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Review: Der Spion und sein Bruder

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Der Spion und sein Bruder
Grimsby

Regie: Louis Leterrier
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 83 Minuten

Während sich “Independence Day: Wiederkehr” und “Die Unfassbaren 2” bis zum Ende des Jahres darüber streiten werden, welcher denn der schlechteste Film war, den ich in diesem Jahr im Kino gesehen habe, kann ich mich gar nicht genug darüber freuen, dass ich für “Der Spion und sein Bruder” nur einen Euro beim Ausleihen ausgegeben habe. Denn den Titel des schlechtesten Filmes des Jahres wird der neueste Streifen von Sacha Baron Cohen nur schwer wieder verlieren.

Vorab: Ich bin eigentlich ein riesiger Fan der Werke des englischen Comedians. Von der Ali G-Show über “Ali G Indahouse”, seinem ersten Film, der immer noch in einigen Szenen großartige Lacher hat über “Borat”, der noch immer sein Meisterwerk bleibt, über “Brüno” bis hin zu “Der Diktator” hatte jeder Film seine grenzwertigen Szenen. Das eifrige Polieren eines Zaunes durch einen Blinden, die nackte Rangelei im Hotelzimmer, der Gangbang oder die Geburtsszene – da war immer etwas zum Fremdschämen dabei. Aber selten wurde soviel in knapp 80 Minuten verpackt, wie in diesen Film, der eigentlich sogar einen tollen Cast hat.

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Die Geschichte lässt sich kurz zusammenfassen. Als Kinder waren Nobby und Coddy unzertrennliche Krawallbrüder in Grimsby. Doch als Erwachsene haben sie sich auseinander gelebt. Nobby (Cohen) ist ein strunzdummer, englischer Hooligan mit Großfamilie. Coddy heißt inzwischen Sebastian Graves und ist ein Geheimagent des MI6. Der Zufall bringt die beiden Brüder wieder zusammen und nachdem Nobby einen Auftrag seines Bruders versemmelt hat, will er ihn natürlich dabei unterstützen, alles wieder ins Reine zu bringen. Doch nicht nur ein Auftragskiller (Scott Adkins) verfolgt die Beiden, auch das MI6, besonders ihr Chef (Ian McShane) wendet sich gegen die Brüder.

Ich habe nicht den geringsten Schimmer, wie tolle Schauspieler wie Penélope Cruz, Ian McShane oder besonders Mark Strong (“Kingsmen”, “Sherlock Holmes”) in diesen Film geraten sind. Ich habe auch keine Ahnung, wie es sein kann, dass Sacha Baron Cohen nach seinen Kultcharakteren mit Nobby so eine unsympathische, unlustige Figur zum Leben erwecken und Zeit und Energie verschwenden kann. Vielleicht bin ich aus dem wirklich derben Humor auch einfach herausgewachsen und kann einfach nichts mit Tea Bagging unter Brüdern, Elefanten-Orgien und dergleichen nichts mehr anfangen.

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Von der dünnen Story abgesehen, bei dem die beiden Brüder natürlich eine kleinere Verschwörung aufdecken und einen gefährlichen Virus aufhalten müssen, bietet der Film zu wenig gute Lacher, zu wenig ausgefeilten Humor und scheint einfach nur nach dem größtmöglich abartigen Witz zu suchen. Herzlichen Glückwunsch, das ist spätestens dann gelungen, als Mark Strong die Ladung eines Elefanten ins Gesicht bekommt, als er sich gerade in einer Elefantenkuh befindet.

Wertung: 1/10

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