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Review: Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit

Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit
At Eternity’s Gate

Trailer

Regie: Julian Schnabel
Erscheinungsjahr: 2018
Laufzeit: 111 Minuten

During a self-imposed exile in Arles and Auvers-Sur-Oise, France, Dutch painter Vincent van Gogh develops his unique, colorful style of painting. While grappling with religion, mental illness and a tumultuous friendship with French artist Paul Gauguin, van Gogh begins to focus on his relationship with eternity rather than the pain his art causes him in the present.

Ein Kunstfilm – im wahrsten Sinne des Wortes. “Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit” ist nicht nur ein Film über den niederländischen Maler Vincent Van Gogh, sondern auch in seiner Machart höchst anspruchsvoll. Regisseur Julian Schnabel ist selbst Künstler und entwarf beispielsweise Album-Cover für Lou Reed und die Red Hot Chili Peppers. Seit den 90er Jahren dreht Schnabel auch alle Jahre wieder künstlerisch sehr anspruchsvolle Filme, wie etwa “Schmetterling und Taucherglocke” oder “Miral”.

In diesem Film wird Vincent van Gogh von Willem Dafoe gespielt, der mit Anfang 60 zwar mindestens 20 Jahre älter ist, als der Maler tatsächlich geworden ist, aber natürlich ein hervorragender Schauspieler ist. In sein Schauspiel verguckt habe ich mich bereits bei “Der blutige Pfad Gottes”, der breiten Masse ist er spätestens als Green Goblin in der “Spider-Man”-Trilogie aufgefallen und nicht zuletzt durch seine Mitwirkung in den Werken von Wes Anderson hat er mehrfach gezeigt, was er kann. Dementsprechend eine vom Alter her vielleicht merkwürdige, schauspielerisch aber exzellente Wahl, die auch mit einer Nominierung bei den Golden Globes und Academy Awards honoriert wurde.

Der Film behandelt die letzten Jahre des Malers, der aus dem lebhaften Kunst-Zentrum Paris auf Anraten seines Freundes Paul Gauguin (Oscar Isaac) in den Süden Frankreichs zieht. In Arles lässt sich van Gogh nieder und sieht sich auch hier mit deutlicher Kritiken an seinen Werken ausgesetzt. Während Maler des Impressionismus weltweite Anerkennung erhielten, warteten modernere Künstler auf ihren Durchbruch und experimentierten mit neuen Techniken. Van Goghs Werke fanden allerdings keinerlei Anklang und so zog er sich immer mehr zurück.

Seine größte Inspiration holte sich der Niederländer bei seinen Spaziergängen durch die Weizenfelder und sah die Landschaft mit anderen Augen, als der Rest der Bevölkerung. So entfremdete sich auch sein Freund Paul nach und nach von ihm und sein Bruder Theo (Rupert Friend) muss aus der Ferne dabei zusehen, wie der Geisteszustand von Vincent mehr und mehr verfällt.

In erster Linie hat mich das Schauspiel von Willem Dafoe durchaus beeindruckt, da er es versteht, einerseits die fesselnde Leidenschaft von van Gogh für Farbenspiele einzufangen, gleichzeitig aber auch das Unverständnis über die eigenen Emotionen und den rasenden Verfall des Verstandes, die Melancholie und das Streben nach Anerkennung darstellen kann.

Die Regie, bzw. die Kamerafahrten sind bisweilen aber überaus chaotisch. Mal wird Van Gogh beim Laufen durch das Feld mit einer wackelnden Handkamera vom Kameramann Benoît Delhomme begleitet, mal wird die Welt aus den Augen von Van Gogh aus der Egoperspektive gezeigt. Natürlich unruhig und mit der Fortschreitung seiner Krankheit auch mit diversen Filtern überladen. Mir ist durchaus bewusst, dass dies die innere Unruhe, die Stimmungsschwankungen von Vincent van Gogh einfallen soll, aber dies hat bei mir zu einem großen Unwohlsein während des Schauens geführt, hat mich sehr angestrengt und mir einfach nicht gefallen.

Künsterlisch anspruchsvoll ist der Film durchaus, die Farben sind beeindruckend, die Geräuschkulisse toll – aber letztlich ist “Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit” vielleicht einfach nicht meine Art Film. Nichts, was ich mir noch einmal anschauen möchte, auch wenn die Thematik (Van Gogh ist mit Abstand einer meiner Lieblingsmaler) mich sehr interessiert.

Wertung: 5/10 Punkte

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