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Review: Sleepless – Eine tödliche Nacht

Sleepless – Eine tödliche Nacht
Sleepless

Regie: Baran bo Odar
Erscheinungsjahr: 2017
Laufzeit: 95 Minuten

Während eifrige Leser ihren Musiknachschub von mir weiterhin fast exklusiv auf Weekday Wire erhalten, schaffe ich es noch immer, ab und an ins Kino zu gehen. Zoo Palast in Berlin, Loge, schön das Popcorn an den Platz gebracht bekommen und dabei eine Beinfreiheit genießen, die keine bezahlbare Airline der Welt in ihren Flugzeugen hinbekommt. Ein wenig Luxus darf es schließlich sein, auch wenn die Filmauswahl nicht sonderlich viel hergibt.

Vincent Downs (Gelegenheits-RnB-Rapper Jamie Foxx) und Sean Cass (Rapper T.I.) sind zwei Cops in Las Vegas und nehmen gerade einen Drogen-Transport hoch. Nicht als Teil ihrer Arbeit als Gesetzeshüter, sondern maskiert und mit Waffengewalt um die eigenen Taschen vollzustopfen. Nach einigen Komplikationen merken die korrupten Cops allerdings, dass sie die Drogen der falschen Leute geklaut haben, denn plötzlich sind nicht nur ein verbrecherischer Geschäftsmann und ein Gangsterboss, sondern auch die Dienstaufsichtsbehörde hinter den Beiden her. Zudem wird auch noch Vincents Sohn entführt – natürlich von den Gangstern – und am Ende fragt man sich, wer eigentlich auf welcher Seite steht.

Nein, das ist gelogen. Vom Prinzip her fragt man sich das an keiner Stelle im Film. Es ist von vorneherein klar, dass der Anfangs korrupt dargestellte Jamie Foxx eigentlich ein fürsorglicher, liebevoller und schießwütiger Vater ist, während die Dienstaufsichtsbehörde mehr Dreck am Stecken hat. Dementsprechend reiht sich “Sleepless” in die lange Liste der tausend Cop-Thriller ein, die mit möglichst wenig Mitteln besonders viel wollen, aber einfach kaum liefern.

Klar kracht es an allen Ecken und Enden. Es gibt harte Faustkämpfe. Es gibt Leichen. Aber es gibt auch das Schema F, nach dem der Film abläuft und neben Jamie Foxx einfach eine ganze Reihe uncharismatischer B-Schauspieler wie Scoot McNairy als Gangsterboss Rob Novak, dem zumindest ich die Rolle nicht abgenommen habe. Da ist Michelle Monaghan als Ermittlerin schon fast das Highlight, während auch ein Jamie Foxx mit Sicherheit motiviertere Leistungen in seiner Karriere abgeliefert hat, aber hier auch kein gutes Material bekommen hat.

Am Ende ist “Sleepless” einfach nur ein Remake des französischen Filmes “Sleepless Night – Nacht der Vergeltung” (Originaltitel: “Nuit Blanche”) mit nahezu gleichem Plot und das Hollywood-Debüt des schweizer Regisseurs Baran bo Odar, der zuvor mit “Who Am I – Kein System ist sicher” einen ordentlichen Thriller mit Tom Schilling und Elyas M’Barek in den Hauptrollen fabriziert hat und es eigentlich besser kann.

“Sleepless – Eine tödliche Nacht” ist ein typischer Actionstreifen, der irgendwann Nachts auf RTL 2 läuft und den man sich angucken kann, wenn man nichts Besseres zu tun hat. Man könnte aber auch einfach schauen, ob es bei Netflix oder Amazon Prime nicht bessere Cop-Thriller gibt. Wie “Training Day” zum Beispiel, “Heat” oder sogar “Helden der Nacht – We Own the Night”.

Wertung: 3/10

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