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Review: Inferno

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Inferno

Regie: Ron Howard
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 121 Minuten

Bereits zum dritten Mal schlüpft Tom Hanks in die Rolle des Symbologie-Professors Robert Langdon um ein Buch von Dan Brown zum Leben zu erwecken. Und bereits zum dritten Mal führt Ron Howard dabei Regie, der seinen Star durch etliche Zusammenarbeiten natürlich in- und auswendig kennt. Im eigentlich vierten Buch über Langdon erwacht dieser im Krankenhaus in Florenz mit einer Kopfverletzung und ungeheuren Schmerzen. Er hat weder eine Ahnung, wieso er in einem Krankenbett liegt, noch wie er überhaupt nach Italien gekommen ist. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt allerdings nicht, denn während die Ärztin Sienna Brooks (Felicity Jones) ihm die Situation erklärt und er von endzeitlichen Visionen geplagt wird, stürmt eine als Polizei verkleidete Killerin namens Vayentha (Ana Ularu) das Krankenhaus, erschießt Dr. Brooks’ Kollegen und versucht auch Langdon zu töten. Gemeinsam mit Dr. Brooks kann er zwar fliehen, als er aber in seiner Kleidung ein kleines Röhrchen findet, in welchem man biologische Proben transportiert, versucht er verzweifelt zu verstehen, in welche Sache er nun wieder hereingeraten ist.

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Wie es sich herausstellt, hat ein Wissenschaftler namens Dr. Bertrand Zobrist (Ben Foster) ein immenses Problem mit der Überbevölkerung der Erde und hat sich dem Problem angenommen, indem er einen Virus erschaffen hat, der einen Teil der Weltbevölkerung ähnlich der Pest auslöschen soll. Hinter Langdon ist nicht nur die Killerin her, sondern auch ein dubioser Geschäftsmann (Irrfan Khan), die Direktorin der Weltgesundheitsorganisation Dr. Elizabeth Sinskey (Sidse Babett Knudsen) und der skrupellose Christoph Bouchard (Omar Sy). Gemeinsam mit Dr. Brooks versucht der Professor nun, die Bedrohung durch das Pathogen aufzuhalten, was ihn nicht nur quer durch Florenz, sondern auch nach Venedig und Istanbul führt.

Überraschenderweise treten in diesem Film nicht nur die in den beiden Werken (und den ersten beiden Langdon-Büchern zuvor) vorherrschenden religiösen Elemente vollkommen in den Hintergrund. Abgesehen von “Dante’s Inferno”, dem namensgebenden Sinnbild der Hölle aus Dante Alighieris “Göttliche Komödie” und dem nebensächlichen Besuch diverser Museen, die mal Kirchen waren, war es das in diesem Film eigentlich auch mit irgendwelchen Symbolen. Auch Langdons Amnesie führt dazu, dass sich der Symbologie zwischendurch weder an das Wort “Kaffee” erinnert, noch große Rätsel entschlüsseln kann und muss, sondern vom Prinzip eine Textzeile liest und dieser nur folgt. Vorbei sind die Rätsel, vorbei ist die Schnitzeljagd, stattdessen wird durch die Locations gerast, wie man es eben tut, wenn man mehrere Verfolger hat.

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Ich war vor gut zehn Jahren ein riesiger Fan der Thriller von Dan Brown. Ich habe “Illuminati” verschlungen und halte den Plottwist für einen der Besten, die ich je gelesen habe (auch wenn man den im Film vollkommen verhunzt hat, weil man einen wichtigen Nebencharakter einfach gestrichen hatte). “Sakrileg”, bzw. “The Da Vinci Code” war auch super, während ich “Meteor” und besonders “Diabolus”, die nichts mit Robert Langdon zu tun haben, fast noch besser fand. Das dritte Langdon-Buch namens “Das verlorene Symbol”, habe ich nur zum Teil gelesen, doch die Freimaurer-Thematik hat mich nicht sonderlich interessiert. “Inferno” habe ich angefangen, allerdings nie beendet, als ich mir allerdings die Zusammenfassung durchgelesen habe, war ich schon enttäuscht über einige der Unterschiede zwischen dem Buch und dem Film. Besonders den Charakter von Dr. Sienna Brooks hat man in meinen oberflächlichen Augen total verwässert und einen unheimlich interessanten Aspekt einfach entfernt.

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Insgesamt ist “Inferno” ein handwerklich ganz ordentlich gemachter Film, aber deutlich einer der schwächeren Filme von Ron Howard, einer der schwächeren Filme mit Tom Hanks und der schwächste Teil der Serie. Auch Komponist Hans Zimmer liefert einen Soundtrack ab, der zur Mittelmäßigkeit des Films wie die Faust aufs Auge passt. Die schnellen Schnitte nicht nur bei Langdons Visionen wirken nicht als verwirrendes Stilmittel, sondern teilweise nervig. Am meisten gestört hat mich allerdings, dass ich am Ende mit einem vollkommen anderen Gefühl aus dem Film gegangen bin, als aus den Dan Brown-Verfilmungen zuvor. Besonders bei “Illuminati” war es anschließend durch Rom zu laufen und sich die Sehenswürdigkeiten, die mit Symbolen der Illuminaten gespickt waren, vor Ort zu besuchen. In “Inferno” sind jegliche Bauwerke nur Beiwerk, kaum relevant und es gibt kaum Rätsel zu lösen. Der kryptische Zauber fehlt vollkommen, womit dem Film auch eine ganze Spur Charme der Vorgänger abhanden gekommen ist.

Wertung: 5/10

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