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Review: Zoomania

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Zoomania
Originaltitel: Zootopia

Regie: Byron Howard & Rich Moore
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 108 Minuten

Oder auch: Wie ein Häschen die vorurteilsbehaftete Welt verändert. Denn genau das möchte Judy Hopps machen, die schon als Kind den Traum hat, zum Zootopia Police Department zu gehen um als erster Hase bei der Polizei Karriere zu machen. Hier wird sie zwar selbst von ihren ängstlichen Eltern belächelt, absolviert dann aber nach anfänglichen Schwierigkeiten die Akademie als Jahrgangsbeste und tritt stolz ihren ersten Tag an.

ZOOTOPIA

So beginnt “Zoomania”, bei dem es sich die kreativen Köpfe des wahnsinnigen Übersetzungstruppes der Walt Disney Animation Studios nicht haben nehmen lassen, auch hier einen vollkommen unnötigen Untertitel an den ohnehin schon angepassten Filmnamen zu klatschen. Im Gegensatz zu “Rapunzel – Neu verföhnt” (Anstatt “Tangled”), “Die Eiskönigin – Völlig unverfroren” (anstatt “Frozen”) und besonders “Baymax – Riesiges Robowabohu” (anstatt “Big Hero 6” ist “Zoomania – Ganz schön ausgefuchst” ja fast noch harmlos. Wobei man es sich hätte sparen können, von “Zootopia” auf “Zoomania” zu wechseln. Doch sei es drum.

Die Tiere laufen in der Welt auf zwei Beinen und tragen Kleidungen. Die wilden Zeiten sind zwar schon lange vorbei, dennoch gibt es auch hier etliche Klischées und Vorurteile. Die Hasen verkaufen lieber Möhren am Gemüsestand und der Bürgermeister in Zootopia ist natürlich ein Löwe, der König der Tiere. Kein Wunder also, dass Judy auch an ihrem ersten Tag bei der Polizei zwischen Elefanten und Büffeln eher belächelt und als Politesse zugeteilt wird, während ihre Kollegen 14 Fälle von vermissten Säugetieren untersuchen dürfen.

Während sie Strafzettel verteilt, lernt Judy den Trickbetrüger Nick Wilde (der angesprochene Fuchs) kennen, der ihr später dabei hilft, den entführten Otter Emmett Otterton zu suchen. Hierbei stellt sich heraus, dass die 14 verschwundenen Säugetiere allesamt Raubtiere sind, die sich zudem vor ihrem Verschwinden außergewöhnlich wild verhalten haben. Als würden sie in ihre altertümlichen Verhaltensmuster zurückfallen.

Ohne viel Spoilern zu wollen versucht “Zoomania” gleichzeitig durch Slapstick und niedliche Animationen jung und alt anzusprechen. Eine der witzigsten Szenen – mit Flash, dem Faultier in der Kfz-Behörde – hat man leider schon im Trailer verbraten, aber auch im Film funktioniert sie gut und nimmt ein wenig Tempo aus dem blitzschnellen Film. Der ist wiederum weitaus komplexer, als man das von einen Kinderfilm (FSK 0) erwarten sollte, als 6-Jähriger hätte ich nicht nur einige der Wendungen, sondern auch etliche Gags wohl eher nicht verstanden. Zudem gibt es Anspielungen auf den Paten und auf Breaking Bad, die Kinder einfach niemals verstehen können – und sollten.

ZOOTOPIA

Ein Spagat zwischen Kinderfilm und Animation für Junggebliebene, die mal mehr, mal weniger gut funktioniert. Und natürlich ist es absolut sinnvoll (und natürlich zeitgemäß) auf Vorurteile hinzuweisen. Da hat man mit Judy Hopps eine Heldin, die auf zwei Ebenen funktioniert. Als Hase wird sie ausgelacht und so oft sieht man besonders auch in Disney-Filmen keine weibliche Hauptrolle, die aus der Prinzessinnen-Norm ausbricht und tatsächlich stark und klug ist, ohne sich in ein Kleid zu zwängen.

“Zoomania” sieht toll aus, hat Charme und eine seichte, absolut nachvollziehbare Story. Liebevoll animierte Charaktere und hier und da auch über die Faultier-Szene hinweg ein paar Schmunzler. Ich habe mich durchaus unterhalten gefühlt, aber vielleicht nach den ersten Trailern ein wenig zu viel erwartet. Es war gut, aber nicht der Meilenstein, als welcher der Film teilweise dargestellt wird.

Massiv enttäuscht hat mich im Übrigen der Soundtrack. Mal von Shakira abgesehen, die als Kolumbianerin in die Rolle der afrikanischen Gazelle schlüpft und dabei eines der schlechtesten Lieder singt, die sie je veröffentlicht hat (auch wenn Sia es mitgeschrieben hat) – Michael Giacchino war schon der Komponist bei “Ratatouille”, “Die Unglaublichen” und hat für “Oben” den Oscar und Grammy abgeräumt. Ich liebe seine Soundtracks seit “Lost”… aber was war hier bitte los? Ich erinnere mich an kein Stück, kein Lied, nichts. Da war wirklich mehr drin, besonders bei der angebotenen, vielfältigen Tierwelt.

Wertung: 7/10

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