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Review: WWE 2K17

Einen Teilzeitwrestler auf dem Cover, der sich nur alle paar Monate mal sehen lässt und anstatt ein ordentliches WrestleMania-Match zu bestreiten es vorgezogen hat, für sein UFC-Comeback zu trainieren. Kann man mal machen. Doch es ist ja nicht nur wichtig, was vorne drauf ist, sondern auch, was drin steckt. WWE 2K17 ist der vierte Teil der Serie, seitdem 2K Sports das Zepter von THQ übernommen hat, wurde von dem japanischen Entwickler Yuke’s (bereits seit 16 Jahren an der Reihe beteiligt) und unterstützend von Visual Concepts zusammen gebastelt und möchte natürlich die Position, als bestes Wrestlingspiel auf dem Markt ausbauen. Was nicht sonderlich schwer ist, wenn es eigentlich keine Konkurrenz gibt.

Anstatt selbst eine riesige Review zu verfassen, verweise ich an dieser Stelle an meine Freunde und Kollegen von wrestlinggames.de, die gemeinsam eine tolle und wirklich ins Detail gehende Review geschrieben haben, die auch dahin geht, wo es richtig weh tut. Vor allem aber sind hier wirklich erfahrene Fans der Serie am Werk, die im Gegensatz zur absolut lächerlichen Kritik von IGN nicht außer Acht lassen, dass das Spiel selbst nach einem 11 GB großen Day-One-Patch noch immer ein Bug-Festival vom Feinsten ist. Dort findet ihr auch ein kleines Kurzfazit von mir, welches ich an dieser Stelle allerdings noch ein wenig aufgreifen will.

Auch wenn sich Wrestling in Amerika weniger als Sport, sondern als Unterhaltungsveranstaltungen präsentieren will, muss man das Geschehen im Ring letztlich doch als Sport ansehen. Und bei Videospielen kann man wunderbar den Vergleich zu anderen Sportarten ziehen, zum Beispiel etwa UFC, also Ultimate Fighting Championship, der größten Organisation im Mixed Martial Arts, welches zuletzt ein Spiel von EA Sports verpasst bekommen hat. Ein weiteres Beispiel, sogar aus dem Hause 2K Sports wäre NBA 2K17, über welches ich bereits eine Review geschrieben habe, in der ich besonders die Präsentation in höchsten Tönen gelobt habe, ohne irgendetwas mit Basketball zu tun zu haben.

So gut kann das Spiel übrigens aussehen...

So gut kann das Spiel übrigens aussehen…

WWE ist eine Firma, die vom Showaspekt lebt. Und abgesehen von durchaus gelungenen Gameplay, bietet WWE 2K17 absolut nichts für das Auge oder für das Ohr. Einige Wrestlermodelle sehen durchaus sehr gut aus. Andere hingegen könnten selbst mit Knete nicht schlechter modelliert werden. Die Hallen wirken leblos, der Sound ist streckenweise grässlich und unmotiviert, was von Kommentatoren über die Ringsprecherin, bis zu den Wrestlern selbst reicht, die ab und ab auf dem Weg zum Ring auch etwas zu sagen haben.

Im Detail bietet WWE 2K17 einige Verbesserungen am Gameplay, die durchaus sinnvoll sind und das eigentliche Matchgeschehen spaßiger machen, aber keinerlei Abwechslung. Der Karriere-Modus ist im dritten Jahr noch immer ein langweiliger Mist, der keinerlei Spaß macht und sich mit keinem einzigen Schritt weiter entwickelt hat. Wirkliche Innovationen im Onlinemodus bekommt man auch in diesem Jahr nicht, womit man bei WWE 2K17 enormes Potential liegen lässt und sich EA beim Ultimate Team oder eben 2K bei NBA 2K17 mit diversen Variationen über Mikrotransaktionen die Taschen füllt. Nicht, dass sowas bitte auch bei WWE 2K eingebaut werden soll, aber ist es so schwer, sich irgendwelche Ideen und interessante Modi für Onlinespieler einfallen zu lassen? Zum Beispiel könnte man die etlichen PPVs vorab spielen oder die Leute darauf “wetten” lassen, wer gewinnt, um so zusätzliche In-Game-Kohle zu verdienen?

Was zur Hölle soll die Dame links darstellen?

Was zur Hölle soll die Dame links darstellen?

Von unzähligen Bugs, die sich durch Matches, die wenigen Matcharten und besonders den Universe Mode, bei dem ganz kreative Leute ihre eigene WWE-Welt schaffen sollen, ganz zu schweigen. WWE 2K17 ist ein auf einem sehr modrigen Fundament stehendes Spiel, welches von einer Randgruppe auch aus Mangel an Alternativen gespielt wird. Die Entwickler können froh sein, dass die Community sich selbst jedes Jahr hyped, denn dafür tut 2K eigentlich nicht viel und besonders Entwickler Yuke’s steckt kaum noch Herzblut in die Reihe, was man an den vielen Unstimmigkeiten in den Details merkt. Vielleicht wäre tatsächlich ein Entwicklerwechsel angebracht, besonders wenn 2K Sports mit der NBA-Reihe so etwas Großartiges Jahr um Jahr schafft, während WWE 2K17 nicht einmal wie ein Spiel aus diesem Jahr aussieht.

Nicht einmal eine Enttäuschung, sondern eine absolute Frechheit. Ein Schlag ins Gesicht jedes WWE-Fans, wo absolut kein Fortschritt im Allgemeinen ersichtlich ist. Meine persönliche Wertung fällt dementsprechend noch einen Tick negativer aus, als die von meinen Kollegen bei wrestlinggames.de

Wertung: 5/10

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