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Review: Pokémon Meisterdetektiv Pikachu

Pokémon Meisterdetektiv Pikachu
Pokémon Detective Pikachu


Trailer

Regie: Rob Letterman
Erscheinungsjahr: 2019
Laufzeit: 104 Minuten

Pokémon – das weltweite Videospiel-Phänomen in welchem man kleine, knuddelige Tiere in enge Bälle zwängt, um sie dann in einem wahnsinnigen und actionreichen Kampf gegeneinander antreten zu lassen. Während sich die Prämisse in den Hauptspielen nie wirklich geändert hat (“Gotta catch ’em all!”), gibt es aus dem Hause Nintendo etliche Ableger mit anderen Prinzipien. Puzzlespiele, Mystery Dungeon und vor knapp drei Jahren dann Meisterdetektiv Pikachu. Der gelbe Pika-Pika-Fellball konnte sprechen und gemeinsam mit ihm musste man Rätsel lösen… vermute ich, ich habe das Spiel nie gespielt.

Allerdings habe ich den Film gesehen, dessen Produktion nur wenige Monate nach Release des dazugehörigen Videospiels begann und ehrlich gesagt hatte ich wenig über die Story im Vorfeld gelesen und der einzige Hype bestand wohl daraus, dass Pikachu im Film von Ryan Reynolds gesprochen wurde, was sich im Trailer so anfühlte, als wäre Deadpool in einer FSK 6-Fassung und in einem anderen Körper gefangen.

So merkwürdig wie die Prämisse klingt, so startete auch der Film. Tim (Justice Smith) war früher einmal ein hoffnungsvoller Pokémon Trainer, doch er gab diesen Traum sehr zum Leidwesen seines Kumpels Jack (Karan Soni, Dopinder aus den Deadpool-Filmen) nach dem Tod seiner Mutter auf. Jack will seinen Kumpel nun wieder animieren will, doch wieder ein paar Pokémon zu fangen, dann erreicht Tim die Nachricht, dass auch sein Vater verstorben sei – der Polizist überlebte einen Autounfall nicht. Tim reist also nach Ryme City, wo sein Vater stationiert war und will sich um den Nachlass kümmern. Er erlebt eine Stadt, in der Menschen und Pokémon Seite an Seite leben, Niemand ist ein Trainer, es gibt keine Kämpfe und alles scheint friedlich. Hier trifft Tim auf Lucy (Kathryn Newton), die als Reporterin mit einem Enton als Partner-Pokémon an ihrer Seite nach einer großen Story sucht.

Diese scheint sich bald zu offenbaren, denn Ryme City wird vom Vater-Sohn-Gespann aus Howard (Bill Nighy) und Roger Clifford (Chris Geere) geführt und während alles idyllisch wirkt, scheint doch mehr hinter deren Firma Clifford Enterprises, aber auch hinter dem Tod von Tims Vater zu stehen. Und dann taucht auch noch ein sprechendes Pikachu auf. Gemeinsam wollen Tim – der im Übrigen der Einzige ist, der das Pikachu verstehen kann – und der Elektronager den Fall lösen.

Das Positive zu Beginn: Ich hasse Pantimos. Pantimos ist das schlimmste Pokemon, was es gibt. Ein verdammter, menschlich wirkender Pantomime, der nichts kann. Der Film schafft es in einer Szene, Pantimos nicht nur sympathisch, sondern auch extrem lustig darzustellen, deswegen also Hut ab!

Mein Hauptproblem mit dem Film ist nicht, dass ich nicht die Zielgruppe bin – die sich sowieso nur schwer definieren lässt. Es ist kein reiner Kinderfilm und Pokémon begeistert nun eben Erwachsene, die mit den Spielen aufgewachsen sind und Kinder gleichermaßen. Sondern eher, dass in dem Film so viele Sachen passieren, die nicht nur auf den ersten Blick unlogisch wirken, dass es mich mehrfach komplett aus der Immersion gerissen hat und ich mich über ein zu bequemes oder faules Drehbuch geärgert habe, wo einfach viel mehr drin gewesen wäre.

Tatsächlich stört mich das Motiv des Bösewichtes am Meisten, welches am Ende einfach sehr unklar bleibt. Zumindest in Teilen. Während – ohne groß zu spoilern – sein Hauptmotiv recht klar ist, besteht sein Plan aus einem zweiten Teil, der alle Lebewesen in Ryme City nachhaltig beeinflusst, was einfach weder notwendig war, noch in irgendeiner Form erklärt wird, warum genau er das tut? Es passiert um am Ende einen bedrohlichen Climax zu haben – allerdings steht und fällt ein Film in meinen Augen mit dem Bösewicht und dieser hier ist so eindimensional gezeichnet und ohne nachvollziehbare Motive, dass es mir schwerfällt, ihn ernstzunehmen.

Natürlich lebt der Film deutlich von Ryan Reynolds und seiner Arbeit und würde wahrscheinlich ohne ihn im Rücken bedeutend weniger Aufmerksamkeit reagieren, das war also marketingtechnisch ein guter Schachzug. Sowohl in der englischen Original-Fassung, aus auch in der deutschen Synchronisation wurde hier gute Arbeit geleistet.

Insgesamt ist der Film enorm bunt und lebt von seinen Pokémon-Auftritten und dass man die Figuren anstatt gezeichnet mal in einem “realistischen Rahmen” sieht. Das war definitiv etwas für die Kinderaugen und das Design ist zum Großteil wirklich gelungen. Und wenn das halbe Kino beim finalen Plottwist – den natürlich nieeeeemand erwartet hat – die Hände vor das Gesicht schlägt, ist auch alles gesagt.

Meisterdetektiv Pikachu kann man sich mal angucken, aber es gibt schon einen Grund, warum der größte Hype um den Film nach wenigen Tagen komplett verflacht ist. Ein wenig Charme ist da, aber absolut nichts an dem Film ist nachhaltig und demenstprechend wird er wahrscheinlich schnell wieder in Vergessenheit geraten.

Wertung: 5/10 Punkte

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