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20 in 2019: Bring Me The Horizon – “MANTRA”

Bring Me The Horizon – “MANTRA”
aus dem Album “amo”

Rock is Dead. Tatsächlich scheint die Zeit des großen, kommerziellen Rock weitestgehend vorbeizusein. Erinnert sich noch Jemand an die Nu-Metal-Phase die irgendwie schlecht, aber doch ganz geil gealtert ist? Papa Roach? P.O.D.? Hoobastank? Breaking Benjamin? Und das sind alles Bands, die entweder in diesem oder letzten Jahr Alben rausgebracht haben.

Papa Roach – 2001: “Last Resort” / 2019: “Elevate”
P.O.D. – 2001: “Alive” / 2018: “Listening For The Silence”
Hoobastank – 2001: “Crawling In The Dark” / 2018: “Push Pull”
Breaking Benjamin – 2006: “The Diary of Jane” / 2018: “Failure”

Während Breaking Benjamin in meinen Augen noch recht gut gealtert sind, kann ich die anderen Bands eigentlich nicht mehr hören. Es ist aber auch wundervoll zu sehen, wenn eine Band den anderen Weg geht. Denn die ersten Stücke von Bring Me The Horizon kann ich mir einfach nicht geben. Ich stehe nicht auf Metalcore, auf Screamo, auf Deathcore, auf Gekreische und unverständliches Gebrülle. Auf Geschrammel. Das ist auch das, was 90% von Slipknot für mich killt, wobei “Unsainted” aus diesem Jahr ein wirklich guter Song ist.

Bring Me The Horizon haben einst mit solcher Musik angefangen: “Pray For Plagues” beispielsweise. Einen Song, den ich mir noch nie von vorne bis hinten angehört habe und der die Band für mich einfach disqualifiziert hat. Wer es gut findet – bitte, kein Problem. Aber ich muss damit in den Ohren nicht S-Bahn fahren oder so. Und weil ich der Band kaum noch Aufmerksamkeit geschenkt habe, habe ich den Wandel vom Deathcore zum viel mehr dem Alternative Metal und Nu-Metal angehauchten “That’s The Spirit” überhaupt nicht mitbekommen. So experimentierte das Quintett aus England um Oliver Sykes, der selbst aussieht wie ein Soundcloud-Rapper und der mir auf “Bite My Tongue” mit You Me At Six echt gut gefallen hat, inzwischen mit etlichen elektronischen Elementen, Autotune und Melodien zum Mitsingen. Wieviele Fans reden hier eigentlich vom Sellout? Ist das ein Ding bei den BMTH-Fans?

Mich stört es nicht, weil mir “Throne” beispielsweise richtig gut ins Ohr geht. Und auch “Follow You” ist ein Track, der funktioniert. Kein Wunder also, dass die Band das Ganze auf dem fünften Album noch fortsetzt und weiter mit Synths und Beats experimentiert, als würde man Twenty One Pilots nochmal richtig aufdrehen. “amo” ist ein ordentlicher Genremix mit etlichen Songs, die in den Rock-Radios laufen (oder liefen? Oder laufen werden?). “sugar honey ice & tea” beispielsweise ist ein ganz übler Ohrwurm mit einer ordentlichen Energie, “medicine” der perfekte Song zum Nebenbeihören, der nicht viel Charakter hat, aber auch nicht stört.

An erster Stelle steht allerdings der Song, der quasi der absolute, handfeste Rocksong zum Mitsingen ist. Keine komplexen Riffs, sondern einfache Akkorde mit Schmackes, ein melodischer Refrain und eine recht ruhige Strophe, um Energie zum Ausrasten zu sammeln. ROCK IS ALIVE!

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