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Review: How to Sell Drugs Online (Fast)

How to Sell Drugs Online (Fast)

Trailer

Regie: Lars Montag, Arne Feldhusen
Erscheinungsjahr: 2019
6 Folgen à 24-32 Minuten in einer Staffel

Huch? Eine Review über eine Serie? Viddy muss krank sein! – Ich bin zwar tatsächlich nicht DER größte Seriengucker (was tatsächlich mal einen eigenen Blogeintrag wert wäre…), aber hin und wieder lasse ich mich dann doch hinreißen. Gut, mir fehlt noch die zweite Staffel von “Stranger Things”, “Better Call Saul” habe ich irgendwann nicht weitergeschaut, “Maniac” nie beendet, ich habe die zweite Staffel von “4 Blocks” auch noch nicht gesehen, aber es gibt auch einfach viel zu viele Serien, oder? Man kann gar nicht alles sehen.

Kennt ihr eigentlich diese Grundskepsis bei deutschen Produktionen? Egal ob Film oder Fernsehen? Wie die Leute verwundert waren, dass “Dark” eine deutsche Produktion war? Wie authentisch “4 Blocks” gewirkt hat? Eigentlich müssen sich deutsche Serien und Filme schon lange nicht mehr hinter Hollywood-Produktionen oder dergleichen verstecken, aber so ein gewisses Bewusstsein gibt es ja dennoch, oder nicht? Ich erwische mich da selbst oft dabei. Mea culpa.

Irgendwie ist alles anders

“How to Sell Drugs Online (Fast)” steht seit dem 31. Mai 2019 in der Mediathek von Netflix bereit und ist das Paradebeispiel einer kurzweiligen Serie, die so gut produziert ist, dass auf die Skepsis wirklich die Frage folgt: “Moment mal… DAS ist eine deutsche Serie?” – Ja, ist es und sie ist verdammt gut. Worum geht es? Moritz (Maximilian Mundt) und Lisa (Anna Lena Klenke) sind eigentlich ein süßes Paar, doch irgendwie wird alles anders, als Lisa nach einem Austausch in die USA wieder zurückkehrt. Sie feiert Parties, nimmt Drogen und scheint ordentlich auf den coolen Dan (Damian Hardung) abzufahren. Gemeinsam mit seinem im Rollstuhl sitzenden Kumpel Lenny (Danilo Kamperidis) versucht Moritz nicht nur seine Freundin zurück zu gewinnen, sondern auch ein bisschen Kohle zu machen. Blöde nur, dass man dabei an den genauso dumm, wie rachsüchtigen Dealer Buba (Tatortreiniger Bjarne Mädel) gerät.

Vom Genre her ist “How to Sell Drugs Online (Fast)” eine Comedy-Serie, die allerdings auch kleinere Thriller-Elemente einbaut. Klar, wenn der Vater Polizist ist und plötzlich der Dealer an der Tür klingelt, ist die Spannung groß. Abgesehen von Bjarne Mädel (neben Tatortreiniger auch bei Stromberg, Mord mit Aussicht im TV oder im Film “25 km/h” im Kino) spielen in der Serie kaum gestandene Schauspieler mit. Anna Lena Klemke durfte bei “Fack Ju Göhte” mitmischen, ansonsten hat Damian Hardung vielleicht noch die größte Vita vorzuweisen. Das merkt man streckenweise auch, besonders Maximilian Mundt hat fast durchgehend den gleichen, ängstlichen Gesichtsausdruck drauf. Vielleicht erlebt der Charakter in hoffentlich folgenden Staffeln aber eine ähnliche Entwicklung wie einst ein Walter White?

Alles im Schnelldurchlauf

Die Story ist erfrischend erzählt – zwei Computer-Nerds, die einen Online-Shop für Drogenhandel eröffnen und dabei eben auch aus erster Hand erfahren, was für einen Müll sie da eigentlich vertickeln. Dazu kommen Fragen zur Moral und zur eigenen Zukunft – nicht nur bei dem dynamischen Duo. Einziges Manko: Es passiert in den sechs Folgen sehr viel, die Portemonnaies werden recht schnell voll. Allerdings hatte man eben auch nur sechs Folgen ohne Gewissheit, ob überhaupt weitere Staffeln kommen werden. Aufgelockert wird das Ganze durch tolle Effekte, einfliegende Facebook-Chats, es ist bunt, es ist schrill und es macht Spaß, dabei hinzuschauen.

Binge-Watching vom Feinsten

Kurzweilig ist das, was auf die Serie wahrscheinlich am Besten zutrifft. Man kann sie wirklich an einem Abend durchschauen und fühlt sich dabei wirklich sehr gut unterhalten. Die Drehbuchschreiber Sebastian Colley, Philipp Käßbohrer und Stefan Titze haben eine niedliche Coming-of-Age-Story entwickelt, die natürlich das Rad nicht neu erfindet, aber eben Spaß macht. Auch die Regisseure Lars Montag (Folge 1-3) und Arne Feldhusen (Folge 4-6) haben ganze Arbeit geleistet. Feldhusen war mir unter anderem als Regisseur von Ladykracher, der Tatortreiniger oder eben auch einigen Episoden von Stromberg und “Stromberg – Der Film” ein Begriff und kann daher Comedy. Montag hingegen war primär für den Tatort zuständig, hat aber auch hier abgeliefert.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung, sich “How to Sell Drugs Online (Fast)” anzuschauen. Abgesehen von Olli Schulz gibt es noch einen anderen, super witzigen Gastauftritt, den ich hier nicht spoilern werde. Ich habe wirklich gefeiert. Gerne mehr davon!

Wertung: 7/10

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