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Review: Nerve

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Review: Nerve

Regie: Henry Joost & Ariel Schulman
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 96 Minuten

Vee (Emma Roberts) ist das typische Mauerblümchen und gehört nicht unbedingt zu den populärsten Mädchen auf ihrer High School. Ganz im Gegensatz zu ihrer besten Freundin Sydney (Emily Meade), die Teilnehmerin des neuen Online-Spiels “Nerve” ist und dort von den Zuschauern wahnsinnige Aufgaben gestellt bekommt, die sie bewältigen und per Livestream dokumentieren muss, dafür aber ordentlich entlohnt wird. Nachdem Vee mal wieder aufgezogen wurde und das Geld auch noch knapper wird, meldet sie sich ebenfalls bei “Nerve” an – aber nicht als Watcher, sondern als Player. Unterstützt von ihrem besten Kumpel Tommy (Miles Heizer) – der nicht nur Dauergast in der Friendzone ist, sondern offensichtlich auch Profi-Hacker, Gelegenheitsstalker und Ortskundiger im Deep Web ist – stellt sich Vee nun den Aufgaben der sensationsgeilen Meute und lernt dabei mit Ian (Dave Franco) einen weiteren Player kennen. Gemeinsam bestehen die Beiden Prüfungen und kommen sich dabei – natürlich – auch näher.

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Adrenalin, Action und ein ganzes Stück kitschige Teenie-Romanze. Dabei macht “Nerve” einiges sogar ziemlich richtig: So unwahrscheinlich ist solch ein Onlinespiel mit Selbstdarstellungswahn gar nicht. In Zeiten, in denen Leute sich beim “Pokémon Go”-Spielen per Twitch ins Internet streamen und dabei im New Yorker Central Park überfallen werden könnte ein Spiel wie “Nerve”, bei dem Zuschauer Herausforderungen stellen und Geld auf die Spieler setzen, tatsächlich existieren. Der ganze Film, der definitiv den Zeitgeist trifft, wird mit bunt leuchtenden Neonfarben und Effekten so aufgepeppt, dass es wirklich wie ein grelles Videospiel wirkt. Auch machen sowohl Emma Roberts, noch James Francos jüngerer Bruder Dave, der bereits in der letzten Staffel von “Scrubs” oder “Die Unfassbaren” Auftritte hatte, ihre Sache ziemlich gut, wirken frisch und sympathisch.

Was man dem Film allerdings neben dem Kitsch vorwerfen könnte, ist das sozialkritische Themen wie die Mobbildung in den sozialen Netzwerken tatsächlich nur oberflächlich angerissen und durch eine “emotionale” Brandrede zerpflückt werden. Themen, wie das tatsächlich existente Deep Web werden durch die “Hackerskills” einiger Charaktere ins Lächerliche gezogen – einen wirklichen Pay-Off gibt es eigentlich auch nicht, da Niemand für irgendwas zur Rechenschaft gezogen wird. Stattdessen wird mit dem Zeigefinger mahnend gewedelt und das war es dann.

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Dafür dürfen sogar zwei Musiker in diesem Film mitspielen. Auf der einen Seite Rapper Machine Gun Kelly, der seine Sache als kleiner Widersacher Ty ordentlich macht, obwohl er einfach nur das Spiel gewinnen will. Auf der anderen Seite die Rockröhre Juliette Lewis, die kaum noch mit ihrer Band “Juliette & The Licks” auftritt und in Filmen wie “Natural Born Killers”, “From Dusk Till Dawn” und “Kap der Angst” eine wesentlich bessere Rolle gespielt hat, als hier. Hier war ihre Rolle nämlich absolut überflüssig.

“Nerve” tänzelt zwischen Videospiel und Gesellschaftskritik und macht nichts davon besonders herausragend. Dennoch ist der Film durchaus unterhaltsam, macht zwischendurch sogar richtig Spaß und hat einen exzellenten Soundtrack von Rob Simonsen, die absolut zum Look des Films passen. Wer also einen netten, kleinen Actionfilm mit Teenies in den Hauptrollen sehen will, macht mit “Nerve” nicht viel falsch. Aber mit zu großen Erwartungen sollte man auch nicht an den Film gehen.

Wertung: 5/10

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