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20 in 2019: Charli XCX with Christine and the Queens – “Gone”

Charli XCX with Christine and the Queens – “Gone”
aus dem Album “Charli”

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich der einzige Mensch auf der Welt bin, der Charlotte Aitchinson irgendwie belächelt hat. Ja, sie durfte die Hook auf “Fancy” von Iggy Azalea singen – ein Song, der mich vom ersten Mal hören abgrundtief genervt hat. Auch “Boom Clap” fand ich wirklich nicht gut und so konnten mir zwei bisherigen Studioalben der Sängerin aus England nicht gleichgültiger sein.

Allerdings muss man auch zugeben, wenn eine Person offensichtlich die Fähigkeiten hat, Welthits zu schreiben. “Señorita” von Shawn Mendes und Camila Cabello stammt beispielsweise unter anderem aus ihrer Feder. Wo sind dann bitte die großartigen Popsongs, die nicht nerven, sondern gut ins Ohr gehen?

Auf dem dritten Album, “Charli”. Hier hat sich die Sängerin aus Cambridge mit anderen, unfassbar talentierten Leuten aus den verschiedensten Sparten des Pops zusammengetan. Troye Sivan beispielsweise, mit dem sie eine Homage, einen absoluten Retro-Pop-Song geschaffen hat (“1999”) oder die charismatische Lizzo, die sie bei “Blame It On Your Love” ans Mikrofon gebeten hat (wen sonst erinnert der Beat an “Never Leave You” von Lumidee? Kann die bitte mal Jemand ineinander mischen?). Auch die Schwestern von HAIM durften sich auf “Warm” die Ehre geben und durch Autotune verfremden lassen.

Ebenfalls in meinen Augen komplett unterschätzt ist Héloïse Letissier, auch bekannt als Christine and the Queens. Und der einzige Grund, warum Héloïse mit ihrem traumhaften, französischen Pop auf Songs wie “The Walker”, “Christine” (beziehungsweise “Tilted”) oder “Girlfriend” bisher kein Teil meiner Reihe war ist, weil ich die Songs vorher einfach nicht kannte.

Nun haben sich diese – auch von mir – unterbewerteten Pop-Größen zusammengeschlossen und den in meinen Augen besten puren Pop-Song des Jahres herausgebracht. Einen Song, nach dem Dua Lipa auf ihrem Retro-Trip (der mit “Future Nostalgia” niedlich und mit “Don’t Start Now” sogar richtig gut ist) gerne klingen will. Einen Song, der direkt ins Ohr geht und da eine ganze Weile bleiben möchte. Auch wenn ich das Musikvideo und das gefesselt sein auf einem Auto nicht so ganz verstehe, ändert das nichts daran, dass – wenn man im Jahr 2019 tanzen will – man an “Gone” absolut nicht vorbeikommt!

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