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Dotan live in Berlin

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Dotan – vor knapp zwölf Monaten schrieb ich bereits über ihn, weil sein Lied “Home” auf Platz 2 meiner meistgehörtesten Songs des Jahres 2014 gelandet ist, obwohl ich ihn bis dahin erst ein paar Wochen kannte. Knapp ein Jahr später hatte ich nun die Gelegenheit Dotan im ausverkauften Frannz Club zu sehen. Was für ein Fest.

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Ich war schon lange nicht mehr in solch einer schlechten Location, dies vorab. Der Frannz Club war stickig, absolut keine Luft. Das hat auch dazu geführt, dass ein Mädel nach einem ruhigen Song plötzlich apathisch in der Gegend herumstarrte und sich erst hinlegen und dann rausgetragen werden musste. Ich hoffe, dass es ihr jetzt besser geht. Der Schweiß lief, obwohl man kaum tanzte. Dazu war die Akustik nicht wirklich gut, wenn Dotan auf der Bühne redete, verstand man ihn kaum. Lag aber nicht nur an der Anlage, sondern auch daran dass dort die mit Abstand respektlosesten Leute unterwegs waren, die ich je erlebt habe. Es wurde laut geredet, Smalltalk gehalten während Dotan auf der Bühne von seinen Anfängen und seinem Lampenfieber erzählte. Als er gemeinsam mit seiner Band in der Mitte der Zuschauer unplugged einen Song spielte, unterhielten sich Teile der “Fans” immer noch. Was soll sowas?

Doch darüber hinaus – was für ein unglaublich sympathischer Mann, der aus diesen Voraussetzungen immer noch einen tollen Abend gezaubert hat. Das komplette Album “7 Layers” wurde mit fünf anderen Musikern an Gitarren, Schlagzeug, Bass, Keyboard und insgesamt sechs Mikrofonen performt, auch neue Stücke wurden präsentiert. Eines meiner persönlichen Highlights war natürlich “Hungry”.

Doch auch “Fall” oder “Let the River In” funktionierten mit der kompletten Band hervorragend. Nun stelle man sich vor, wie der Sänger, der mit seinem Album auf Platz 1 der niederländischen Albumcharts stand, dies vor einer besseren Crowd mit besserer Akustik spielt? Vielleicht bei einem Festival? Da habe ich definitiv Lust drauf!

Zwischendurch ging es, wie bereits angerissen, mit nur einer Gitarre und allen sechs Leuten mitten in die Zuschauer. Die Fans Drumherum setzten sich auf den Boden und die Band präsentierte, dass sie auch ohne elektrische Hilfsmittel singen können. Wie ein kleines Konzert im Wohnzimmer – so überwand Dotan im Übrigen sein Lampenfieber.

Am Ende stellte natürlich “Home” als Zugabe und sein bisher größter Hit den krönenden Abschluss dar.

Nach dem Konzert stellte sich Dotan dann an die Garderobe und gab fleißig Autogramme, unterhielt sich mit den Zuschauern, bedankte sich fast einzeln bei jeder anwesenden Person, machte Schnappschüsse mit den Handys der Fans und hatte sichtlich Spaß am Kontakt. Dotan lebt die Musik und bringt echte Gefühle mit, das Lächeln und Leuchten in seinen Augen war stets authentisch. Schön zu sehen, dass ein Künstler es nicht als selbstverständlich ansieht, dass Zuschauer vorbeikommen und sich wirklich über den Zuspruch freut. Eine absolute Empfehlung für Jeden, der auf mitfühlende Musik eines sympathischen Künstlers steht, Dotan würde ich mir jederzeit wieder anschauen.

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Schade im Übrigen, dass wir aufgrund von Problemen mit der BVG Matt Simons als Vorband komplett verpasst haben. Auch er hat sich nach der Show lange mit den Zuschauern unterhalten und machte einen sehr sympathischen Eindruck.

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