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Review: Insidious: The Last Key


Insidious: The Last Key

Regie: Adam Robitel
Erscheinungsjahr: 2018
Laufzeit: 102 Minuten

Ich bin mir sehr sicher, dass ich den ersten Teil der “Insidious”-Reihe irgendwann mal gesehen habe. Ich bin mir sogar recht sicher, dass ich das zweimal gemacht habe, weil ich mich an das erste Mal nicht bewusst erinnern konnte. Einen wirklich bleibenden Eindruck hat der Film, der in erster Linie aus der Feder von James Wan und Leigh Whannell stammt (die auch den Großteil der SAW-Reihe verbrochen haben) nicht hinterlassen, aber hey – das ist immerhin auch schon gut sieben Jahre her.

Ich habe in meinem Profil bei Moviepilot gestöbert, wo ich den Film tatsächlich bewertet habe – mit einer grandiosen 3/10. Und auch wenn ich den Film zweimal gesehen habe, habe ich weder die Hauptdarstellerin Lin Shaye als Elise Rainier, noch ihre beiden Geisterjäger-Freunde Tucker (Angus Sampson) und Specs (Leigh Whannell höchstpersönlich, der in seinen eigenen Filmen mitspielen muss und einer der schlechtesten Schauspieler ist, die es gibt) wieder erkannt. Kurz gesagt: Ich bin alles Andere als ein Fan dieser Reihe. Nicht einmal ein Kenner.

Der vierte Film spielt wohl zeitlich irgendwann zwischen dem dritten und dem ersten Teil, weil es total lustig ist, die Chronologie komplett über den Haufen zu werfen, nicht wahr Fast & Furious? Am Anfang gibt es einen kleinen Rückblick in die Kindheit von Elise und ihre ersten paranormalen Erfahrungen. Natürlich muss sie dann in diesem Film an die Stätte ihrer Alpträume zurückkehren – in ihr altes Elternhaus, in welchem ihr Vater sie geschlagen hat, ihr kleiner Bruder ein ängstlicher Haufen war und ihre Mutter verstorben ist. Dort trifft Elise, die als Jugendliche dann ausgerissen ist, ihren kleinen Bruder wieder. Keine Ahnung wer das Casting da verbrochen hat und auch wenn Bruce Davison in echt jünger ist, als Lin Shaye, so sieht er einfach gute zehn, fünfzehn Jahre älter aus. Seine Kinder Imogen und Melissa – die Schauspielerinnen sind zwischen 25 und 30 – sehen aus wie Minderjährige und werden natürlich von den an der 40 kratzenden Geisterjäger Tucker und Specs aufs Heftigste angeflirtet, dass es schon fast unangenehm ist.

Unangenehm ist auch der Sprung mitten im Film zwischen paranormalen Erlebnissen und nicht ganz so normalen Wahnvorstellungen von Elise, bei denen man sich dann im Nachhinein fragt, wie eine an sich im Haus gefesselte Person herumlaufen und für – tatsächlich ganz gute – Jumpscares sorgen kann, obwohl sie doch eigentlich kein Geist ist. Momente, die so abstrus sind, dass ich mitten im Film Notizen machen musste, gab es Zuhauf. Beispielsweise, warum ein wichtiger Schlüssel für eine Tür, die man nicht betreten darf, modrig voller Spinnweben an einer alten Uniform hängt, obwohl der Schlüssel sicherlich vor Kurzem benutzt wurde oder vielleicht besser nicht so offensichtlich herumhängen sollte. Oder warum eine kleine Pfeife unter einem Bett gefunden wird, in einer Hand fotografiert und dann um den Hals gehangen wird, aber dann Person X, die davon ausgehen muss, dass Person Y diese Pfeife noch immer hat, diese dann wie ein Idiot im Haus sucht. Oder warum die verstorbene Mutter eine Superheldin ist, warum Elise offensichtlich Jedi-Kräfte hat und sich die permanente Schuld an Dingen gibt, für die sie gar nichts kann.

Letztendlich sind alle irgendwie besessen. Die Dämonen zwingen andere Menschen ganz böse Dinge zu tun und so ist am Ende auch Elises gewalttätiger Sauf-Papa doch eigentlich ein guter Mensch, Elise und ihr Bruder haben sich am Ende lieb und Leigh Whannell, James Wan und Konsorten fühlen sich gezwungen, das Franchise fortzusetzen, welches komplett an mir vorbei gegangen ist.

Sicherlich hat die Reihe viele Fans. Sicherlich gibt es tatsächlich ein paar echt gute Jumpscares und Gruselmomente. Es wird alles ausgepackt, was im Genre Klassiker sind: Schlechte Videokameras, schlechte Richtmikrofone, Dunkelheit. Und zugegebenermaßen: Lin Shaye (übrigens die extravagante Magda aus “Verrückt nach Mary”) spielt ihre Rolle sehr gut. Da hört es dann aber auch mit schauspielerischen Glanzleistungen auf.

Mal abgesehen von vielen Lücken im Plot, die man aus Faulheit und in der Hoffnung, dass da sowieso Niemand je darüber nachdenken wird, drin gelassen hat und vom unfassbar miesen Casting hat Insidious: The Last Key etwas geschafft, was der erste Teil der Reihe nicht vermag. Ich werde mich eine Weile an ihn erinnern. Und daran, wie schlecht er war. Und deswegen ist die folgende Wertung gleichermaßen ein Kompliment und eine Warnung.

Wertung: 2/10

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