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Review: Die glorreichen Sieben

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Review: Die glorreichen Sieben
The Magnificent Seven

Regie: Antoine Fuqua
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 133 Minuten

Sofern es einen Aufschrei gab, als angekündigt wurde, dass Antoine Fuqua (“Training Day”, “Southpaw”) ein Remake des 1960er Westerns mit Yul Brynner und Steve McQueen drehen würde, habe ich davon nichts mitbekommen. Allerdings habe ich weder je das Original gesehen, noch interessiere ich mich besonders für Western-Filme – grandiose Vorzeichen also, diesen Film im Kino zu schauen, ohne auch nur je einen Trailer gesehen zu haben, ohne irgendwas vom Original oder Inhalt zu kennen.

Diese ist kurz angerissen wie folgt: Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard) ist ein reicher Geschäftsmann und kann sich alles kaufen. Zum Beispiel auch eine Menge Land, in welchem Goldadern schlummern. Und wenn die Bewohner des Landes, die dort die Stadt Rose Creek gegründet haben, sich auf den Deal nicht einlassen, kauft Bogue einfach ein paar Männer ein, welche die Bewohner abknallen. Der wilde Westen wie er leibt und lebt. Emma (Haley Bennett) verliert bei dem Angriff ihren Ehemann und während sich der Rest des Dorfes einschüchtern lässt, sucht sie nach Hilfe. Sie findet Sam Chisolm (Denzel Washington), der es sich zur Aufgabe gemacht hat, als Kopfgeldjäger böse Jungs zu richten. Die Verzweiflung seiner Auftraggeberin und persönliche Motivation bringen ihn dazu, den Auftrag anzunehmen und so sucht er sich ein paar Gefolgsleute und schmiedet einen Plan um Bogue endgültig zur Strecke zu bringen.

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Chisolm findet den Trickbetrüger Josh Faraday (Chris Pratt), den Meisterschützen Goodnight Robicheaux (Ethan Hawke), dessen asiatischen Assassinen-Freund Billy Rocks (Byung-hun Lee), den sonderbaren Jack Horne (Vincent D’Onofrio), den mexikanischen Gesetzlosen Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo) und den von seinem Stamm verstoßenen Indianer Red Harvest (Martin Sensmeier). Eine bunte Kollektion aus wundervoll miteinander harmonierenden Charakteren, die eigentlich nur dabei sind, weil man das im Westen so macht: Gemeinsam die Schießeisen mit Munition füllen und ordentlich herumballern.

Kein Witz: So wirklich verstanden habe ich die jeweiligen Motivationen nicht. Sonderlich viel Überredungskunst war bei keinem Mitspieler nötig, was dem Spaß allerdings keinen Abbruch tut. Das Remake von “Die glorreichen Sieben” ist ein ordentlicher Action-Western mit viel Charme und hier und sogar ein bisschen Witz, besonders dank Pratt und Hawke. Mit satten Farben, tollen Schauspielern (besonders Goodnights Zwiespalt, der wahnsinnige Jack Horne und die toughe Emma stechen hervor) und einem authentischen und dennoch zeitgemäßen Soundtrack hat Fuqua einen Film geschaffen, der von vorne bis hinten gut aussieht und Spaß macht.

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Was ihm vielleicht fehlt, ist Dreck. Aus den wenigen Medien, aus denen ich den wilden Westen erfahren haben, kam er mir immer dreckig und rau vor. “Die glorreichen Sieben” ist farbenfroh und zwischenzeitlich vielleicht zu schön, zu idyllisch, zu grün. Auch spielt Sarsgaard die Rolle als Bösewicht ordentlich, aber mit seiner patentierten Gleichgültigkeit (bestechend durch seinen Schlafzimmerblick in so ziemlich jeder Situation) und wirkt als Charakter selbst nie bedrohlich, eher durch die Masse, die er bezahlt.

Das Highlight ist natürlich die große Schlacht zum Ende des Filmes, an der dutzende Pferde in den Kampf geritten werden, Pistolen und Gewehre abgefeuert werden und sogar Dynamit zum Einsatz kommt. Wie es da nicht versehentlich zum Schuss auf den Freund anstelle des Feindes kommt, ist mir zwar ein Rätsel, sorgt aber für Unterhaltung.

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Fuqua macht mit seinem ersten Western vieles richtig, was zum Großteil auch an den Schauspielern liegt, auf die er sich nach mehrmaligen Zusammenarbeiten einfach verlassen kann. Mit Washington und Hawke drehte er bereits zwei Filme und führte die Beiden erstmals nach “Training Day” wieder gemeinsam vor die Kamera. Auch Pratt und D’Onofrio kennen sich aus “Jurassic World” bereits und machen ihre Sache ebenfalls sehr gut.

“Die glorreichen Sieben” erfindet weder das Rad neu, noch wird es für ein großes Revival des Western-Genres folgen. Doch für Jemanden, der damit eigentlich eher wenig anfangen kann – immerhin ist “Zurück in die Zukunft 3” auch wegen des Settings nicht unbedingt mein Favorit – war das ein spannender, witziger, sehr unterhaltsamer Film.

Wertung: 7/10

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