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Switch and Me

Anfang März war es soweit – und vom Hype um “The Legend of Zelda: Breath of the Wild” getrieben, bin ich damals mit meiner besten Freundin Julez losgezogen um den kleinen Plastikkasten namens Switch ins Wohnzimmer zu stellen. Alleine das war schon eine Odyssey – pun intended. Bis auf eine Filiale eines bekannten Elektrofachhandels, der sich nach einem acht Planeten im Sonnensystem benannt hat, war das Gerät spontan überall ausverkauft. Noch schlimmer allerdings dran war nicht die Hardware, sondern die Software. Es gab keine. Anstatt das Ganze irgendwie äquivalent auf eine Stufe zu stellen, lieferte man zumindest in meiner Umgebung weniger Spiele als Konsolen aus. Dies bedeutete, dass wir zwar eine Nintendo Switch ergattern, Spiele waren allerdings Mangelware.

Nun könnte man sich natürlich fragen, warum? Quo vadis, Nintendo? Ganz einfach – Nintendo macht es hier der Konkurrenz nach und verkauft digitale Spiele für einen wesentlich teureren Preis als im Fachhandel. Anstatt 49,99 Euro für den neuesten Streich aus Hyrule mussten dann 59,99 Euro hingeblättert werden. Kann man sich ja mal gönnen. Spoiler vorweg: Bis heute habe ich “Breath of the Wild” nicht durchgespielt. Im Laufe der Zeit kamen dann “FAST RMX” (ein Future Racer à la “F-Zero”), “Golf Story”, “Mario Kart 8” und “Stardew Valley” hinzu. And that’s it.

Wir waren kurz mal im Besitz von “1-2 Switch”, aber aufgrund der Tatsache, dass dies eine komplett überteurte Tech-Demo war, haben wir uns von diesem “Spiel” schnell wieder verabschiedet. Magere Ausbeute für solch eine Konsole? Eigentlich nicht. Man muss natürlich sehen, dass die Switch bei uns nur eine Zweitkonsole ist. Multi-Plattform-Titel holen wir grundsätzlich nicht für die Switch, “Stardew Valley” ist eine absolute Ausnahme. Ich brauche auf dem Gerät kein “FIFA”, kein “NBA” oder sonst irgendwas, wenn ich das Ganze in besserer Qualität ohnehin entspannt auf der Couch spielen kann. Und die meisten Indie Games, die auf die Switch geportet werden, interessieren uns einfach nicht. Das heißt nicht, dass die Spiele schlecht sind, ganz im Gegenteil. Es gibt dutzende, sehr preisgünstige und sehr gute Spiele für die Konsole – nur die absoluten Kracher fehlen meiner Meinung nach.

Was wären für mich Spiele, die ich dringend auf der Switch haben müsste? “Super Mario Odyssey” gehört dazu und wird bei mir höchstwahrscheinlich unter dem Weihnachtsbaum liegen. Die ersten Trailer haben mich enorm abgeschreckt, ich bin kein Fan der 3D-Marios, aber die ersten Reviews und Gameplay-Videos waren super, also wird das selbst ausprobiert. Angeblich ist ein vollwertiges “Pokémon” in der Mache – das wird sofort gekauft. Aber wo ist “Mario Party”? “Smash Bros.”? Warum ist die Virtual Console, die es ermöglicht, zum Beispiel Game Boy, NES oder SNES-Klassiker auf dem Nintendo 3DS zu spielen, nicht für die Switch verfügbar? Wieso bietet man keine N64 oder Game Cube-Spiele dort an? Wieso gibt es keine App für YouTube oder Netflix? Das sind alles Dinge, die ich nicht nachvollziehen kann.

Mit “The Legend of Zelda: Breath of the Wild” hatte ich stundenlangen Spaß. Ein wirklich bildschönes Spiel, welches durchaus streckenweise knackig und ab und an auch frustrierend ist (Waffen gehen zu schnell kaputt. Wirklich.) – Liebevoll gestaltete Welten, tolle Ideen wie die Kälte und Hitze an verschiedenen Orten, das Kochen. Bis ins Detail wirklich ein tolles Adventure. Allerdings ist es in meinen Augen vollkommen unerheblich, dass da “The Legend of Zelda” drauf steht. Link könnte ein komplett anderer Charakter sein, eine andere Prinzessin retten. Es hat sich in den 50+ Stunden (und ich habe es nicht durchgespielt, so riesig ist die Welt, so viel gibt es zu entdecken) für mich niemals nach einem Zelda-Spiel angefühlt. Der epochale Soundtrack auf der Weltkarte fehlt komplett. Hier und da gibt es mal eine Notenreihe, die an den alten Glanz erinnert, aber ansonsten kämpft man sich durch vier größere Dungeons, hundert kleine Schreine und entdeckt die Welt für sich alleine. Das hat offensichtlich etliche Fans – aus mir aber keinen gemacht und ich bleibe weiter bei meinem Lieblings-Zelda “A Link to the Past”.

“Golf Story” und “Stardew Valley” sind nette Spiele für Zwischendurch. Ein Golf RPG auf der einen Seite, was wirklich mehr Rollenspiel ist, als Golf, welches sehr niedlich wirkt und viel Spaß macht und “Stardew Valley” ist vom Prinzip her das beste “Harvest Moon” aller Zeiten. Ein Junge, eine Farm und die Welt gehört dir. “FAST RMX” hingegen ist ein Racer – nicht mehr und nicht weniger.

Viel Spaß hatte ich auch mit “Mario Kart 8”, da ich den Teil auf der Wii U nicht gespielt habe, war das auch alles neu für mich. Ich hasse blaue Panzer, aber ansonsten macht das Spiel auch im Multiplayer und auch Online sehr, sehr viel Spaß.

Die Switch lohnt sich auf jeden Fall wenn man sie mitnimmt, Freunden zeigt und mal eben eine Runde einlegt. Allerdings zahle ich für den x-ten Street Fighter-Aufguss keine 40 Euro und die wirklichen Multiplayer-Granaten – wie Smash Bros. oder Party – fehlen einfach noch. Und ich bin einfach nicht die Zielgruppe, die mit Kirby, Yoshi und Konsorten durch quietschbunte Level rennt.

Lohnt sich die Nintendo Switch für mich? Eher weniger, so fängt sie Staub und wird vielleicht einmal im Monat angeschmissen. Sie würde sich für mich aber enorm lohnen, wenn Nintendo die Virtual Console auf die Switch bringen würde – aber dann würden sich die Leute ja wegen den Classic-Konsolen nicht an die Gurgel gehen, oder? Potential ist auf alle Fälle da – aber man muss schon Nintendo-Fan sein oder die ganzen Indie Games primär unterwegs spielen wollen. Für mich ist die Switch nur eine Nebensache.

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