Reviews, viddymovies

Review: John Wick: Kapitel 3

John Wick: Kapitel 3
John Wick: Chapter 3 – Parabellum

Trailer
Regie: Chad Stahelski
Erscheinungsjahr: 2019
Laufzeit: 131 Minuten

Es war einmal ein Mann, der trauerte um seine Frau und hatte ein schönes Auto und einen kleinen Hundewelpen. Und als ein paar Bösewichte ihm das Auto nahmen und den Hund töteten, rächte sich der Mann und brachte die ganze Bande um. Das ist John Wick.

Mittlerweile flimmert der dritte Teil der Saga über die Leinwände und zu Beginn gleich der Hinweis: Ja, man sollte John Wick 2 gesehen haben, bevor man sich Kapitel 3 zur Gemüte führt. Denn der Trilogie geht es ein bisschen wie “Fluch der Karibik”: War Jack Sparrow in Teil 1 noch ein einfacher Pirat, der sich gegen seine alte Crew rächen wollte, fand er sich in Teil 2 und 3 plötzlich zwischen Piratenfürsten, merkwürdigen Münzen, einem Bösewicht und einem noch größeren Bösewicht wieder. Und so abstrus wie die einst simple Geschichte wurde, ist es auch ein bisschen bei John Wick: Kapitel 3.

John Wick (Keanu Reeves) tötete also den russischen Mob, legte sich mit der italienischen Mafia an und wir erfuhren, dass John einst Teil einer Organisation war, ausgetreten ist, aber dadurch, dass er wieder aktiv wurde, dann doch irgendwie wieder reingerutscht ist. Da er ein paar Regeln gebrochen hatte, wurde am Ende von Teil 2 klar, dass die Organisation nun ordentlich Jagd auf Wick macht – und genau das passiert nun im dritten Teil, der nahtlos an Kapitel 2 anschließt.

John flieht und tötet sich den Weg in New York City frei um bei einer alten Bekannten (Anjelica Huston) eine Freifahrt nach Marokko zu bekommen. Hier trifft er auf eine andere alte Bekannte (Halle Berry), die Jemanden kennt, der Jemanden kennt, der Jemanden kennt, der den Ältesten der Organisation – der sogenannten Hohen Kammer – kennt. John will so irgendwie dafür sorgen, dass das auf ihn aufgesetzte Kopfgeld nichtig wird. Allerdings gelingt ihm das nicht so wirklich, schließlich muss er sich aus jeder Situation ohnehin mit brachialer Gewalt befreien.

Derweil macht eine Richterin der Organisation (Asia Kate Dillon) Hausbesuche bei den Leuten, die John unterstützt haben. Angefangen bei dem Chef des Continentals (Ian McShane) und beim Bettlerkönig (Laurence Fishburne), denen sie mitteilt, dass sie sich um ihre Nachfolge kümmern sollen. Sie werden abgesetzt. Die Richterin heuert ein paar asiatische Söldner um ihren Anführer Zero (Mark Dacascos) an und am Ende kommt es natürlich zum Showdown. Boom. Blut überall. Yeah!

So polemisch, wie ich die Story beschreibe, so hinfällig ist es auch eigentlich, darüber zu diskutieren. Bei Actionfilmen ist für mich die Devise “Weniger ist mehr” und hier kommen immer weitere Schichten und immer weitere Gruppierungen hinzu, man versucht ganz viel schwarz und weiß zu vermischen und mich hat es eher abgetörnt, als angesprochen.

Ganz im Gegensatz aber zur Ästhetik des Filmes. Und abgesehen von den wirklich gut umgesetzten (aber auch extrem häufigen) Baller- und Kampfsequenzen bietet der Film wirklich schöne Bilder. John Wick, wie er durch den Regen rennt und schießt, die Sequenzen in der Wüste, der finale Kampf im Continental. Regisseur Chad Stahelski hat wirklich ein fantastisches Auge, was allerdings bei seiner Vita kein Wunder ist. Für einen Actionfilm ist John Wick: Kapitel 3 wirklich sehr, sehr schön anzusehen.

Wenn man also – was man bei solch einem Film auch sollte – wegschauen kann, dass die Geschichte nun nicht sonderlich bahnbrechend ist und an vielen Stellen sogar viel zu dick aufgetragen ist und wenn man zwischendurch ausblenden kann, dass wir uns nicht in der Matrix befinden und John Wick wenn schon nicht bei der Aktion, wenn auch nicht bei der anderen Aktion, aber dann DEFINITIV BEI DIESER LETZTEN AKTION hätte drauf gehen sollen (ihr werdet wissen, welche ich meine), dann werdet ihr mit dem Film eine Menge Spaß haben.

Wertung: 6/10 Punkte

Previous Post Next Post

You Might Also Like