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Review: The Equalizer 2

The Equalizer 2

Regie: Antoine Fuqua
Erscheinungsjahr: 2018
Laufzeit: 121 Minuten

Unbestreitbar gehört Denzel Washington zu den besten Schauspielern unserer Generation. Ob Filme wie “Training Day”, “Malcolm X”, “American Gangster”, “Die glorreichen Sieben”, der Mann hat es selbst geschafft so etwas wie “Déjà Vu” unterhaltsam zu machen. Das dies allerdings auch nicht immer – zumindest rein subjektiv – gelingt, bewies Mr. Washington mir, als er sich in “The Book of Eli” blind durch das Wasteland metzelte.

“The Equalizer” vor vier Jahren war doch ein recht überraschender Action-Thriller. Ein bisschen auf den Pfaden von “Taken” legte sich Denzel als Robert McCall als Ex-Soldat mit einem kompletten Syndikat an. Er hatte einige ganz besondere Fähigkeiten, die er gekonnt einsetzte und damit versuchte, die Leere in seinem Herzen zu füllen. Tatsächlich aber – und das ist eine Seltenheit bei mir – musste ich mir den Film noch ein zweites Mal anschauen, damit ich mich an die Geschichte im Detail erinnern konnte. Machte den Film aber nicht schlechter, er war okay. Zum ersten Mal also in seiner 40 Jahre langen Karriere schlüpfte Denzel Washington zum zweiten Mal in die gleiche Rolle. Unfassbar eigentlich. Und auch zum ersten Mal drehte Antoine Fuqua (“Training Day”, “Southpaw”) eine Fortsetzung eines seiner Filme. Hier war er also – der Sequelizer!

In der Fortführung der Geschichte hat der ehemalige DIA-Agent Robert McCall noch immer nicht mit seiner Vergangenheit abgeschlossen. Seine Frau starb vor vielen Jahren und inzwischen verdient er sich als Lyft-Fahrer (das Gleiche wie Uber) seine Kohle, lauscht den Geschichten seiner Fahrgäste und räumt manchmal noch ein bisschen auf oder hilft in seiner Nachbarschaft aus, wie etwa beim Jugendlichen Miles (Ashton Sanders, “Moonlight”), der anstelle zur Kunstschule zu gehen lieber Drogen vertickt.

Noch immer pflegt McCall guten Kontakt zu seiner einzigen Freundin Susan (Melissa Leo), die ihn mit allerhand Informationen versorgt. Doch als ein DIA-Agent angeblich Selbstmord begangen hat, braucht Susan zur Abwechslung mal McCalls Hilfe bei ihren Ermittlungen. Als Susan jedoch Opfer eines vermeintlichen Raubüberfalls wird und dabei stirbt, wird die ganze Sache sehr persönlich und Totgeglaubte erheben sich aus ihren Gräbern.

Der Totgeglaubte – wir kommen zu den Spoilern – ist McCall selbst, der seinen ehemaligen Partner Dave York (Pedro Pascal, “Game of Thrones”) mit seiner Lebendigkeit überrascht. McCall ermittelt und entdeckt auf eigene Faust ein kleines Netz aus Intrigen, in welches sein früherer Partner – natürlich – selbst verwickelt ist und hat es in diesem Film anstatt mit einem russischen Prostituiertenring zur Abwechslung mal mit vollkommen austauschbaren Ex-Partnern zu tun.

Puh. Schwere Kost, denn der Film ist für einen Action-Streifen unfassbar langatmig. Besonders in der Finalsequenz, als es McCall dann mit den korrupten Agents nacheinander in bester Horrorslasher-Manier aufnimmt, zieht sich doch bei Sturm und Unwetter enorm hin. Auch bis dahin ist der Film sehr zäh und durch Nebengeschichten, wie etwa McCalls “Rettung” von Miles und der Wiederbeschaffung irgendeines Gemäldes für einen alten Mann sehr aufgebläht.

Selten schauspielerte Denzel Washington auch eindimensionaler und starrt sich besonders traurig und verloren dreinblickend durch die Szenen, wenn er mal nicht seine nie eingerosteten Special Agent-Skills präsentiert und sich durch die kleinere Horde an Bösewichten metzelt. Tatsächlich machen die Anfangsszenen, als McCall noch kleinere Jobs in bester Robin Hood-Art erledigt, am meisten Spaß. Schon das erste Mal, als man Pedro Pascal auftauchen sieht, vermutet der Zuschauer, dass da noch ein ganz spitzfindiger Plottwist auftauscht. Kann Hollywood bitte aufhören, Pascal als Freund des Helden zu casten, der am Ende ohnehin einen Heel Turn hinlegen wird? Das war schon in dem grauenvollen “Kingsman: The Golden Circle” vieeeeel zu offensichtlich.

Wie alt ist eigentlich Bill Pullman geworden? Großer Lichtblick im Film war im Übrigen Ashton Sanders – bis heute habe ich “Moonlight” leider nicht gesehen, aber seine Leistung hier hat bei mir enormes Interesse, in seine bisherigen Filme und seine zukünftigen Arbeiten reinzuschauen.

Ich hatte mich auf “The Equalizer 2” gefreut, aber leider noch weniger als Standardkost bekommen. Ein Film, der sich enorm gezogen hat, der nie wirklich viel Spaß gemacht hat und weit, wirklich weit hinter den Möglichkeiten zurückgeblieben ist.

Wertung: 3/10

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