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Review: Goal! Lebe deinen Traum

Faszination Fußball – über eine Millarde Menschen verfolgen das Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft und wahrscheinlich träumen mindestens genausoviele Kinder und Jugendliche vom Traum als Fußballprofi, während die das Geld ihrer Eltern per Kreditkarte in ihr FIFA Ultimate Team stecken. Und während wir in der Bundesliga nur Geisterspiele erleben, schaue ich mir an, wie ein mexikanisches Supertalent seinen Traum erlebt. Goal!

Goal! Lebe deinen Traum
Goal!

Trailer
Regie: Danny Cannon
Erscheinungsjahr: 2005
Laufzeit: 113 Minuten

Santiago Muñez (Kuno Becker) ist ein junger, mexikanischer Fußballspieler, der sich mit mehreren Jobs durchschlägt und gemeinsam mit seiner Familie illegal in Los Angeles wohnt, als er bei einem Amateurspiel von dem früheren Spieler und Talentsucher Glen Foy (Stephen Dillane) entdeckt wird. Der lässt seine eingetrockenen Kontakte spielen und verschafft Santi ein Probetraining bei seinem ehemaligen Verein Newcastle United in England.

Dort angekommen lernt Muñez nicht nur alles über das englische Wetter, sondern auch über die englische Härte im Profisport und beendet seinen Traum somit fast, bevor er angefangen hat, ihn zu leben.

Alles für den Traum.

Was Rocky für das Boxen ist, Randy The Ram für das Wrestling, Daniel LaRusso für Karate, das ist Santiago Muñez für den Fußball – und dank einer Zusammenarbeit mit der FIFA und Adidas gibt es echte Spieler, echte Mannschaften, echte Stadien und echte Emotion. Wer also mal David Beckham, Zinedine Zidane und Ronaldo – nicht Cristiano Ronaldo, wir sind im Jahr 2005 – in einem Film sehen will, dann ist “Goal!” die richtige Anlaufstelle.

Dabei schafft der Film es allerdings nie, die gleiche Emotionalität aufzubauen, wie die anderen Vorbilder. Allerdings auch bedingt durch die Tatsache, dass es eben keine Kampfsportart ist, sondern ein chaotischer Mannschaftssport, wirken die Sportsequenzen zwar durchaus actiongeladen, bisweilen aber auch etwas unübersichtlich. Dazwischen gibt es aber auch viele ruhige Sequenzen, bei denen Santi mit der hübschen Mannschaftsärztin Roz (Anna Friel), was mich tatsächlich darüber hat nachdenken lassen, wieviele Frauen eigentlich in prominenteren Positionen bei renommierten Fußballvereinen arbeiten?

Auf dem Spielfeld.

Allerdings ist es durchaus interessant zu sehen, wie sich Santiago versucht, in die Mannschaft zu integrieren, wie er Freundschaften schließt – wie etwa mit dem arroganten Star Gavin Harris (Alessandro Novola), andere Spieler ihm buchstäblich dazwischen grätschen und versuchen, seine Leistungen zu torpedieren, weil sie selbst Angst um ihren Platz haben. Ein Aspekt, der in den anderen genannten Filmen eben fehlt, weil dieser Konkurrenzgedanke im gleichen Team nicht vorhanden ist. Kuno Becker schafft es, den ambitionierten, aber naiven Fußballer sehr sympathisch auf die Leinwand zu bringen, sodass man mit ihm trotz aller Rückschläge mitfiebert.

Letztlich ist “Goal!” damit nicht nur ein ordentlicher Sportfilm, sondern wahrscheinlich auch der beste Fußball-Film, den es da draußen gibt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Geschichte allerdings genauso passiert, tendiert gegen Null – denn kein Verein würde irgendeinem gescheiterten, gefeuerten Talentscout zuhören, um sich irgendeinen unbekannten Fußballer wieder und wieder anzuschauen, ihm Chance über Chance über Chance geben, nur weil ein Typ Nachts um 3 Uhr anruft oder dem Vereinsmanager in einem Restaurant auflauert.

Feelgood-Geschichten müssen aber nicht realistisch sein, die müssen ein gutes Gefühl geben. Das tut “Goal!” und macht damit auch klar, wo die Faszination im Fußball liegt: Im Erfüllen der Träume, im Kreieren von Emotionen, wenn ein Spielzug gelingt und der eigene Verein das entscheidende Tor in der 89. Minute schießt.

Kein Hattrick, aber ein ordentlicher Anschlusstreffer.

“Goal!” ist kein besonders hervorragender, aber ein ordentlich gemachter Film über den weltweiten Volkssport, der mir tatsächlich Lust darauf gemacht hat, mir vielleicht doch 1-2 Geisterspiele mehr anzuschauen – denn im Moment bleibt sowieso nichts Anderes.

Wertung: 6/10 Punkte

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