Konzerte, Künstler, viddymusic

The Lumineers in Berlin – Die Kür der Multiinstrumentalisten

Nicht zum ersten Mal hatten The Lumineers in diesem Jahr zum Konzert eingeladen. Bereits im Mai durfte man das Trio aus Denver, Colorado im Admiralspalast erleben, dies war allerdings noch, bevor das zweite Studioalbum “Cleopatra” auf dem Markt erschien. Mit neuen Songs im Gepäck fand das Konzert dieses Mal im Tempodrom statt, welches ordentlich gefüllt, aber nicht ausverkauft war. Die sollte der Stimmung allerdings keinen Abbruch tun, genauso wenig, wie die Vorband Bahamas.

Bahamas ist der kanadische Musiker Afie Jurvanen, der mitsamt seiner Live-Band schon ein paar schöne Songs wie “All the Time” und “Lost in the Light” präsentierte und dabei seinen Charme spielen ließ. Nach einer knappen halben Stunde verabschiedeten sich die Bahamas und öffneten die Tore für den Folk der Lumineers.

Wesley Schmitz an Gitarre und Mikrofon, Neyla Pekarek am Cello und Jeremiah Fraites am Schlagzeug bilden die eigentliche Band. Dabei hatten sie außerdem Stelth Ulvang am Klavier, Byron Isaacs am Bass und eine weitere Person, deren Name mir leider entfallen ist. Allerdings wechselten die Instrumente eifrig den Besitzer, so spielte Ulvang auch das Akkordeon oder Fraites setzte sich an das Klavier.

Eröffnet wurde das Konzert wie auch das zweite Album von “Sleep on the Floor” und darauf folgte “Ophelia”, die erste Single aus “Cleopatra”. Natürlich präsentierten die Lumineers nicht nur Songs aus dem zweiten Album, sondern befriedigten die Zuhörer ziemlich schnell mit ihrem Durchbruch “Ho Hey”. Er erlaubte Schmitz den Zuschauern gerne Fotos und Videos zu machen, wollte das Konzert anschließend aber zu einem ganz privaten Erlebnis machen und bat darum, die Handys anschließend in die Tasche zu stecken.

lumineers_1

Die Band war sehr daran interessiert, sich den Fans vollständnis zu öffnen. Nicht nur, dass Schmitz bei einem Lied durch die Zuschauer wanderte oder bei den meisten Songs noch die persönliche Geschichte hinter den Stücken zu erklären (wie etwa “Charlie Boy” oder “Gun Song”), bei einem anderen Song verzichtete man auf Mikrofone und Verstärker und sang eine komplett akustische Version. Dazu gab es mit “Subterranean Homesick Blues” ein Bob Dylan-Cover und mit “Stubborn Love” ein besonderes Highlight für mich am Schluss.

The Lumineers sind grandiose Musiker, was sich nicht nur dadurch zeigt, wieviele verschiedene Instrumente jeder von Ihnen in rund 90 Minuten überhaupt spielen kann. Es ist klar ersichtlich, dass Musik für die Künstler weitaus mehr ist, als eine Einnahmequelle. Sie verarbeiten Schicksalsschläge, preisen das Leben und schwelgen in Erinnerung, an denen die Konzertbesucher teilhaben dürfen. Natürlich ist ein Konzert der Lumineers kein Ort zum Abfeiern und Tanzen, aber durchaus ein persönliches, intensives Erlebnis toller Musiker zum Zuhören und Nachdenken.

Previous Post Next Post

You Might Also Like