mit dem Mann sein, der von den Bond-Fanatikern eher belächelt wird. Hallo, Daniel Craig!

James Bond 007: Casino Royale
Casino Royale

Trailer
Regie: Martin Campbell
Erscheinungsjahr: 2006
Laufzeit: 144 Minuten

Nach einem kurzen Rückblick, wie der Agent überhaupt an seine Position gekommen ist, bricht James Bond (Daniel Craig) mal direkt alle Regeln und bringt den britischen Geheimdienst MI6 direkt in die Bredouille, denn vor den Augen der Öffentlichkeit legt 007 einen Bombenbauer um, den er eigentlich lebend gefangen nehmen sollte. Dieser stand im Dunstkreis des skrupellosen Steven Obanno (Isaach de Bankolé), der dem zwielichtigen Bänker Le Chiffre (Mads Mikkelsen) eine gehörige Geldsumme überlassen hat, dem Bond eigentlich auf den Fersen ist.

Ein Katz-und-Maus-Spiel voller Explosionen und Action entfaltet sich, bei welchem sich Bond und Le Chiffre nicht nur am Pokertisch im namensgebenden Casino Royale gegenüber sitzen und Bond muss erfahren, dass selbst Personen, die ihm nahestehen, ein doppeltes Spiel spielen.

Bond und sein Girl.

Tatsächlich bin ich nicht die einzige Person, die noch nie einen James Bond-Film gesehen hat und auch wenn ich von der Qualität der Actionszenen durchaus begeistert war, habe ich mich schon gefragt, wo denn die großen Unterschiede zwischen einem James Bond-Film und beispielweise einem Jason Bourne- oder einem Mission Impossible-Film sind, bevor es mir wie Schuppen von den Augen fiel: Erstens basieren die anderen genannten Filmreihen AUF James Bond und Zweitens ist mir durch Hörensagen bekannt, dass die Streifen mit Daniel Craig keine wirklichen James Bond-Filme sind, sondern Actionfilme, in denen James Bond mitspielt. Muss ich ungesehen glauben.

Tatsächlich ist die Qualität der Action aber schon in den ersten Minuten nicht nur beeindruckend, sondern auch nahezu beispiellos. Alles fühlt sich so nah und echt an, als wäre wenig CGI und viel Realismus im Spiel. Zumindest bis Bond sehr unbeschadet eine komplette Botschaft in die Luft sprengt oder sich an ein Flugzeug klammert.

All In, Bitches.

Persönlich kann ich Daniel Craig sein Charisma nicht absprechen, allerdings fehlt mir tatsächlich ein bisschen der britische Gentleman, voller Panache und Glamourösität. Wenn Eva Green als Vesper Lynd beispielsweise James Bond analysiert und ihr dabei auffällt, dass er sich in einem Anzug unwohl fühlt – ja, das wirkt dann tatsächlich so. Craig selbst sagte in Interviews, dass er Bond durchaus wie einen kaltblütigen Killer spielen wollte, was wahrscheinlich dazu führt, dass er so unnahbar wirkt. Ich bin allerdings sehr gespannt, wie sich der Charakter in den nachfolgenden Filmen entwickelt.

Mads Mikkelsen ist der geborene Bösewicht voller Kälte und blüht in der Rolle schon lange vor der berüchtigten Folterszene (wie kann man so zielsicher mit einem Seil sein?) natürlich auch. Aber auch die anderen Schauspieler wie etwa Jeffrey Wright als CIA-Agent, Judi Dench als M, die den ganzen Bums leitet oder sogar LUDGER PISTOR (den ich seit “Balko” nirgendwo mehr gesehen habe, oder? Ah Mist, er war in “Inglorious Basterds”) in einer Nebenrolle, gefallen mir allesamt sehr gut.

Der ewige Bösewicht.

Was ich dem Film durchaus vorwerfen kann, sind einige Längen. Die Laufzeit ist mit 144 Minuten durchaus enorm, dafür dass die Story auch gut und gerne in einer halben Stunde weniger hätte erzählt werden können – dafür hätte man dann auch ein paar Szenen der vollkommen zu schnell zu intensiv geworden und stark konstruierten Lovestory einsparen können. Und wie oft kann man ein Pokerspiel mit solch hohen Einsätzen eigentlich unterbrechen? Und wo war eigentlich Q? Und hat James Bond eigentlich Eier aus Stahl? Und warum Bond überhaupt ein kaltblütiger Killer ist (und dabei seinen Auftrag besonders beim Bombenleger scheibar grundlos ignoriert) – keinen Schimmer. Und wie dumm ist eigentlich der Plan mit dem Pokerspiel? Und wieso hat Bond jegliche Gegenmittel in seinem Handschuhfach? Aber alles im Sinne der wirklich, wirklich guten Unterhaltung! Allerdings könnte das Geschichtenerzählen des Filmes doch ein großes Stück besser sein.

Natürlich gab es hier und da ganz im Stile der Agentenfilme mehrere Twists und Turns und Doppelagenten und was weiß ich nicht alles, sodass man sich eigentlich nie sicher sein kann, wer auf Bonds Seite steht (weswegen seine schnelle Liebe aus so merkwürdig für mich war). Aber ansonsten bin ich durchaus positiv angetan von meinem persönlichen Bond-Debüt und freue mich darauf, in die nächsten Filme mit Daniel Craigs Version hineinzuschnuppern.

Können wir am Ende aber bitte noch einmal festhalten, wie gut der Titelsong von Chris Cornell ist? “You Know My Name” ist in meinen Augen wirklich ein perfekter Song für den Film, für die Reihe und fängt genau das musikalisch ein, was ich mir unter James Bond vorstelle. Auch der sonstige Score von David Arnold ist wirklich herausragend!

Wertung: 7/10 Punkte

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