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Review: Idiocracy

Idiocracy

Regie: Mike Judge
Erscheinungsjahr: 2006
Laufzeit: 84 Minuten

Vor, während und nach der Wahl der aktuellen US-Pappnase Donald Drumpf wurde viel darüber geschrieben, wie wir uns denn nun auf das Szenario dargestellt in “Idiocracy” zubewegen. Da ich bis zu diesen Äußerungen noch nie etwas von diesem Film gehört habe, konnte ich mit dieser Bezugnahme nicht sonderlich viel anfangen, nutzte aber nun die Gelegenheit, die über zehn Jahre alte Satire aus der Feder des “Beavis & Butt-Head”-Schöpfers Mike Judge anzuschauen.

Joe Bauer (Owen Wilson) ist der durchschnittlichste Mann der Welt – Grund genug für die US Army, für die er als Bibliothekar arbeitet, ihn für ein Kälteschlaf-Experiment auszuwählen. Ein Jahr lang sollen er und die Prostituierte Rita (Maya Rudolphs) eingefroren werden, doch anstatt im Jahr 2006 aufzuwachen, schlummern die Beiden exakt 500 Jahre und tauen erst im Jahr 2505 wieder auf. Die Gesellschaft ist in den Jahrhunderten komplett verdummt. Primitive Unterhaltungssendungen, primitive Sprache, primitives Denken. Und so wird aus Joe Bauer, dem absolution Durchschnittsmenschen im Jahr 2005 fünf Jahrhunderte später der intelligenteste Mensch der Erde, der nun aber einige Probleme zu lösen hat.

Tatsächlich ist schnell erkennbar, warum der vor knapp einer Dekade veröffentlichte Film als düstere, aber durchaus nicht unrealistische Zukunftsvision angesehen wird. Tatsächlich wird das TV-Programm streckenweise immer dümmer, die Menschen miteinander teilweise emotionsloser. Der Humor ist natürlich komplett over the top und Ideen, wie das aus Starbucks ein Striplokal wird, könnte auch aus einer South Park-Episode stammen. Hier und da gibt es tatsächlich einige gute Lacher oder Facepalm-Momente, wie als Joe klar wird, dass keine Pflanzen wachsen, da man diesen mit dem Softdrink “Brawndo” gewässert werden, denn “In Brawndo steckt, was Pflanzen schmeckt – es enthält Elektrolyte!”. Ich würde Geld darauf wetten, dass irgendwer auf diesem Planeten bereits sein Gatorade in seine Topfpflanze gekippt hat. Mit Absicht.

Am meisten krankt “Idiocracy” in meinen Augen aber an den Schauspielern. Terry Crews als Präsident ist da fast schon das charismatische Highlight, Luke Wilson – so sehr ich ihn mag und der in “The Royal Tenenbaums” seine bisher beste Leistung meiner Meinung nach abgeliefert hatte – ist kein sonderlich guter Hauptdarsteller. Maya Rudolph und Dax Shepard als weitere Hauptdarsteller sind jetzt auch in diesem Fall kein Silberstreifen am Horizont – arbeiten allerdings auch mit eindimensionalem Material.

Tatsächlich fand ich, dass sich der Film wegen ewig gleicher Gags auch wie Kaugummi gezogen hat. Joe Bauer wurde gefeiert, wurde fast gelyncht, wurde gefeiert, wurde fast gelyncht, wurde gefeiert – immer und immer wieder. Wenn ich den Film tatsächlich vor zehn Jahren gesehen hätte, hätte er sich bei mir wahrscheinlich auch zum Kultfilm entwickelt – so wie ich beispielsweise sehr flache Komödien wie “Ey Mann, wo ist mein Auto?” oder “EuroTrip” absolut abfeiere, einfach weil ich sie damals geguckt habe und noch immer darüber lachen kann.

Bei “Idiocracy” konnte ich über recht wenig lachen – dabei hatte der Film in knapp 90 Minuten genug Gelegenheiten. Vielleicht war es nicht mein Humor, vielleicht hatte ich mehr erwartet, vielleicht ist der Film aber auch einfach nicht so kultig, wie er teilweise gemacht wird.

Wertung: 5/10

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