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Review: I See You – Das Böse ist näher als du denkst

Ein verschwundener Junge, mysteriöse Geschehnisse in einem Haus und eine Affäre – dieser Film bringt alles mit, was ein Psychothriller so braucht. Ein kleiner Überraschungsfilm im Horror-Genre?

I See You – Das Böse ist näher als du denkst
I See You

Trailer
Regie: Adam Randall
Erscheinungsjahr: 2019
Laufzeit: 96 Minuten

Das Leben von Detective Greg Harper (Jon Tenney) könnte einfacher sein. Während er den Fall vom verschwundenen zehnjährigen Justin Whitter aufklären soll, muss er eine Affäre seiner Frau Jackie (Helen Hunt) verarbeiten, die auch seinen Sohn Connor (Judah Lewis) vollkommen entfremdet. Während Greg also auf der Suche nach dem Jungen ist, geschehen im Haus der Harpers merkwürdige Dinge. Das gesamte Besteck verschwindet, der Fernseher geht von alleine wieder an, Schranktüren lassen sich nicht mehr öffnen und Tassen verschwinden. Als dann die Affäre von Jackie auftaucht und von einer Tasse am Kopf getroffen wird, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse – und auch die Schlinge um den Entführer zieht sich immer weiter zu.

Auf der Suche nach Antworten: Detective Harper

Tatsächlich habe ich bis vor wenigen Tagen noch nie etwas über diesen Film gehört, habe keine Ahnung, was Adam Randall sonst so in seinem Leben geschaffen hat und kenne auch bis auf Helen Hunt und Owen Teague (“Black Mirror”, “Es”) keinen der anderen Schauspieler im Film. Umso spannender, was aus geringen Mitteln und mit einem eher unbekannten Ensemble dann für ein spannender Genremix entstanden ist. Was als übernatürlicher Suspense-Horror beginnt, entpuppt sich letztlich als fesselnder Thriller, bei dem das Gesicht von Gut und Böse dank einer kleinen Zeitschleife wechselt.

Was in einem kostengünstig Rahmen mit unbekannten Schauspielern im Horrorgenre alles falsch laufen kann, hat “Jigsaw” zwei Jahre vorher eindrucksvoll bewiesen. “I See You” hat sogar nur ein halb so großes Budget zur Verfügung (USD 5 Mio.) und ist in wirklich allen Belangen überlegen. Adam Randall verlässt sich nie auf billige Jumpscares, sondern liefert wirklich bedrohliche Momente für die Protagonisten und überrascht dann noch mit Drehungen und Wendungen der weitreichenden Geschichte. Diese – Geschrieben von Devon Graye, der in “Dexter” in Rückblenden den jungen Hauptcharakter darstellte und der zum ersten Mal überhaupt ein Drehbuch geschrieben hat – ist voller Drehungen und Wendungen und bleibt dennoch jede Minute nachvollziehbar.

Fast schon Geisterhaft: Die untreue Jackie

Tatsächlich möchte ich gar nicht viel über die Geschichte selbst erzählen und kann relativ schnell zu meinem Fazit kommen, denn ich bin von “I See You” mehr als positiv überrascht worden und habe mich dabei erwischt, selbst mitzuraten, wie denn alle Parteien zueinander stehen und was wirklich in der Kleinstadt vorgefallen ist.

Die Hintergründe, die dabei aufgedeckt werden, sorgen selbstverständlich nicht für einen Mindfuck-Moment, wie etwa das Finale vom ersten “SAW” oder das Geheimnis bei “The Sixth Sense”. Aber es ist schön zu sehen, dass ein Film nicht nur den Spagat zwischen Horror (und nicht Splatter oder Gore), Thriller, Krimi und Mystery schafft, durchweg einen sehr ordentlichen Cast hat – und besonders Helen Hunt gruselig gut besetzt ist – sondern dabei auch eine aufregende Story mitliefert.

Wertung: 8/10 Punkte

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