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Review: Demolition – Liebe und Leben

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Demolition – Liebe und Leben
Originaltitel: Demolition

Regie: Jean-Marc Vallée
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 101 Minuten

Nach “Dallas Buyers Club” und “Der große Trip – Wild”, mit denen sich Regisseur Jean-Marc Vallée einen ordentlichen Ruf erarbeitet hat, schickt er nun meinen Lieblingsschauspieler Jake Gyllenhaal auf einen großen Selbstfindungstrip. Was kann Gyllenhaal eigentlich nicht spielen? Von “Donnie Darko” über “Brokeback Mountain” über “End of Watch” über “Nightcrawler” bis zu “Southpaw”. So unterschiedliche Rollen – und das ist nur eine Handvoll von Filmen, in denen er mitgewirkt hat.

Davis Mitchell hat alles. Er hat eine tolle Frau (Heather Lind) und verdient einen Haufen Kohle als Investment Banker in der Firma seines Schwiegervaters Phil (Chris Cooper). Sein Leben ändert sich aber schlagartig, als seine Frau bei einem Autounfall stirbt, während er kaum einen Kratzer davon trägt. Während er sich fortan einfach nur leer fühlt, übt sein Schwiegervater gewissen Druck auf ihn auf, sein Leben schnell wieder auf die Reihe zu bekommen.

Auf der Suche nach Antworten lernt Davis die alleinerziehende Mutter Karen (Naomi Watts) und ihren Sohn Chris (Judah Lewis) kennen. Mit den Beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, mit Karen vielleicht sogar noch mehr, doch bevor sich Davis auf etwas Neues einlassen kann, muss er sein altes Leben erst einmal gehörig auseinander nehmen.

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Wortwörtlich. Nachdem er zu Beginn seinen leckenden Kühlschrank auseinander nimmt, zertrümmert Davis im Verlaufe des Filmes sein ganzes Haus. Seine Schwiegereltern distanzieren sich von ihm, weil er sie bei der Gründung einer Stiftung im Namen ihrer Tochter nicht unterstützt, dafür kommt er sich mit Karen immer näher. Blöd nur, dass die eigentlich selbst in einer Beziehung ist, in der sie nicht sein will.

“Demolition” versucht ein hochgradig anspruchsvoller Film zu sein. Verliert sich aber in unzählige Nebenhandlungen, in kleine Aspekte. Gyllenhaal und die anderen Beteiligten spielen ihre Rollen gut, allerdings ist die Rolle des Davis Mitchell so dermaßen apathisch angelegt, dass man emotional gar nicht mitfühlt, wenn er sein Leben langsam neu aufbaut. Besonders wenn man weitere Aspekte der Beziehung zu seiner Frau im Verlaufe des Filmes erfährt.

Tatsächlich ist dies einer der Filme, wo Gyllenhall die Vorgaben erfüllt, aber nicht glänzt. Stattdessen überzeugen Chris Cooper und Judah Lewis, dessen Position als mit sich selbst und seiner Umwelt ringender Jugendlicher leider nur sehr oberflächlich behandelt wird und als es mit ihm gerade interessant wird, ist der Film auch schon wieder vorbei.

Es gibt ein paar nette Momente, aber ansonsten viel Drumherum und keiner der Aspekte, die angesprochen werden, wird wirklich intensiv behandelt. Am Ende hat man einen Film, der ganz nett ist, aber sehr viel mehr hätte sein können.

Wertung: 5/10

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