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Review: The First Avenger: Civil War


The First Avenger: Civil War
Originaltitel: Captain America: Civil War

Regie: Anthony Russo & Joe Russo
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 147 Minuten

 

Krach, Bumm, Peng!

Mittlerweile der dreizehnte Film aus dem Marvel Cinematic Universe – und keine Sorge, man muss nicht alle davon gesehen haben um zu verstehen, was da auf der Leinwand passiert. Es gibt Rückblicke, es gibt Erklärungen und es gibt zur Abwechslung mal keine Wesen aus einer anderen Dimension oder einen Roboter, den man bekämpfen muss. Stattdessen bekämpfen sich alle einfach gegenseitig. Das größte Tag Team Match in der Geschichte der Comicverfilmungen liefert “The First Avenger: Civil War”.

Der dritte “Captain America”-Streifen fühlt sich zwischenzeitlich wie ein dritter “Avengers”-Film an, aber das soll auch so sein. Dennoch geht es viel um den angesprochenen, ersten Avenger Steve Rogers (Chris Evans) und seine Bromance zu Bucky Barnes (Sebastian Stan), dem namensgebenden Winter Soldier des zweiten Teils. Der wird nämlich wegen unzähliger Verbrechen gesucht, gleichzeitig möchten die Regierungen der gesamten Welt die Eingriffe der Avengers unterbinden und sie in Zukunft kontrollieren. Während Tony Stark / Iron Man (Robert Downey Jr.) das sogar befürwortet, ist der früher loyale Captain America aufgrund der Intrigen und Geschehnisse der letzten Filme stark dagegen und so beginnen die ersten Anzeichen für den Krieg unter den Superhelden. Lachender Dritter ist hierbei Helmut Zemo (Daniel Brühl), der mit miesen Machenschaften versucht, die Avengers gegeneinander aufzuhetzen.

Im Gegensatz zum Pendent aus dem DC-Universum ist der dritte Teil aus der Captain America-Saga ganz schön bunt, aber das kennt man ja auch aus den MARVEL-Filmen. Die Bilder sind hell, die Farben sind satt und wer zwölf Filme lang daran keinen Gefallen gefunden hat, wird auch hier einen Grund haben, sich zu beschweren. Mir haben besonders die Actionsequenzen außerordentlich gut gefallen. Ob nun der Kampf von Captain America gegen Brock Rumlow aka Crossbones (Frank Grillo), der Fight von Cap und Bucky gegen die deutschen Polizisten in Bukarest oder die Battle Royal zwischen Team Iron Man und Team Captain America. Es kracht an allen Enden und macht einfach Spaß.

Gleichzeitig gibt es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichern. Thaddeus Ross (William Hurt), inzwischen Verteidigungsminister, beweist dass der 2008er “The Incredible Hulk” wirklich zum MCU gehört und feiert sein Comeback (jetzt fehlen nur noch Betty Ross, seine Tochter und eigentliches Love Interest von Hulk und Abomination, der besiegt, aber nie getötet wurde), Scott Lang / Ant-Man (Paul Rudd) schlägt sich auf die Seite des Patrioten – warum auch immer – und aus den vorherigen Filmen mischen außerdem Falcon (Anthony Mackie), Hawkeye (Jeremy Renner), War Machine (Don Cheadle), Scarlet Witch (Elizabeth Olsen), Vision (Paul Bettany) und Black Widow (Scarlett Johansson) auf der einen oder anderen Seite mit.

Zwei größere Debüt gibt es mit Black Panther (Chadwick Boseman) und Spider-Man (Tom Holland) auch zu verzeichnen. Während Letzterer von Iron Man rekrutiert wird um sein Team zu vergrößern, verfolgt Black Panther den Winter Soldier aufgrund einer persönlichen Vendetta und schließt sich situationsbedingt dem reichen Geschäftsmann an, verliert aber nie seine eigenen Ziele aus den Augen.

Während einige der Superhelden nur aus Mittel zum Zweck – also dem einen großen Kampf in der Mitte des Filmes – dabei sind, gefällt mir besonders die Rolle von Black Panther, da sie einiges an Potential birgt, sowie die Dynamik zwischen Scarlet Witch und Vision. Als Zuschauer schwankt man außerdem gerne zwischen Captain America und Iron Man. Besonders wenn man sich vor Augen hält, dass Cap in seinem ersten Film noch der extrem loyale, patriotische Soldat war und Iron Man zumindest bis zu seinem zweiten Film der arrogante Geschäftsmann war, für den Regeln nicht galten, hat sich die Dynamik eben seit “Avengers: Age of Ultron” und “The First Avenger: The Winter Soldier” gehörig geändert. Während Iron Man gesehen hat, was seine Wissenschaft anrichtet – Ultron – und wieviele Unschuldige in Gefahr geraten, will Cap nach S.H.I.E.L.D. nicht der nächsten Organisation Vertrauen schenken und sich kontrollieren lassen. Irgendwo haben beide Ideologien ihre Daseinsberechtigung, die Mittel allerdings, mit denen Beide ihre Ansichten durchsetzen wollen, sind nicht immer gut gewählt. Beide wollen mit dem Kopf durch die Wand und geraten daher ständig aneinander.

Insgesamt hat mir der Film sehr gut gefallen, aber wenn ich bei einem Comic-Universum nörgle, muss ich das auch beim anderen Universum machen.

– Deutsche Spezialeinheiten bei einem Einsatz in Bukarest, nach einem Anschlag in Wien. Ergo: Wir haben die Europa-Polizei! Yeah!

– Spider-Man und Ant-Man sind halt da. Wenn sie nicht dabei gewesen wäre, wäre es auch nicht schlimm gewesen.

– Marisa Tomei und Tom Holland haben eine ganz, ganz schlimme Inzestchemie, was daran liegt, das Tomei immer danach aussieht, als würde sie ihren Szenenpartner vernaschen wollen. Warum Tante May so verdammt jung sein muss… erkläre ich mir halt damit, dass sie “Tante” und nicht “Großtante” ist und wenn Peter Parker vielleicht 15-18 ist, kann May nicht 70 sein, wenn sie die Schwester seiner Mutter ist… aber trotzdem ist das weird.

– Kommt Pepper Potts eigentlich je wieder zurück? Ich hatte Anfang des Jahres viele News gelesen, dass sie für den Film eingeplant war… wo war sie?

– Spoiler, Spoiler. Der ganze Plan von Zemo steht und fällt damit, dass er Captain America, den Winter Soldier und Iron Man in die Geheimbasis nach Sibirien lockt. Okay, Cap und Bucky kommen, weil sie die fünf anderen Soldaten aufhalten wollen. Aber darauf zu hoffen, dass Iron Man hinterher kommt, nur damit er ihm an Ort und Stelle und vor Cap und Bucky ein Video zeigen kann, ist schon ein wenig arg konstruiert. Was wäre gewesen, wenn Iron Man die Beiden nicht verfolgt hätte? Oder sich vorher mit Ihnen geprügelt hätte? Wäre ein bisschen dumm gewesen.

Nichtsdestotrotz funktioniert der Film als Popcornkino sehr gut, auch wenn man nicht alle der zwölf vorherigen Filme gesehen hat – habe ich nämlich auch nicht. Er sprüht Witz und Charme an den richtigen Stellen ein (durch Ant-Man und Spider-Man), er hat knallende Actionsequenzen und in ihren hin- und hergerissenen Rollen wissen besonders Iron Man, Captain America und Bucky Barnes zu gefallen.

Großes Lob übrigens an den Berliner Zoo Palast. Ich hatte in meinem Leben noch nie so einen bequemen Sitz in einer Loge. Sollte man mal gemacht haben.

Wertung: 7/10

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