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Review: Star Trek Beyond

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Review: Star Trek Beyond
 

Regie: Justin Lin
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 123 Minuten

Vor knapp neun Jahren hat J. J. Abrams den Frevel begangen, das Star Trek-Universum komplett auf den Kopf zu stellen und eine neue Zeitlinie einzuführen. 50 Jahre, nachdem die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise erstmals über die Bildschirme flimmerten, gab er den Regiestuhl an “Fast and Furious”-Regisseur Justin Lin weiter und drehte selbst eine andere Sternensaga mit “Star Wars: Das Erwachen der Macht”. Dennoch blieb die Besatzung die Gleiche und die Geschichte von “Star Trek Beyond” schließt fast nahtlos an “Star Trek into Darkness” an.

Captain James T. Kirk (Chris Pine) ist seit knapp 2 1/2 Jahren mit der Enterprise unterwegs, um unerforschte Welten zu entdecken und unbekannten Zivilisationen den Frieden zu bringen. An seiner Seite sind weiterhin Spock (Zachary Quinto), Lieutenant Uhura (Zoe Saldana), Schiffsarzt “Pille” McCoy (Karl Urban), Ingenieur Scotty (Simon Pegg), Steuermann Sulu (John Cho) und Navigator Chekov (Anton Yelchin). Eigentlich verläuft die Expedition reibungslos – so reibungslos, dass es für Captain Kirk fast schon zuviel Routine ist und er seine Position in der Förderation gehörig überdenkt. Er würde gerne seinen Chefsessel räumen und Spock überlassen und selbst als Admiral einen eher repräsentativen Status einnehmen, Spock jedoch hat andere Pläne und will die Enterprise zugunsten von Neu-Vulkan verlassen. Doch den beiden Plänen wird ein Strich durch die Rechnung gemacht, als von der Kapitänen eines anderen Schiffes ein Hilferuf ausgeht und das Raumschiff durch einen unerforschten Nebel zu einem unbekannten Planeten fliegt, wo es vom skrupellosen Krall (Idris Elba) angegriffen wird. Die Enterprise wird zerstört, der Großteil der Besatzung von Krall und seinen Gefolgsleuten gefangen genommen und am Ende liegt es an Kirk, Spock, McCoy und der mysteriösen Jaylah (Sofia Boutella), nicht nur die Mannschaft der Enterprise und die Raumstation Yorktown, sondern das gesamte Universum zu retten.

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Nach dem Romulaner Nero (Eric Bana) im ersten Teil und Khan (Benedict Cumberbatch) in “Star Trek into Darkness” wartet man auch in “Star Trek Beyond” mit einem Bösewicht auf, dessen Motive zunächst unklar sind. Allerdings geht man nach dem doch sehr menschlich wirkenden Khan im dritten Teil wieder in eine sehr außergewöhnliche Richtung, besonders als die Hintergründe von Krall klarer werden, wurde er für mich zum heimlichen Highlight des Films.

Ich war zunächst skeptisch, ob Justin Lin, der sonst mit seinen Autofilmen um Vin Diesel und Co. Actionfans gleichermaßen fasziniert und abschreckt, einen Science Fiction-Film präsentieren kann und war doch sonderlich überrascht, wie gut dies letztendlich gelungen ist. Natürlich wird auch er weiterhin keinen der alten Trekkies glücklich machen und wer das Universum von J. J. Abrams schon 2009 blöd fand, dem wird es hier nicht anders gehen. Ich persönlich habe mich unwahrscheinlich gut unterhalten gefühlt.

Neben den Effekten, bei denen es an allen Ecken und Kanten kracht und der weiterhin sehr farbenfrohen Welt (wobei man die grellen Farben im Gegensatz zum Vorgänger ein klein wenig zurückgeschraubt hat) funktioniert “Star Trek Beyond” am Besten über die Chemie der Charaktere untereinander. Auch wenn ich mit der scheinbar immer schwierigen Liebesbeziehung von Spock und Uhura noch immer nicht warm werde, wenn man McCoy und Spock oder Scotty und Jaylah miteinander interagieren sieht, weiß man, dass das Casting ganze Arbeit geleistet hat. Ein bisschen mulmig ist es natürlich, den kurz vor der Premiere verstorbenen Anton Yelchin zu sehen, der als Chekov nicht nur eine kleine Nebenrolle hat. Auch der Tod des originalen Spocks, also von Leonard Nimoy, fließt in die Geschichte ein und sorgt gegen Ende für einen Moment, bei dem ich mir tatsächlich ein paar Tränen verkneifen musste.

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Für mich fühlt sich der Film außerdem tatsächlich nach Star Trek an. Während ich bei den beiden Filmen zuvor, die eben nicht expandieren und neue Welten, neue Gesichter, einfach Neues präsentieren, geht “Star Trek Beyond” tatsächlich in die Richtung der Serie. Man reist in die Galaxie hinaus und kollidiert mit dem Unbekannten. Letztlich macht nicht Alles, was man da so entdeckt, viel Sinn, wenn man darüber nachdenkt (besonders wenn man sich Krall anguckt, wenn man weiß, was er eigentlich ist, dann hinterfragt man seinen Bienenschwarm doch deutlich. Wo kommen sie her? Wer steckt unter den Masken? Wer produziert die und wieso sind die bei der Motorradszene im ‘Bienenstock’ gefangen und mischen nicht mal eben die Rebellion auf?). Auch die Schlüsselszene, bei der die Beastie Boys aus der Anlage hämmern und schreien ist es durchaus auch angebracht den Kopf zu schütteln. Allerdings kann man dies auch mit einem Schmunzeln tun. Es ist eben ein Spagat zwischen einem coolen und einem lächerlichen Moment.

Ich finde das Universum, die Parallele die J. J. Abrams geschaffen hat, großartig. Und wahrscheinlich ist es dem Erfolg der Filmreihe zu verdanken, dass 2017 überhaupt eine neue Serie kommt. Mir hat der Film großen Spaß gemacht und so sehr er auch das bereits etablierte fortsetzt, so schlägt er doch in ein paar neue und doch bekannte Kerben. Ein Sommer-Blockbuster, der es absolut in sich hat und seinen Vorgängern in nichts nachsteht.

Wertung: 8/10

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