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Review: Die Unfassbaren 2

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Review: Die Unfassbaren 2
Now You See Me 2

Regie: Jon M. Chu
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 115 Minuten

Drei Jahre ist es her, dass die magischen Reiter nicht nur den skrupellosen Versicherungsmagnaten Arthur Tressler (Michael Caine) um mehrere hundert Millionen US-Dollar ärmer gemacht haben, sondern auch den dubiosen Ex-Magier und Fernsehmoderator Thaddeus Bradley (Morgan Freeman) hinter schwedische Gardinen gebracht haben. Dabei sind sie zu den weltgrößten Popstars geworden und wurden jahrelang schmerzlich vermisst, da sie vom FBI und Interpol gesucht wurden – doch ein neuer Auftrag naht und so kehren J. Daniel Atlas (Jesse Eisenberg), Merritt McKinney (Woody Harrelson), Jack Wilder (Dave Franco) wieder zurück, haben eine neue Kollegin namens Lula May (Lizzie Caplan) dabei und werden noch immer vom FBI-Ermittler und Sohn eines verstorbenen Weltklassemagiers Dylan Rhodes (Mark Ruffalo) unterstützt. Bei besagter Show geht eine Menge schief, denn Jemand hackt sich in die Show rein und gibt ein paar Informationen preis: Der totgeglaubte Jack Wilder wird vor aller Öffentlichkeit als eindeutig lebendig gezeigt und die Doppelrolle von Rhodes fliegt direkt vor seinen Kollegen auf. Die Reiter müssen fliehen und wachen plötzlich in Macau auf, dem Las Vegas von China. Dort werden sie von Merrits Zwillingsbruder Chase einkassiert (auch gespielt von Harrelson) und zu dessen Auftraggeber gebracht.

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Hinter all dem steckt Walter Mabry (Daniel Radcliffe), der die Reiter dazu zwingt, einen Computerchip zu stehen, der alles entschlüsseln, alles hacken, einfach alles machen kann. Atlas übernimmt die Führung des Quartetts und plant, den Chip anstelle Mabry der Geheimorganisation “Das Auge” zu übergeben, doch auch der Plan geht in die Hose. Rhodes befreit derweil Thaddeus Bradley aus dem Gefängnis und erst in Macau, später dann in London ergibt sich ein magisches Katz-und-Maus-Spiel mit unzähligen Effekten und abstrusen Wendungen.

“Die Unfassbaren – Now You See Me” war 2013 ein absoluter Überraschungshit, der mit wahnsinnigen Special Effects und einer Prise “Ocean’s Eleven” durchaus unterhaltsam daherkam. Den Plottwist am Ende, bei dem sich herausstellt, dass Dylan Rhodes eigentlich hinter den Reitern steckt, anstatt sie zu jagen, kann man mögen, muss man aber nicht. Davor ist jedoch pures Popcorn-Entertainment vorhanden. Dies hat man im Nachfolger versucht, noch einmal aufzudrehen. Unzählige Tricks, die mit Magie soviel zu tun haben wie eine Schildkröte mit Stabhochsprung, bei denen man sich nicht einmal mehr fragt, wie sie funktionieren, sondern das Ganze einfach hinnimmt, sind eine Sache. Twists und Enthüllungen in Massen einfach nur, damit man Twists hat, sind jedoch eine ganz andere Sache.

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Der Charakter von Woody Harrelson hat in diesem Film nun einen bösen Zwillingsbruder bekommen, der absolut gar nichts zu diesem Film beiträgt. Trotz seiner schrulligen Art keinerlei komödiantischen Effekt, keine Fortführung irgendeiner Geschichte, er wirkt nicht bedrohlich, er ist in einigen Szenen halt einfach da.

Spoiler, Spoiler: Walter Mabry stellt sich in der Mitte des Filmes als der uneheliche Sohn von Arthur Tressler heraus, gemeinsam wollen sich die Beiden an den Reitern rächen, nachdem die Reiter Tressler im ersten Teil um einige hundert Millionen Dollar ärmer gemacht haben, wie bereits erwähnt. Trotz dessen, dass Mabry nur der uneheliche Sohn ist und trotz der Tatsache, dass Millionen von Dollar flöten gegangen sind, haben Beide noch genug Geld um ein schönes Loft in Macau zu besitzen, einen Privatjet von Macau nach London zu fliegen, eine komplette Armee aus Söldnern auf die Unfassbaren zu schicken und so weiter und so fort. Eigentlich nehmen sie wohl nur Rache, weil sie es können – nicht weil sie es müssen. Am Ende werden die Beiden warum auch immer vom FBI verhaftet… in London. Nicht, dass das FBI in London irgendeine Handlungsbefugnis hätte.

Gegen Ende des Filmes zeigen die vier Reiter unabhängig voneinander an verschiedenen Orten in London Zaubertricks. Jack Wilder lässt eine Frau hinter lebensgroßen Karten verschwinden, Lula köpft Tauben, Atlas spielt mit Regentropfen und Merritt lässt sich von seinem lächerlichen Zwillingsbruder überrumpeln. In dieser Szene schafft es Jack dann, den Zwilling zu hypnotisieren. Wie er das macht, während er kilometerweit weg mit großen Karten spielt, darf man sich dann selbst zusammenreimen. Aber gut, dass die Magier so verdammt große Stars sind, dass ihre Show in London auch auf das Sydney Opera House projiziert wird. Per Livestream natürlich.

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Die Charaktere untereinander haben – auch wenn das der zweite Film nahezu des kompletten Casts miteinander ist – null Chemie miteinander. Selbst die erzwungene Romanze zwischen Wilder und Lulu funktioniert null, Caplan ist im Übrigen einer der wenigen Lichtblicke. Ihre freche, ewig schnatternde Art kann nerven, bringt aber immerhin ein wenig Charme mit. Traurig, wenn man sich vor Augen hält, dass in dem Film mit Caine und Freeman zwei Oscar-Gewinner und mit Eisenberg, Ruffalo und Harrelson drei Oscar-Nominierte mitspielen. Man hat auch gar kein Interesse daran, Charaktere zu zeichnen oder Geschichten zu erzählen. Dies bemerkt man auch in einer der letzten Szenen, als Freemans Charakter als eigentlicher Drahtzieher hinter dem “Auge” und als Freund der Magier offenbart wird. Ruffalo fragt ihn, warum er es denn nicht vorher gesagt hat. So vielleicht vor 18 Monaten, als er ihn ins Gefängnis gebracht hat. Freeman antwortet mit “Ich weiß es nicht.” – Achso! Na dann sind wir jetzt alle Freunde! Alles vergeben und vergessen!

“Die Unfassbaren 2” ist von der Geschichte, von den “Tricks” und von der kompletten Machart her kompletter Müll. Aber sonderlich viel erwartet habe ich vom Regisseur, der den zweiten “G.I. Joe”-Film und die beiden Justin Bieber-Dokumentationen gedreht hat, sowieso nicht. Schade, denn die eigentliche Grundidee im ersten Film war super. Der zweite Film darf sich mit “Independence Day: Wiederkehr” um den Titel als schlechtester Film des Jahres streiten.

Wertung: 2/10

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