Reviews, viddymovies

Review: Brightburn – Son of Darkness

Was wäre wenn Superman böse wäre? Offensichtlich hat DC Comics diese Frage noch nicht ausreichend beantwortet – was uns zu diesem Film führt, der aus einem kleinen Jungen mit Superkräften ein sadistisches Monster macht.

Brightburn – Son of Darkness
Brightburn

Trailer
Regie: David Yarovesky
Erscheinungsjahr: 2019
Laufzeit: 90 Minuten

Wir haben das Jahr 2020 und jeder kennt die Vorgeschichte von Superman. Planet Kypton, als Kind auf die Erde geschossen, von Menschen aufgezogen, yadda, yadda. Dieses Kind ist Brandon (Jackson A. Dunn), der von Tori (Elizabeth Banks) und Kyle Breyer (David Denman) adoptiert wird, nachdem er mit einem Raumschiff auf ihrer Farm abgestürzt ist. Nachdem das Ganze ein paar Jahre ganz gut ging, entdeckt der 12-Jährige Brandon plötzlich übernatürliche Kräfte und beginnt, in der Nacht zur Scheune zu schlafwandeln, wo seine Eltern das Raumschiff verstecken.

In der Schule ausgegrenzt, rebelliert Brandon dann auch gegen seine Eltern, besonders gegen seinen Vater, rächt sich an seinen Mitschülern und tötet ein paar Hühner. Während Kyle immer mehr Misstrauen gegenüber seinem “Sohn” entwickelt, glaubt Tori als fürsorgende Mutter noch immer nicht, dass etwas faul ist – erst, als Brandon sich nicht mehr an wehrlosen Tieren vergreift.

I’m just a teenage dirtbag, baby!

Tatsächlich habe ich mich sehr auf einen Horror-Thriller-Superbösewichten -Film gefreut, war allerdings über die Vielzahl an Parallelen zwischen Superman und Brightburn sehr verwundert. Da geht es tatsächlich nicht nur um die reine Hintergrundgeschichte – wobei von allen amerikanischen Staaten Brandon natürlich auch in Kansas landen musste – sondern dass man teilweise den Score von Hans Zimmers “Man of Steel” kopierte oder Brandon nahezu ausschließlich in den Farbkombinationen Rot-Blau herumrennt.

Trotz der Tatsache, dass der Film nur 90 Minuten dauert, liefert er nicht einmal dafür genug Substanz und zieht sich teilweise wie Kaugummi. Dabei ist nicht einmal intelligente Charakterentwicklung dabei, denn der Vater bekommt eigentlich sehr schnell heraus, dass sein adoptierter Supersohn eine Gefahr ausstrahlt, in der nächsten Szene verteidigt er ihn aber quasi, nachdem Brandon einer Mitschülerin die Hand bösartig gebrochen hat. Da ist keinerlei Konstanz dabei und ermüdet leider zusätzlich.

Mhm, wie das wohl schmeckt?

Obwohl durchaus talentierte Schauspieler dabei sind, liefert Niemand irgendeine Glanzleistung ab. David Denman ist schon irgendwo ein recht eindimesionaler Lead, der seit seinem Auftritt in “The Office” wahrscheinlich gar keine anders angelegten Rollen mehr bekommt. Elizabeth Banks ist meiner Meinung nach in der Comedy noch immer wesentlich besser aufgehoben und das Casting von Jackson A. Dunn als kleiner Teufel hat mir absolut nicht gefallen. Dunn wirkt in der Rolle absolut gelangweilt und weder charismatisch, noch besonders bösartig. Wie das mit einer Darstellerin im Kindesalter wesentlich besser gelingt, zeigt “Orphan – Das Waisenkind” mit Isabelle Fuhrman in der Hauptrolle. Ihr Blick jagte dem Zuschauer einen kalten Schauer über den Rücken, während jeder Blick von Dunn genau wie die dünne Story nur ein müdes Gähnen hervorruft.

Der charmant-dümmliche Dealer aus Breaking Bad (Matt Jones) darf wie auch Meredith Hagner ebenfalls mitspielen, aber bis auf deren letzte Szenen im Film ist mir da eigentlich nichts weiter hängengeblieben.

So hatte sie sich ihren Kinderwunsch wohl eher nicht vorgestellt.

Am Ende bin ich von “Brightburn – Son of Darkness” (wozu auch schon wieder dieser schwachsinnige Untertitel?) nur enttäuscht. Um das Horrorbingo des 21. Jahrhunderts vollzumachen gibt es Jump Scares und zwei Gore-Momente, auf die SAW sicher stolz gewesen wäre.

Wenn man also auf der Suche nach einem schaurigen Horrorfilm für die nächste Gruselnacht ist, sollte man vielleicht noch ein bisschen weitersuchen, denn “Brightburn” unterhält auf sehr wenigen Ebenen.

Wertung: 3/10 Punkte

Previous Post Next Post

You Might Also Like