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Review: Deadpool

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Deadpool
Originaltitel: Deadpool

Regie: Tim Miller
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 108 Minuten

Vor zirka sieben Jahren schlüpfte Ryan Reynolds bereits in die Rolle des Großmauls Wade Wilson, als “X-Men Origins: Wolverine” in die Kinos kam und Hugh Jackman als Logan durch das Weapon X-Programm zu Wolverine wurde. Das Problem allerdings war nur – nachdem Wade Wilson zu “Deadpool” wurde, hatte das Ergebnis absolut nichts mit dem eigentlichen Deadpool zu tun. Lobbyarbeit, Faninteresse und Reynolds eigene Liebe zum Charakter haben schlussendlich gesiegt und so bekommt der “Merc with a Mouth” nun endlich seinen eigenen Film – und Ryan Reynolds verdammt viel Promoarbeit. Unter anderem bei diesem wahnsinnig lustigen Interview bei Circus Halligalli.

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Nachdem die Trailer schon einiges verraten haben, hier die Geschichte in Kurzfassung: Wade Wilson (Ryan Reynolds) ist ein lustiger Typ mit hübscher Freundin Vanessa an seiner Seite (Monica Baccarin, sonst eher in Serien zu Hause wie “Gotham”, “Firefly”, “V” oder einer klitzekleinen Rolle in “How I Met Your Mother”). Als bei ihm Krebs im Endstadium festgestellt wird, erhält er ein dubioses Angebot von einem noch dubioseren Typen (Jed Rees) und bekommt in der Folge von einem Mann namens Ajax (Ed Skrein) ein Serum injiziert, welches ihn mutieren lässt. Hässlich wie die Nacht, aber mit regenerierenden Fähigkeiten ausgestattet, macht sich Deadpool nun auf die Suche nach Ajax, vermeidet damit tunlichst den Kontakt zu seiner Freundin und bekommt gegen Ajax Hilfe durch die X-Men Colossus und – kein Witz der Name – Negasonic Teenage Warhead (Brianna Hildebrand).

Klingt ein bisschen, wie eine Liebesgeschichte, nicht wahr? Ist es auch. Irgendwie. Und dazwischen ist viel Action, viel Blut (unfassbar eigentlich, dass der Film locker die 16er-Wertung bekommen hat) und viele, viele, viele unglaublich witzige Sprüche. Viele Seitenhiebe gegen die X-Men-Filme, die auch die sogenannte Vierte Wand durchbrechen, was bedeutet, dass sich Deadpool oft direkt an die Zuschauer wendet und mit ihnen spricht. So stellt er beispielsweise die Frage nach “Stewart oder McAvoy” als es um Professor X geht. Es gibt Witze über Hugh Jackman/Wolverine, es gibt Witze über Green Lantern (einen anderen Superhelden, den Ryan Reynolds spielte), generell ist der Humor des Filmes auf einer Stufe mit den “Guardians of the Galaxy”, der bisher als lustigster Film aus dem Hause Marvel galt.

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Natürlich trägt Ryan Reynolds in seiner wie auf den Leib geschriebenen Rolle als “Deadpool” den Film. Doch auch Ed Skrein als Ajax kann sich sehen lassen, nachdem er in “The Transporter: Refueled” einen Totalausfall fabrizierte. Der emotionslose Bösewicht steht ihm deutlich besser. T.J. Miller (“Cloverfield”) spielt Deadpools Kumpel Weasel mit einer Lässigkeit, als wäre er permanent stoned. Gina Carano (ehemals MMA-Kämpferin) steht hingegen Ajax als supertoughe Angel Dust an der Seite und macht auch dafür einen ordentlichen Job. Heimliches Highlight ist allerdings Colossus, der immer wieder mit motivierenden Sprüchen und sein gutes Herz auf der Zunge trägt.

Lobenswert ist neben dem Soundtrack (der Score von Junkie XL, doch die Show stehlen der “Deadpool Rap” von Teamheadkick und Wham!) auch die Tatsache, dass die Trailer zwar viel, aber nicht die besten Szenen verraten haben. Das Kino lachte, feierte, klatschte und fieberte mit, wie ich es selten bei einer Action-Komödie gesehen habe. Flachwitze, derber Humor, wahnsinnige Stunts verbinden einen absolut simplen Plot, der dennoch einfach Spaß macht.

Deadpool ist wirklich reinstes Popcorn-Kino. Die Vorfreude auf den Film hat sich gelohnt, die Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Bleibt zu hoffen, dass auch das bereits geplante Sequel genauso mutig wird, wie dieses gelungene Regiedebüt von Tim Miller.

Wertung: 8/10

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