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Review: Jigsaw


Jigsaw

Regie: The Spierig Brothers
Erscheinungsjahr: 2017
Laufzeit: 92 Minuten

Huch, da isser wieder. Der Mann, der sündige Personen durch Foltermaschinen knechtet und verspricht, sie dabei zu besseren Menschen zu machen, wenn sie es überlesen. Wenn nicht, schneidet er ihnen halt akribisch ein Puzzleteil aus der Haut und stellt sie dann zur Schau. Jigsaw is back, baby.

In der größten Scheune der Welt wachen fünf Personen mit Ketten um den Hals auf und werden mechanisch auf Kreissägenblätter gezogen. Die einzige Möglichkeit zu entkommen? Sie müssen ihre Sünden gestehen und ein Blutopfer bringen. Während vier der Leute dies machen, wacht der eine viel zu spät auf und stirbt einen grausamen Tod. Die anderen vier spielen das Spiel weiter und werden scheinbar vom Jigsaw-Killer (Tobin Bell) durch die Scheune gejagt. Die Leichen der Mitspieler werden von der Polizei gefunden und die Detectives Halloran und Hunt versuchen mit Hilfe der Forensiker Logan und Eleanor auf die Spur des Killers zu kommen, der scheinbar tatsächlich der berüchtigte Killer ist. Jigsaw ist doch seit 10 Jahren tot, wie kann er dann wieder da sein und Leute hinrichten?

Der Film versucht ein Konstrukt aufzubauen, bei dem Jede und Jeder der Bösewicht sein kann, aber am Ende es nicht ist. Oder doch? Eleanor (Hannah Emily Anderson) zum Beispiel ist das absolute Fangirl von Jigsaw und kauft mit ihrem üppigen Gehalt als Assistentin die alten Foltermaschinen von Jigsaw auf dem Flohmarkt des Dark Nets. Detective Halloran (Callum Keith Rennie) ist natürlich der schmierige Cop, korrupt und hat einigen Dreck am Stecken – was man weiß, wenn man ihn das erste Mal sieht. Noch schlimmer ist eigentlich nur die Auswahl der spielenden Personen. Das Budget von 10 Millionen US-Dollar ist definitiv nicht für talentierte Schauspieler draufgegangen, aber das Lowlight des Filmes ist mit Abstand der – natürlich gibt es sie in jedem Film mit einer zusammengewürfelten Truppe, siehe SAW II oder Cube – dominante, rücksichtslose Ryan, gespielt von Paul Braunstein, der so dermaßen übertreibt in seinem Schauspiel dass ich mich echt frage, was die Regisseure gemacht haben, als seine Szenen gedreht wurden. Overacting at it’s best. So sehr, dass es zu Lachern im Kino führt. Gestik, Mimik – der Mann dürfte mit der schlechteste “Schauspieler” sein, den ich in meinem Leben je gesehen habe.

Den “Twist” am Ende des Filmes riecht man durch einen Sandsturm hindurch. Und er wirft eine Menge Fragen auf, die man sich bei diesem Franchise sowieso nicht stellen sollte. Aber: Wenn Jemand vor zehn Jahren bereits zum Handlanger des Jigsaw-Killers wurde… wo war er dann in den vorherigen sieben Filmen? Im Urlaub?

Der Versuch, die SAW-Reihe mit dem achten Teil wiederzubeleben, war zumindest ein finanzieller Erfolg. Doch ein weiterer Teil wird es nach diesem miesen Stück Film schwer haben mir noch einmal das Geld aus der Tasche zu ziehen. Unfassbar schlechte Schauspieler, vergleichsweise schwacher Soundtrack, lahmer Plot mit unzähligen Lücken, die im Gegensatz zu den alten SAW-Teilen aber auch nicht spannend genug sind, als dass man da hoffnungsvoll irgendwelche Antworten erwartet.

Diesen Film gilt es von vorne bis hinten zu vermeiden. Schade, dass ich es nicht getan habe.

Wertung: 1/10

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