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Tschüss, Evolve.

Nach dem riesigen Hype kommt der große Fall. Das musste nicht nur “No Man’s Sky” schmerzlich erfahren – ist Sean Murray eigentlich wieder aufgetaucht? Sein Twitter ist ja seit zwei Monaten im Stillstand – sondern auch “Evolve”, welches vier Preise bei den Game Critics Awards auf der E3 2014 einheimste, weitere vier Preise bei der Gamescom 2014 abstaubte – und das alles über ein halbes Jahr, bevor das Spiel überhaupt im Handel erhältlich war. Yeah, Online im Team gegen ein riesiges Monster kämpfen. Und man kann sogar das Monster steuern. Yeah! Das war so ziemlich der einzige Inhalt des Spiels. Die Auswahl der Spielcharaktere und Monster war mager, konnte jedoch kostenpflichtig natürlich ein bisschen aufgestockt werden.

Als das Spiel dann endlich erschien, verpuffte der Hype ein bisschen wie eine Seifenblase und Ernüchterung stellte sich ein. Nicht ganz so krass, wie beim bereits erwähnten Spiel im Weltraum, doch man stellte schnell fest, dass unter der Haube tatsächlich nicht so viel steckte. Mal davon abgesehen, dass Multiplayer-Spiele ohne irgendeine Einzelspieler-Erfahrung sowieso immer einige Gamer komplett ausschließt, gab es halt nette 4 gegen 1-Duelle, die kurzweilig Spaß machten. Aber warum man Evolve zwei Monate nach Release noch einlegen sollte, wusste Niemand. Machte scheinbar auch kaum Jemand.

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Im Juli 2016 kündigte Turtle Rock Studios an, das Spiel zumindest auf dem PC Free-to-Play zu machen. Das heißt, dass alle, die zuvor 40 bis 60 Dollar in das Spiel investiert haben, nahezu in die Röhre gucken durften, weil alle, die abgewartet haben, das Spiel nun umsonst spielen dürfen. Nahezu, weil man als sogenannter “Founder” ein paar Items umsonst bekommen hat. Yeah, Yeah! Zwar sind anschließend ein paar Hunter mehr auf Monsterjagd gegangen, doch wenn man mit einem Spiel kaum noch etwas verdient, stellt man irgendwann die Arbeiten an diesem Spiel auch ein.

Und so verkündete Turtle Rock Studios – die vorher mit der Left 4 Dead-Serie für die vielleicht beste Multiplayer-Erfahrung der letzten Konsolen-Generation gesorgt haben, wo das Spiel nicht in Mikrotransaktionen geschwommen ist – dass der Support für Evolve offiziell eingestellt wird. Es kommen keine weiteren Patches, keine weiteren Inhalte, keine weiteren Karten, keine weiteren Monster, keine Items, nichts. Die Server wird man noch ein bisschen stehen lassen, aber ansonsten wird es das gewesen sein. Pläne für einen zweiten Teil gibt es derzeit keine.

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Woran also ist Evolve gescheitert? Multiplayer-Games kommen durchaus an, auch bei mir. Overwatch beispielsweise läuft auch dank meines Mitbewohners nahezu täglich. Hier aber hat Blizzard den Inhalt des Spiels nicht hinter einer Paywall versteckt, liefert stetig kostenfrei Karten und Charaktere nach und bietet einfach eine abwechslungsreiche, actionhaltige Erfahrung. Evolve war für mich schon nach zwei, drei Partien irgendwie immer gleich. Als Monster versteckt man sich, so lange es geht und man eben durch Fressen von anderen Viechern wachsen kann, sodass man die Jäger attackiert. Als Jäger jagt man. Kaum Abwechslung, abgesehen von den Aufeinandertreffen zwischen Monster und Jäger kaum Action.

Bleibt zu hoffen, dass die Turtle Rock Studios vielleicht an Left 4 Dead 3 arbeiten dürfen. Allerdings liegen hier die Rechte wahrscheinlich bei Valve, zu denen das Studio einst gehörte.

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