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Review: Special Correspondents


Special Correspondents

Regie: Ricky Gervais
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 100 Minuten

Netflix – and chill. Der amerikanische Streamingdienst schleicht sich nicht nur in unsere Wohnzimmer, sondern auch in unseren Sprachgebrauch. Doch neben etlichen, eigenständig produzierten Serien wie “Unbreakable Kimmy Schmidt”, “Orange is the New Black” oder “House of Cards” baut man sich mit eigenen Filmen nach und nach ein zweites Standbein.

Neben der unsäglichen Partnerschaft mit Adam Sandler, aus der nach “The Ridiculous 6” (bei Metacritic mit einem Metascore von 18 von 100 abgestraft) drei weitere Filme entstehen werden, durfte der englische Comedian Ricky Gervais ebenfalls vor und hinter die Kamera treten und seinen ersten Film seit sechs Jahren Pause drehen. Herausgekommen ist “Special Correspondents”.

Frank Bonneville (Eric Bana) ist ein Lebemann und darüber hinaus auch noch der coolste Radio-Journalist in New York City. Sein Techniker Ian Finch (Gervais) hingegen ist ein langweiliger Typ am Ende der 40er, der darüber hinaus auch noch Comics sammelt, was weder sein Leben, noch das seiner Frau Eleanor (Vera Farmiga) spannender macht. Bei einer Party kommen sich allerdings Frank und Eleanor näher, ohne dass Ian etwas davon erfährt – und ohne dass Frank weiß, wessen Ehefrau die Dame ist. Als Frank und Ian dann von ihrem Boss (Kevin Pollak) den Auftrag bekommen, gemeinsam nach Ecuador zu reisen um dort aus dem Krisengebiet zu berichten, Ian allerdings die Pässe versehentlich wegwirft, muss ein neuer Plan her. Und so verschanzen sich Frank und Ian im Dachgeschoss eines Cafés und erfinden Geschichten über die Kämpfe auf den Straßen Quintos und ihre eigene Entführung.

Eine kleine, niedliche Geschichte, die Gervais aus dem französischen Original “Envoyés très spéciaux” übernommen hat. Hier und da würzt er das Ganze mit ein bisschen Satire über die Manipulation der Medien und dem Charity-Wahn, ein bisschen Drama und ein bisschen Romantik. Allerdings bleibt nicht genug hängen um die aufgewärmte Komödie wirklich sehens- und empfehlenswert zu machen, denn alles wird einfach nur ein bisschen angerissen.

Das Problem von “Special Correspondents” ist wirklich, dass er sich bei allen Genres bedient und überall mitspielen will. Es gibt sogar eine Actionsequenz am Ende – allerdings ist auch die nicht so gelungen, dass man sie als Highlight bezeichnen kann.

Die Chemie zwischen Bana und Gervais stimmt und auch Vera Farmiga als wenig leidende Ehefrau spielt ihre Rolle wirklich gut. Aber während sich der Film in der Mitte ein wenig zieht, geht es am Ende dann ein bisschen zu flott und man bleibt mit einem Gefühl zurück, dass der Film an sich schon okay ist, aber weder das Rad neu erfindet und vielleicht ein bisschen mehr Konzentration auf einen der vielen Bereiche, die angeschnitten werden, besser gewesen wäre.

Ricky Gervais hat schon in wesentlich besseren Filmen mitgespielt. Bleibt zu hoffen, dass “David Brent: Life on the Road”, in welchem er wieder in die Rolle des Ur-Strombergs schlüpft, ein wenig nachhaltiger ist.

Wertung: 4/10

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