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Review: NBA 2K17

Zum 18. Mal schickt 2K Sports gemeinsam mit Visual Concepts Fünferteams gegeneinander auf die spektakuläre Jagd nach Punkten. Die NBA 2K-Reihe ist jährlich das Nonplusultra aller Sportsimulationen und hat sich diesen Platz redlich erarbeitet – trotz Aussetzer wie der von Spike Lee entworfenen Geschichte im MyCareer-Modus aus dem Vorjahr.

Für Jemanden, der mit Basketball sonst nicht sonderlich viel am Hut hat, können die vielen Spielmöglichkeiten des Ablegers durchaus überfordern. MyLeague, MyCareer, MyGM, MyTeam. Doch am Ende zählt, was auf dem Platz passiert und besonders da kann das Spiel überzeugen, wie kaum ein anderes Sportspiel. Von der PreShow vor dem eigentlichen Spiel über Interviews in den Pausen zwischendurch, von den unterschiedlichen Arenen bis zu Choreographien der Cheerleader. Die Präsentation des eigentlichen Sports ist unglaublich gelungen, was auch die verschiedenen Kommentatorenteams für die unterschiedlichen Hallen beweisen. Und auf dem eigentlichen Platz? Da geht es um mehr als nur nach vorne preschen und den Ball ins Netz hämmern.

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Basketball ist ein atemberaubender, energiegeladener Sport. Allerdings steckt dahinter auch eine Menge Taktik. Manndeckung, Finten, Körpereinsatz, zur richtigen Zeit zum Block ansetzen, den defensiven Rebound holen, den Ball geschickt passen und dann im entscheidenen Moment zum Wurf ansetzen. Individuelle Fehler werden sofort bestraft, denn dann lädt man den Gegner zum Kontern ein. Besonders, wenn man direkt im Karriere-Modus einsteigt, wird man schwer damit zu kämpfen haben, von seinen Mitspielern den Ball zu bekommen, zu punkten oder überhaupt die Anforderungen des Trainers zu erfüllen.

Trotz der Herausforderungen macht NBA 2K17 unheimlichen Spaß, besonders wenn Spielzüge tatsächlich klappen, weil die mitspielende KI sich im richtigen Moment freiläuft und der Korbleger eingenetzt wird. Aber man sollte schon ein grundsätzliches Verständnis von Basketball haben, wenn man nicht nur nebenbei ein paar Partien spielen, sondern auch wirklichen Erfolg und Fortschritt haben möchte. Hier bietet sich auch der 2KU-Modus an, bei welchem nicht nur die Steuerung erklärt wird, sondern auch andere elementare Dinge des Basketballs näher gebracht werden, die dem nordamerikanischen Basketball-Fan geläufig sind, aber für den Gelegenheitszocker wie mich komplette Fremdworte waren, wie etwa “Pick and Roll”.

Neben den einfachen Exhibition Matches, bei denen man natürlich aus allen aktuellen NBA-Teams, aber auch aus klassischen Teams wie die Chicago Bulls um 1995 oder die Boston Celtics um 1985, sowie 21 EuroLeague Teams (u.a. ALBA Berlin, FC Bayern München, FC Barcelona Lassa) wählen, gibt es in NBA 2K17 etliche andere Spielmodi. Da wäre beispielsweise MyTeam, eine Anlehnung an Fifas “Ultimate Team”. Man zieht Sammelkarten und versucht hierbei das stärkste Basketball-Team aufzubauen, spielt gegen andere Teams, verdient hierbei Punkte mit denen man sich neue Karten holen kann.

Im MyGM- und im MyLeague-Modus übernimmt man ein Basketball-Team und spielt komplette Saisons. Hier kann man Spieler transferieren, nimmt am Draft teil und versucht an die Spitze des Sports zu gelangen. Tatsächlich gibt es hier die Möglichkeit nicht nur ein bestehendes Team zu spielen, sondern auch ein Team selbst zu erfinden.

Das Herzstück ist wie in jedem Jahr der MyCareer-Modus. Mit einer Gratis-Demo, dem sogenannten Prelude, konnte man vor Release bereits die ersten Schritte des neuen Talentes gehen, der auf dem College versucht zu beeindrucken um eine gute Position im anstehenden Draft zu ergattern. Hierbei gibt es Freunde und Rivalen, die man im Verlauf der Geschichte immer wieder trifft. Im Gegensatz zum Vorgänger wurde der Fokus hier wieder mehr auf den Sport, anstatt auf eine klischeebehaftete Geschichte gelegt. Geschrieben von Aaron Covington, der bereits das Skript zum Film “Creed” geschrieben hat und mit den Schauspielern Michael B. Jordan und Hannibal Buress gibt es hier Standardkost in hoher Qualität. Negativ sind hierbei die Ladezeiten oder ewig gleiche Animationen, bei denen der Spieler beispielsweise die Tasche aufhebt und sein Heim verlässt. Jedes Mal.

Zwischen den Spielen, bei denen man Anfangs natürlich wenig Einsatzzeiten bekommt, kann man mit seinen Teamkameraden recht abwechslungsreich trainieren und steht immer vor der Wahl, ob man an seiner Popularität oder an seinen Werten arbeitet. Es ist also immer etwas zu tun. Allerdings wären auch darüber hinaus etwas mehr Entscheidungsfreiheiten gut für den lebhaften Modus gewesen. Auch, dass sich 90% der Kommunikation mit dem Rest der Welt über das Smartphone abspielt, wo man dann vielleicht mal zwischen zwei Antworten wählen kann, die aber kaum einen Unterschied machen, wirkt etwas lieblos. Auch sind Videoeinspieler oder Halbzeitansprachen nett gemacht, aber eine Option zum Überspringen wäre auch nett. Dies sind allerdings nur störende Kleinigkeiten.

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Man kann nicht oft genug betonen, wie fantastisch das Spiel aussieht und wie gut die gesamte Präsentation ist. Ich als Fan der WWE-Reihe wünsche mir solch eine Liebe zum Detail auch bei WWE 2K17, wo man allerdings kaum eine Stimmung in den Hallen hat und alleine die Einzüge der Wrestler im Detail überhaupt nicht so wirken, wie in echt. NBA 2K17 hingegen hat eine unglaubliche Stimmung während der Spiele und besticht durch gelungene Aufmachung davor, dabei und danach.

Wer also tatsächlich Lust auf mal ein anderes Sportspiel hat, macht mit NBA 2K17 absolut nichts falsch. Es macht Spaß, es sieht fantastisch aus und es ist herausfordernd. Ein durch und durch gelungenes Spiel für Einzelspieler oder im Duell mit Freunden auf der Couch.

Wertung: 8/10

 

Das Spiel wurde mit freundlicher Unterstützung durch Gärtner PR auf der Xbox One getestet.
Das Bildmaterial wurde von 2K zur Verfügung gestellt.

NBA 2K17 ist seit dem 20. September 2016 für Xbox One, PlayStation 4 und den PC erhältlich.

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