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Review: Rogue One: A Star Wars Story

Rogue One: A Star Wars Story

Regie: Gareth Edwards
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 133 Minuten

Gewöhnt euch schon einmal daran – nach der erfolgreichen Episode VII aus dem Vorjahr erwarten uns in den nächsten Jahren weitere Filme aus dem Star Wars-Universum. Und auch wenn ich nie ein riesiger Star Wars-Fan war (es ist immer noch gut zwanzig Jahre her, seitdem ich Episode IV, V und VI gesehen habe), bin ich nicht traurig darüber, wenn die Werke weiterhin in solch guter Qualität bleiben, wie “Das Erwachen der Macht” oder nun “Rogue One”.

Die Hauptrolle spielt hier Jyn (Felicity Jones), die Tochter des Wissenschaftlers Galen Erso (Mads Mikkelsen) muss in jungen Jahren mit ansehen, wie ihr Vater vom imperialen Offizier Orson Krennic (Ben Mendelsohn) gefangen genommen wird. Galen wird dazu verdonnert, eine Geheimwaffe mitzubauen, während Jyn sich mehr schlecht als recht durch das Leben schmuggelt. 13 Jahre später berichtet der vom Imperium übergelaufene Pilot Bohdi Rook (Riz Ahmed) von dieser Waffe, die sich als der Todesstern herausstellt. Die Rebellen um den Offizier Cassian Andor (Diego Luna) versuchen Jyn für sich zu gewinnen um so an ihren Vater heranzukommen. Das Ziel ist es, den Todesstern auszuschalten und die imperialen Truppen zu bekämpfen.

Ohne zu viel verraten zu wollen schließt “Rogue One” damit erwartungsgemäß die Lücke zwischen “Episode III: Die Rache der Sith” und dem originalen Krieg der Sterne, der nun als “Episode IV: Eine neue Hoffnung” bekannt ist. Dementsprechend gibt es für Fans der epischen Weltraum-Saga nicht nur nette Easter Eggs und Cameos, sondern auch ein Wiedersehen mit einigen Charakteren aus den restlichen Filmen. Beispielsweise mit Senator Bail Organa (Jimmy Smits), der in Episode II und III eine Rolle spielte, Leia Organa adoptierte und die Rebellion mitgründete. Auch Darth Vader (im Original wieder gesprochen von James Earl Jones) hat einen Auftritt, ist allerdings nicht der Haupt-Bösewicht in “Rogue One”.

Während in den Star Wars-Episoden die Grenzen zwischen Gut und Böse relativ klar gesetzt sind, spielt “Rogue One” deutlich mehr mit Grauzonen. Wenn man den Rebellen dabei zu sieht, wie sie sich eben nicht nur heldenhaft verhalten oder den bösen Offizier voller Zweifel sieht, werden die Charaktere auf mehreren Ebenen interessanter. Tatsächlich fühlt sich “Rogue One” weniger nach heldenhafter Märchen-Saga im Weltraum an, sondern streckenweise wie ein düsterer Kriegsfilm, bei dem es wenig zu beschönigen gibt.

Zu Beginn legt der Film mit verschiedenen Charakteren und unterschiedlichen Planeten ein flottes Tempo vor, was sich in der Mitte des Filmes beruhigt, bevor es am Ende dann eine Schlacht gibt, die durchaus das Wort “episch” verdient hat. Allerdings sind trotz Gesinnungsschwankungen Charaktere dabei, die einfach zu kurz kommen oder im Falle von Saw Gerrera – gespielt von Forest Whittaker – für den Plot nahezu unnötig sind. Auch die asiatischen Krieger Baze Malbus (Jiang Wen) und Chirrut Îmwe (Donnie Yen als Ninja-Jedi) sind zwar da und nett, aber im Endeffekt leider viel zu blass, genauso wie der männliche Gegenpart zu Jyn, Cassian Andor. Vielleicht liegt es auch daran, dass keiner der Charaktere irgendwann noch eine Rolle spielen wird, weswegen man sie nicht zu sehr präsentieren wollte, allerdings fehlt dann in dramatischen Szenen einfach die Emotion, wenn man quasi nichts mit den Leuten verbindet.

Als Ersatz für C-3PO schlüpft Alan Tudyk in die Rolle des umprogrammierten, ehemals imperialen Droiden K-2S0, der oft für gute Lacher sorgt, es oft aber auch einfach zu doll probiert. Aber Comedy ist natürlich immer Geschmackssache. Wenig Geschmackssache ist allerdings, dass bei einem Film, der wahrscheinlich zu 80% am Computer entstanden ist, der hier wieder vorkommende Charakter des Governor Tarkin (in Episode IV gespielt vom bereits 1994 verstorbenen Peter Cushing) leider so dermaßen nach CGI aussieht, dass es einen nicht nur beim ersten Mal komplett herausreißt.

“Rogue One” ist ein gut gemachter Actionfilm, der schon beim Intro zeigt, dass er zum Star Wars-Universum gehört, aber keine Star Wars-Episode ist. Ich habe mich gut, allerdings nicht sehr gut unterhalten gefühlt, vielleicht auch, weil der Film mir viele Fragen beantwortet hat, die ich mir als Nicht-Star Wars-Fan nie gestellt habe. Allerdings ist das Bedürfnis, die alten Episoden zu schauen, erneut aufgeflammt. Vielleicht schaffe ich es ja dieses Mal vor Episode VIII.

Wertung: 7/10

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