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Review: Colossal


Colossal

Regie: Nacho Vigalondo
Erscheinungsjahr: 2017
Laufzeit: 110 Minuten

Der Trailer zu Colossal sah nach einer interessanten, aber doch irgendwie merkwürdigen Idee aus. Schriftstellerin Gloria (Anne Hathaway) hat keinen Freund mehr, ein Alkoholproblem, keinen Job und muss wieder in ihre Heimatstadt zurückziehen. Dort versucht sie ihr Schulfreund Oscar (Jason Sudeikis) wieder auf die Beine zu helfen, doch Gloria hat nicht nur weiterhin mit dem Alkohol zu kämpfen, sondern entdeckt auch, dass sie ein überdimensionales Monster kontrolliert, welches Seoul terrorisiert. Ohne Spaß.

So lässt sich die Gerichte von Colossal grob zusammenfassen, ohne zu viel zu verraten. Während das Ganze Anfangs wie eine charmante Komödie wirkt, bei der durch das Monster bedingt auch ein paar Leute in Südkorea draufgehen, während man sogar glaubt, dass sich zwischen Gloria und Oscar eine niedliche Romanze anbahnt, nimmt der Film eine ordentliche Wendung, als Gloria anstelle mit Oscar lieber mit dessen Kumpel Joel (Austin Stowell) ins Bett geht. Das gefällt Oscar natürlich überhaupt nicht und er benutzt ein gigantisches Druckmittel, um Gloria fortan zu kontrollieren.

Von der anfänglichen, sympathischen Komödie – bedingt durch die zauberhafte, allerdings auch hochschwangere Anne Hathaway, die das so gut es geht versucht zu kaschieren – geht der Film ab der Mitte zu einem Psychothriller über. Einem, der es in sich hat und aus dem zu Beginn liebenswerten Oscar, der Gloria noch einen Fernseher in ihr leeres Apartement schlecht, einen absolut widerlichen Kontrollfreak macht, der seine Position gnadenlos ausnutzt.

Den großen Twist, den der Trailer gekonnt nicht verrät, werde ich an dieser Stelle auch nicht ausschlachten. War ein interessanter Moment, auch wenn die Geschichte, wieso Gloria überhaupt das Monster kontrolliert, natürlich absolut hanebüchen ist. Letztendlich hätte dem Film, der ansonsten wirklich nett gemacht ist und kurzweilige Unterhaltung bietet, eine halbe Stunde weniger auch ganz gut getan, da er sich nach dem Twist doch ordentlich zieht.

Nichts destotrotz machen alle Schauspieler, die beteiligt waren, ihre Sache gut und auch wenn “Colossal” ordentlich an den Kinokassen gefloppt ist, kann man ihn sich doch mal anschauen, wenn man mal eine kreative Idee sehen will, die Fernab von Fortsetzungen, Superhelden-Filmen oder Remakes einsetzt – auch wenn natürlich Godzilla die allererste Assoziation ist.

Wertung: 5/10

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