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Review: Suicide Squad

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Review: Suicide Squad

Regie: David Ayer
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 123 Minuten

Wenn sowohl Warner Bros. Pictures, als auch DC Entertainment etwas können, dann einen gewaltigen Hype um ihre gemeinsamen Filme entstehen zu lassen. So auch bei “Suicide Squad”, dem dritten Film aus dem sogenannten DC Extended Universe (also dem Gegenpart zum Marvel Cinematic Universum). Die Trailer wurden durch das Internet verbreitet, die Erwartungen waren hoch und wenn man einen der Trailer mit Queens “Bohemian Rhapsody” unterlegt, dann muss man auch liefern – finde ich. Nachdem “Batman v Superman: Dawn of Justice” von der Fangemeinde recht positiv und von Kritikern eher negativ angesehen wurde, aber immerhin dennoch fast 900 Million US-Dollar einspielte, wollte sich DC mit “Suicide Squad” nicht die geplanten Filme für die nächsten Jahre kaputt machen und ein wenig frischen Wind in die Reihe bringen. Auf dem Regiestuhl saß dieses Mal daher anstelle von Zack Snyder der Action-Regisseur David Ayer (“Street Kings”, “End of Days”) und er scharrte ein Ensemble aus Stars um sich, um das Selbstmordkommando auf Mission zu bringen.

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Die Story ist kurz erzählt: Amanda Waller (Viola Davis, die im Gegensatz zu “How To Get Away With Murder” dieses Mal mit einem Gesichtsausdruck auskommt) ist eine Regierungsbeamte mit viel Macht und noch mehr Ideen. Eine davon ist es, die Task Force X aufzubauen, ein Team aus Kriminellen, die man einsetzen kann, wenn der nächste Superman vielleicht nicht die Erde retten, sondern zerstören will. Auserkoren hat sie hierfür den Meisterschützen Deadshot (Will Smith), den feuerentfachenden El Diablo (Jay Hernandez), den mutierten, Reptil artigen Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje), die von der Hexe Enchantress besessene June Moone (Cara Delevingne), der Kletterfuchs Slipknot (Adam Beach), Captain Boomerang (gespielt vom “Franchise-Zerstörer” Jay Courtney, der schon “Stirb Langsam 5” aka “Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben” und “Terminator Genisys” auf dem Gewissen hat), bei dem ich mich immer noch frage, was genau seine große Eigenschaft ist, außer, dass er Banken ausraubt und Gegenstände wirft und die vollkommen durchgeknallte, ehemalige Psychiaterin Harley Quinn (Margot Robbie). Unter der Leitung des loyalen Soldaten Colonel Rick Flag (Joel Kinnaman) und mit Unterstützung durch die Schwert schwingende Katana (Karen Fukuhara) muss die Suicide Squad nach Midway City reisen um eine Horde Monster und zwei altertümliche, übernatürliche Meta-Wesen auszuschalten. Dazwischen schaltete sich auch der Joker (Jared Leto) ein, der gar nicht so glücklich ist, dass seine geliebte Harley Quinn nicht bei ihm ist und sie wieder zu sich zurückholen will.

Ohne große Spoiler eine grobe Zusammenfassung des Films, der meines Erachtens nach mit der Einführung der Charaktere sogar recht gut beginnt. Gut, Slipknot und Katana sind plötzlich einfach da, bekommen kaum Hintergrundinformationen, aber da man beim DC Universum sowieso nicht viel auf Charakterzeichnung gibt und auch ein Batman in “Batman v Superman: Dawn of Justice” halt einfach da war, muss man sich damit abfinden oder bereits Vorwissen mitbringen. Wobei die Charaktere ohnehin so eindimensional oder dünn sind, dass das vollkommen egal ist. Was allerdings funktioniert ist die Chemie untereinander. Will Smith und Margot Robbie harmonieren wunderbar als Deadshot und Harley Quinn (besonders Margot Robbie glänzt unheimlich in ihrer reinen Darstellung – und nicht nur mit dem Outfit – zudem gibt es sogar ein Verneigen vor dem Comic-Look) und auch eher nebensächliche Charaktere wie Boomerang oder Killer Croc können zwischendurch mit One-Linern daherhalten, die tatsächlich ein kleines Lächeln hervorrufen. Ab und an. War also eine gute Idee, noch ein paar Szenen mit mehr Humor nachzudrehen.

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So bunt aber, wie die Trailer oder das Intro und Outro des Filmes zeigen, ist der Film gar nicht. Stattdessen bewegt man sich weiter auf den düsteren Pfaden des bisherigen DC Extended Universe, wobei andere Wege dem Film gut getan und frisch gewirkt hätten. Besonders vom rasanten, aber stümperhaft wirkendem Schnitt war ich maßlos enttäuscht, da ich von David Ayer aus den oben genannten Filmen einfach Besseres gewohnt war. Es gibt kaum eine Dramaturgie, plötzlich ist man in der Action und soll von einem Hubschrauberabschuss befangen sein, obwohl man zehn Sekunden vorher auf einer Basis noch sein Spielzeug ausprobierte. Ein weiteres Beispiel ist El Diablo, der sich den halben Film lang wehrt, seine Kräfte einzusetzen, da er damit in der Vergangenheit viel Schaden angerichtet hat. Als er es dann letztlich doch tut, passiert das komplett ohne Spannung, ohne irgendeinen kreativen Aufbau. Er machts. Und fertig. Okay. Der Film könnte wesentlich besser sein, wenn er von Jemanden gemacht worden wäre, der da einfach mehr Energie reingesteckt hätte. Mir ist bewusst, dass man bei einem solchen Film sein Gehirn in den Urlaub schicken sollte, aber das ist einfach schwer, wenn hintereinander besonders im letzten Drittel viele Szenen folgen, die eher zum Kopfschütteln anregen. Zum Beispiel, wenn Deadshot einen prall gefüllten Ordner mit Geheiminformationen innerhalb von Sekunden liest, um ihn dann Rick Flag an den Kopf zu knallen.

Insgesamt führt man in diesem Film zuviele Charaktere ein. Gut, das Problem mit Slipknot erledigt sich – Achtung Spoiler – relativ schnell von selbst, aber auch eine Katana war komplett unnötig für die Story. Welche Kräfte hat bitte ein Captain Boomerang, die er beispielsweise gegen einen neuen Supermann einsetzen könnte? Auch die Bösewichte waren meiner Meinung nach sehr unspannend, unrund und einfach nicht ausgefeilt genug. Das weibliche Meta-Wesen hat beispielsweise ein Herz, welches zerstört werden muss. Das ist aber beim männlichen Meta-Wesen scheinbar keine Option, den versucht man mit einer Bombe hochzujagen. Zwischendurch ist der dann mal in wichtigen Szenen einfach weg, während das weibliche Meta-Wesen 3 Tage die Hände in die Luft hält um eine Maschine zu bauen und nebenbei Menschen zu vernaschen, damit die zu ihrer Monster-Armee mutiert. Was?

“Suicide Squad” will viel und könnte wahrscheinlich auch mehr, als das, was am Ende dabei rumkommt. Was schade ist, denn die Charaktere haben eigentlich viel Potential, aber die schlechte Regie, der schlechte Schnitt, die unendlich schlecht inszenierte Action besonders beim großen Endkampf und gezwungene Sympathien zwischen Leuten, die sich ein paar Tage kennen und eigentlich super böse sein sollen (“Ich will nicht noch eine Familie verlieren!”) machen das Ganze ein wenig mühselig. Pluspunkte gibt es aber für den tollen Soundtrack!

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Abschließend noch ein paar Worte zum Joker von Jared Leto: Bereits über sein Design (das “Damaged”-Tattoo auf der Stirn ist wirklich… naja) wurde ja bereits ausgiebig diskutiert. Letos Darstellung erinnert streckenweise eher an einen Mafiaboss, als an einen Psychopathen. Einen Mafiaboss, der ein bisschen lange in der Gothszene herumgetanzt hat. Als Charakter okay, aber nicht meine Art von Joker, wie sie mir gefällt.

Wertung: 4/10

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