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Bundesvision 2015: Ferris MC für Hamburg

Ferris MC mit “Monstertruck”
für Hamburg

Wer ist das?

Auf die eine oder andere Weise sollte man in den letzten Jahren mit Ferris in Berühung gekommen sein. Zum Einen ist er seit mehreren Jahren in der Deutschrap-Szene unterwegs und konnte an der Seite von Afrob mit “Reimemonster” oder solo mit seinem Album “Audiobiographie” enorme Erfolge feiern. Die Single “Zur Erinnerung” landete sogar in den Top 10 der Singlecharts.

2008, als er im Vorprogramm von Deichkind auftrat und nach der Tour das Deichkind-Mitglied Buddy ausstieg, wurde der Rapper als “Ferris Hilton” vollwertiges Mitglied der Truppe. Nebenbei arbeitet Ferris im Übrigen auch als Schauspieler und war schon im Tatort zu sehen.

Nachdem sein letztes Soloalbum 2004 rauskam und Ferris bei Deichkind mitmischte überraschte er in diesem Jahr, als mit “Glück ohne Scherben” sein fünftes Album auf den Markt kam und an den Top 20 kratzte. Ein Urgestein der Rap-Szene, der entgegen des Wikipedia-Artikels das erste Mal am Wettbewerb teilnimmt. Als Deichkind 2005 nämlich unglaublich schlecht beim ersten BuviSoCo dabei waren, war Ferris kein Mitglied. Dafür aber ein gewisser Buddy. Und von dem lesen wir später nochmal.

Der Song

Meistens wählt Ferris MC bei seinen Rapsongs eher elektronische Elemente zu härteren Beats. Von daher war es für mich schon überraschend, dass er mit “Monstertruck” einen Song in den Wettbewerb schickt, der fast schon als Punk Rock durchgehen kann. Nach Wunderkynd/Olli Banjo also der zweite Rapper, der seinen Sprechgesang auf Gitarrenriffs hämmert.

Musikalisch gefällt mir das wesentlich besser, als die Konkurrenz aus Bayern. Ist natürlich absolut simpel, aber direkt und nach vorne. Ohne Schnörkeleien, ohne Kompromisse. Beim Text habe ich mich allerdings schon gefragt, ob ich von Ferris MC mehr hätte erwarten sollen, als die Verarbeitung eines Witzes, der einen längeren Bart hat, als Gandalf. Nur war es damals ein Trecker, kein Monstertruck. Das ist selbst unter dem Deichkind-Niveau, die ja sonst wortgewandte Witzeleien treiben.

Vom reinen Sound her hui, vom Text zum Kopfschütteln. Denke auch nicht, dass der Song besonders repräsentativ für Ferris ist, da wäre “All die schönen Dinge” definitiv die bessere Wahl gewesen. Insgesamt also eher der Daumen runter für diesen Beitrag.

Statistik zum Schluss:
Hamburg hat noch nie den Bundesvision Song Contest gewonnen. Die besten Platzierungen waren zweimal der zweite Platz (2007 war es Jan Delay mit “Feuer”, 2013 war es Johannes Oerding mit “Nichts geht mehr”).
Mit 651 Punkten steht Hamburg auf Platz Fünf der Ewigen Tabelle.

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