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Review: High Life

High Life

Trailer
Regie: Claire Denis
Erscheinungsjahr: 2018
Laufzeit: 110 Minuten

So langsam scheine ich mich wirklich in das Gebiet der wahren “Kunstfilme” hervorzuwagen, denn schließlich wird Regisseurin Claire Denis für Filme wie “Un beau soleil intérieur”, “White Material” oder “Beau travail” von der Fachpresse gelobt. Ich habe weder von diesen Filmen, noch von Claire Denis jemals etwas gehört, aber ich bin auch nicht unbedingt der größte Freund des französischen Films. Auf jedes “Ziemlich beste Freunde” kommen Filme wie “Chanson d’Amour” (oder “Quand j’étais chanteur”, wie er im Original heißt) oder “99 francs”. Non, merci.

Aber ein Sci-Fi-Thriller im Weltall mit einer interessanten Prämisse? Das zieht mich dann doch ins Kino, egal wer da hinter der Kamera stand. Und man kann gerne über Robert Pattinson unken, wie man möchte – talentfrei ist der gute Mann ja nun nicht. Und er ist Batman. Also bald.

Wir tauchen also ein in die Geschichte, die uns Monte (Pattinson) mit einem Kleinkind namens Willow näher bringt. Beide fliegen mit einem Raumschiff durch das Weltall und scheinen die letzten Überlebenden einer größeren Gruppe zu sein. Es stellt sich heraus, dass Monte und der Rest der “Crew” eigentlich Straftäter waren, die allesamt die Todesstrafe bekommen haben, nun aber auf diese Mission geschickt wurden: Alternative Energien im Weltall zu entdecken und somit den Fortbestand der Menschheit zu sichern.

Mit dabei ist auch Dr. Dibs (Juliette Binoche) gewesen, die allerdings wenig Interesse an der eigentlichen Mission zeigt, sondern die Crew lieber für ihre eigenen Experimente missbraucht. Die Anspannungen untereinander wird immer größer und eskaliert nach und nach, bis nur noch Monte und das Kind übrig bleiben, die unaufhaltsam auf ein schwarzes Loch zufliegen.

Mit einer Laufzeit von nicht einmal zwei Stunden ist “High Life” deutlich kürzer, als er wirkt, denn die Erzählstruktur ist nicht nur non-linear und unstrukturiert, sondern auch besonders langatmig. Während man zu Beginn eben Monte kennenlernt, der in Bezug auf das Kind sehr überfordert wird, erzählt der Film in Rückblenden, wie es noch vor einigen Monaten auf dem Raumschiff aussah, um am Ende noch einmal einen Zeitsprung hinzulegen.

Auch wenn der Film als Sci-Fi-Thriller klassifiziert wird, tue ich mich sehr schwer damit, dem beizupflichten. Natürlich spielt der Film im Weltraum, aber vermeidet es, viele Szenen zu zeigen, die für das Genre typisch wären. Die Handlung findet fast ausschließlich im Raumschiff selbst statt und hätte dementsprechend auch auf einer einsamen Bohrinsel oder in einem Tunnel stattfinden können. Der Effekt wäre nahezu der Gleiche gewesen. Und auch von einem Thriller hat der Film relativ wenig, weil sich selten Spannung aufbaut. Dafür gibt es nackte Körper, mehr oder weniger freiwilligen Sex und eine sehr eigentümliche Masturbationsmaschine. Okay?

In gewisserweise hat mich der Film schon ein wenig unangenehm erwischt, so dass ich mehrfach das Gesicht verzogen habe und mich unwohl in meinem Sitz zwischen den anderen Gästen gefühlt habe. Und ich bin gewiss nicht prüde, aber Juliette Binoche minutenlang ihren massiven Busch herumschwingen zu sehen, trifft nicht unbedingt meinen Sinn von Ästhetik.

“High Life” – dessen Titel eher zu einer Marihuana-Komödie passen würde – ist ein Kunstfilm, der mir nicht gefallen hat. Der schwer und abstrus und langatmig war und mich nicht dazu geführt hat, darüber nachzudenken, was ich gerade gesehen habe. Ich wollte ihn eher wieder vergessen. Abgesehen von diesen merkwürdigen Szenen und Pattinsons akzeptablen Schauspiel ist mir auch sonst absolut nichts in Erinnerung geblieben, weswegen sich dieser Streifen lohnt. Die anderen Schauspieler (unter anderem André Benjamin von OutKast, Mia Goth) waren halt da. Und dann nicht mehr. Und dann war der Film auch vorbei und das war für mich mit der schönste Moment des Kinobesuches.

Wertung: 2/10 Punkte

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