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Review: Sausage Party

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Review: Sausage Party – Es geht um die Wurst
Sausage Party

Regie: Conrad Vernon & Greg Tiernan
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 88 Minuten

“Sausage Party” ist ein Film über Lebensmittel, die in einem Supermarkt leben. Sie haben Augen, Hände und Füße, können reden und beten die Menschen als Götter an. Sie hoffen darauf von den Göttern auserwählt (also gekauft) zu werden um dann ins sogenannte “Great Beyond”, also ins Himmelreich, ins Jenseits gebracht zu werden. Der animierte Streifen – in Deutschland ab 16 freigegeben – hat in Amerika ein R-Rating bekommen, Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren dürfen den Film also nur mit Erwachsenen gucken. Warum? Nun, die Hauptcharaktere sind unter anderem Frank, ein Würstchen und Brenda, ein Hotdog-Brötchen. Und beide wollen sich… tief und innig vereinigen.

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Das Problem allerdings ist, dass Frank und Brenda schon ein wenig fummeln, bevor sie überhaupt auserwählt werden, was laut Aberglaube die Götter erzürnt. Zudem erzählt ein wieder zurück in den Supermarkt gebrachter, umgetauschter Honig-Senf, dass das Jenseits nur ein großer Schwindel ist und die Götter die Lebensmittel töten, wenn sie auserwählt werden. Dies führt zu einem Crash zwischen zwei Einkaufswagen, bei dem unter anderem Brenda und Frank aus dem Wagen fliegen und in einer mehligen Katastrophe beinahe verenden.

Frank und Brenda machen sich dann gemeinsam mit Sammy Bagel Jr. und Kareen Abdul Lavash (einem jüdischen Bagel und einem Lawasch-Brot aus dem mittleren Osten, die sich – natürlich – ständig in den Haaren liegen) auf die Suche nach der Wahrheit hinter den Göttern und dem Jenseits, während sie vom vollkommen zugedröhnten Douche (einer Intimdusche, die man scheinbar in Amerika einfach so im Supermarkt kauft – falls das hier auch so ist, habe ich definitiv eine Bildungslücke) gejagt werden, der ebenfalls im Einkaufswagen war und wütend ist, dass er wegen Frank und Brenda nicht im Jenseits landete.

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Neben Frank und Brenda tauchten auch etliche andere Lebensmittel auf: Da wäre zum Beispiel Firewater, ein indianischer Likör, Teresa del Taco, ein weiblicher Taco, der ein wenig zu sehr auf den prallen Hintern von Brenda steht, ein paar Babykarotten, sowie Gum – ein Kaugummi im Rollstuhl, der an Stephen Hawking erinnert. Der heimliche Star ist Barry, ein etwas zu kurz geratenes, immer ängstliches Würstchen, welches nicht nur das Massaker in der Küche eines Gottes überlebt, sondern auch noch den ultimativen Plan entwickelt, bei dem sich die Lebensmittel letzlich gegen die Götter zur Wehr setzen.

Im Endeffekt ist “Sausage Party” ein absoluter Seth Rogen-Film, der besonders am Ende trotz kurzer Dauer durchaus seine Längen hat. Es wird gekifft, es wird gesoffen, es gibt Witze, die absolut unter der Gürtellinie sind, es gibt heiße Orgien und wie auch in “This Is The End” stellt Seth Rogen hier wieder das Jenseits in Frage und lässt die Lebensmittel ihren Glauben hinterfragen. Für einen animierten Film über notgeile Würstchen ist tatsächlich eine Menge Religion im Spiel, aber auch viele Klischees und zu erwartende Stereotypen, wie etwa deutsches Nazi-Sauerkraut, eine betrunkene, mexikanische Tequila-Flasche, den Konflikt zwischen arabisch-stämmigen und jüdischen Lebensmitteln und so weiter.

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Wenn man auf derben Humor steht, ist der Film eine kleine Erfrischung, denn zwischen den ganzen Disney- und Pixar- und Dreamworks-Filmen ist ein auf der Oberfläche seichter, auch mal unangenehmer Film tatsächlich etwas Anderes. Wenn man allerdings sonst schon nichts mit Seth Rogen, Jonah Hill, James Franco, Danny McBride oder Bill Hader anfangen kann, die im englischen Original den Lebensmitteln die Stimmen geben, dann ist auch “Sausage Party” kein Film, den man sich anschauen sollte.

Wertung: 7/10

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