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Review: Venom

Venom

Regie: Ruben Fleischer
Erscheinungsjahr: 2018
Laufzeit: 112 Minuten

Oh, was war ich skeptisch. Nicht nur, aufgrund der immer noch lebhaften und enttäuschenden Erinnerungen an “Spider-Man 3”, der von Regisseur Sam Raimi und dem Casting von Topher Grace als Eddie Brock so dermaßen verschandelt wurde, dass wohl die Wenigsten dachten, dass man Venom so schnell wieder auf der Leinwand sehen wird. Wobei… schnell. 12 Jahre sind in Hollywood nichts. Inzwischen gab es ja sogar drei verschiedene Spider-Man-Darsteller.

Die Rechte-Vergabe bei Sony und Marvel ist darüber hinaus so konfus, dass sich bis heute sicher noch einige Fragen, warum es erst einen Spider-Man neben dem Marvel Cinematic Universe gab, dann einen Spider-Man im MCU und wieso Venom da nicht drin ist? Kurz gesagt: Marvel war mal pleite, Sony hat die Rechte an einigen Helden gekauft und versucht nun ein eigenes Universum aufzubauen. Weil Superhelden-Filme das auch gerade echt nötig haben. Darüber hinaus spielt der Film in den Augen von Sony auch tatsächlich im MCU – wahrscheinlich hat man deswegen die Handlung von New York City nach San Francisco verlegt – doch Marvel sträubt sich vehement dagegen. Doch worum geht es eigentlich?

Eddie Brock (Tom Hardy), der investigative, charmante, aber dennoch irgendwie pennerhafte Journalist bekommt den Auftrag, ein Interview mit Dr. Carlton Drake (Riz Ahmed, “Rogue One: A Star Wars Story”), dem Gründer der Life Foundation zu führen. Aufgrund eines geheimen Tipps stellt Eddie die falschen Fragen und findet sich am Folgetag auf der Straße wieder, während die Life Foundation dubiose Experimente mit einer außerirdischen Lebensform, den sogenannten Symbionten, durchführt. Eddie gibt sich nicht so schnell geschlagen, bricht bei der Life Foundation ein und lernt dann schnell einen neuen Freund kennen. Einen Symbionten namens Venom, der sich in Eddies Körper einnistet. Anschließend entdeckt das neue Dreamteam übernatürliche Fähigkeiten und sieht sich der Armee der Foundation gegenüber, die ihren Symbionten natürlich wiederhaben will.

Während Venom in den meisten Comics einer von Spider-Mans ärgsten Widersachern und alles andere, als ein Superheld ist, schlägt der Film mehr in die Kerbe eines “Deadpools” und lässt “Symbrock” (tatsächlich ein beliebter Tumblr-Begriff, einfach mal googlen) wie einen Anti-Helden dastehen. Und das funktioniert. Tom Hardy spielt seine Rolle so dermaßen sympathisch und auch die eingebauten Witze funktionieren im Kontext des Filmes besser, als im Trailer, der auf mich enorm abschreckend gewirkt hat.

Es dauert zwar seine Zeit, bis der Film tatsächlich in die Gänge kommt, aber es ist eine Origin-Story, man will also nicht nur Venom, sondern auch Eddie Brock als Charakter aufbauen um in weiteren Filmen darauf aufzubauen. Allerdings ist Tom Hardy auch tatsächlich der einzige Schauspieler, der in diesem Film in irgendeiner Form charismatisch ist oder eine zumindest teilweise denkwürdige Performance abliefert. Michelle Williams (“Brokeback Mountain”) schleppt sich besonders ausdruckslos durch jede Szene, Riz Ahmed spielt den skrupellosen Geschäftsmann absolut over the top und abgesehen von Jenny Slate als Dr. Dora Skirth ist mir keine andere Rolle irgendwie im Kopf geblieben. Wie unterhaltend diese One-Man-Show ist, ist absolute Geschmackssache.

Lustige Anekdote: Einige Zuschauer dachten, dass der Film “Life” eine Art Prequel von “Venom” ist. Und hätte man nur wenige Stellschrauben verändert, wäre dies auch fast problemlos möglich gewesen – und ich hätte es mega gut gefunden! So bleibt ein unterhaltsamer Popcorn-Streifen zurück, der durch nicht nur die Chemie zwischen Eddie Brock und der Stimme in seinem Kopf im Gedächtnis bleibt, sondern auch durch den dünnen Plot und die teilweise unfassbar schlechte CGI.

Wertung: 4/10

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