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Review: The Accountant

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The Accountant

Regie: Gavin O’Connor
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 128 Minuten

Wer ist Christian Wolff? Ben Affleck spielt in “The Accountant” den oberflächlich unscheinbaren Buchhalter, der zwischen China-Restaurant und Waschsalon in einem kleinen Büro sitzt und seinen Mitbürgern bei ihren Geldproblemen hilft. Doch hinter der Fassade steckt sehr viel mehr.

THE ACCOUNTANT

Als Kind wurde bei Chris Autismus diagnostiziert. Während seine Mutter ihn in eine Einrichtung stecken wollte, hatte der Vater für ihn und seinen Bruder ganz andere Pläne und ließ sie in verschiedenen Kampf- und Schießkünsten ausbilden. Als Erwachsener hat Chris seine Krankheit weitestgehend im Griff, arbeitet zusätzlich aber als Steuerberater für die gefährlichsten Verbrecher des Landes. Dies bringt nicht nur viele Klienten ein, sondern auch Gegner, wie etwa Ray King (J.K. Simmons), den Leiter der Steuerfahndungsabteilung des Finanzministeriums, der gemeinsam mit seiner Analytikern Marybeth Medina (Cynthia Addai-Robinson) Jagd auf den nur als “The Accountant” bekannten Buchhalter macht.

Der nächste Auftrag von Wolff, die er von einer Computerstimme namens “The Voice” erhält, führt ihn zu “Living Robotics”, einer Firma die unter anderem Prothesen herstellt. Hier hat die Buchhalterin Dana Cummings (Anna Kendrick) Unstimmigkeiten entdeckt, die Wolff aufklären soll. Unterstützung erhält er hierbei von Firmenchef Lamar Black (John Lithgow) und seiner Schwester Rita (Jean Smart), während Finanzchef Ed Chilton (Andy Umberger) damit sichtliche Probleme hat. Als Chilton dann einige Zeit später tot aufgefunden wird, weil er sich angeblich als langjähriger Diabetiker versehentlich eine Überdosis Insulin gespritzt hat, merkt Wolff, dass doch scheinbar mehr dahinter steckt. Als dann nicht nur das Finanzministerium, sondern auch ein Auftragskiller (Jon Bernthal) hinter ihm her sind, muss der Buchhalter seine antrainierten Fähigkeiten aktivieren, um seine Verfolger zu eliminieren.

The Accountant

“The Accountant” ist ein Action-Thriller, bei dem Ben Affleck seine Emotionen weitestgehend in eine Schublade gepackt und weggeschlossen hat. Der Film selbst verpackt sporadische, aber intensive Actionszenen in eine komplexe Story, bei der am Ende wirklich alle Fäden zusammen laufen. Leider manchmal ein bisschen zu offensichtlich.

Mein Hauptproblem ist allerdings, dass der Accountant einfach kein sympathischer Charakter ist, bei dem man mitfiebert. Tatsächlich hat man es zwar geschafft, sogar ein bisschen Witz und Charme einzubauen, doch von der Basis her ist Christian Wolff kein guter Mensch. Kein Held. Besonders im Hinblick auf Enthüllungen will der Film vielleicht auch zuviel und bietet besonders im letzten Drittel ein großes Buffet aus Ausrufezeichen auf Fragen, die man vielleicht auch in einem potentiellen zweiten Teil hätte beantworten können.

The Accountant

Sehr gut inszeniert ist die Action, sowohl in den Kampfszenen, als auch in den kompromisslosen Ballereien. Darüber hinaus ist der Cast großartig. Von den Hauptrollen bis zu Nebenrollen wie Jeffrey Tambor als Freund des Buchhalters. Inwieweit man nun in irgendeiner Form das Krankheitsbild authentisch auf die Leinwand gebracht hat, vermag ich nicht zu beurteilen, da mir dafür jegliche Hintergrundkenntnis fehlt. Wie es Ben Affleck aber im Alter mehr und mehr schafft, den jugendlichen, manchmal auch dümmlichen Charme durch kühles Schauspiel zu ersetzen, hat mich bereits in “Gone Girl” und “Batman V Superman: Dawn of Justice” überzeugt. Da macht “The Accountant” keine Ausnahme.

Der Film ist in der Summe ein handwerklich sehr ordentlich gemachter Film mit einer runden und eigentlich auch fertig erzählten Geschichte, die zeitweise etwas langatmig erzählt wird. Eine halbe Stunde weniger hätte dem Film auch nicht geschadet. Wer aber auf Actionszenen, seichte Drehungen und Wendungen und teilweise komplexe Charaktere steht, wird hier seine Freude haben.

Wertung: 6/10

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