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Review: Captain Marvel

Captain Marvel

Regie: Ryan Fleck & Anna Boden
Erscheinungsjahr: 2019
Laufzeit: 124 Minuten

Kaum ein halbes Jahr vergeht, ohne Film aus dem MCU – nach Black Panther, Infinity War und Ant-Man and the Wasp nähern wir uns also mit steten Schritten dem Ende von Phase 3, dem Endgame. Bevor sich das Universum aber an Thanos rächen kann, ist den Machern aufgefallen, dass da ein Superheld noch fehlt, also schieben wir mal einen Monat vorher noch die Origin Story von Captain Marvel hinterher!

Gut, so drastisch ist die Sache nicht und eigentlich habe ich keine Ahnung von den Comics, weswegen ich Marvels ersten Film, indem wirklich eine Frau die Hauptrolle spielt, auch vollkommen unvoreingenommen schauen konnte. Und als kleines Fazit vorweg: Ich wurde unterhalten.

Vers (Brie Larson) ist eine Kriegerin der Kree, die in ihren Träumen von Erinnerungen heimgesucht wird, die sie nicht einordnen kann. Das hindert das Mitglied der Starforce aber nicht daran, gemeinsam mit Starforce Commander Yon-Rogg (Jude Law) und seiner Truppe Jagd auf die Skrulls zu machen, eine gefährliche Spezies von Formwandlern, die jede Identität annehmen können und Planeten einnehmen. Bei einer Rettungsmission wird Vers allerdings gefangen genommen und die Skrulls – angeführt durch Talos (Ben Mendelsohn) – wühlen in ihrem Kopf herum, auf der Suche nach einer gewissen Dr. Wendy Lawson (Annette Bening), die in Vers Träumen eine wichtige Rolle spielt. Vers flüchtet, landet auf der Erde und trifft auf einen jungen Nick Fury (Samuel L. Jackson), der noch beide Augen hat, da der Film in den 90ern und damit chronologisch weit vor Infinity War, Guardians of the Galaxy, ja selbst Iron Man spielt.

Vers versucht mit Hilfe von Fury ihre Vergangenheit aufzudecken, während nicht nur die Skrulls sich an ihre Fersen heften. Dabei entdeckt sie ihre eigentliche Identität, die wahre Rolle von Dr. Lawson und natürlich ihre eigenen Kräfte, mit denen sie einen Krieg beenden will.

Kurz und knapp zusammen gefasst bringt Marvel hier eine super straffe Origin Story über die vielleicht stärkste Heldin im MCU. Die Chemie zwischen Samuel L. Jackson und Brie Larson ist unwahrscheinlich gut und Larson selbst lässt zwischendurch einen unverkennbaren Charme aufblitzen, an anderen Stellen allerdings fehlt mir persönlich etwas. Ich kann es nicht einmal genau in Worte fassen und ich bin kein Fan davon, die beiden Filme miteinander zu vergleichen. Aber wenn man sich Gal Gadot in “Wonder Woman” anschaut, dann ist sie das. Sie ist diese Rolle, sie füllt sie aus, man nimmt sie ihr ab. Bei Brie Larson hatte ich einfach das Gefühl, sie würde eben nur versuchen, eine Rolle auszufüllen. Aber mein Eindruck kann sich natürlich auch täuschen.

Aufgrund der Zeit, in welcher der Film spielt, gibt es ein Wiedersehen mit anderen Charakteren aus dem MCU, wie etwa Phil Coulson (Clark Gregg) oder Korath (Djimon Hounsou) oder Ronan (Lee Pace) aus Guardians of the Galaxy. Die große Frage ist allerdings, ob man den Film gesehen haben sollte, ob er eine Relevanz hinsichtlich Endgame hat.

Meines Erachtens nach schon. Immerhin wird bei Endgame eine unfassbar starke Person auftauchen, die richtungsweisend für den Kampf gegen Thanos sein wird. Aber auch darüber hinaus ist Captain Marvel astreines Popcorn-Kino mit einer Portion Charme, mit Witz und spektakulärer Action. Allerdings habe ich auch schon bessere CGI gesehen, als hier – besonders bei den Szenen, in denen Brie Larson durch das Weltall fliegt… nun ja. Ich habe im Übrigen einen gewissen Twist nicht kommen sehen und war davon positiv überrascht.

Captain Marvel ist bei weitem nicht der beste oder unterhaltsamste Film aus dem MCU, aber bietet doch genug Stoff für einen unterhaltsamen Kinoabend und ist eine absolute Homage an die 90er. An die guten 90er mit den Anfängen des Internets, Pager, Telefonzellen, Grunge und mehr.

Wertung: 6/10

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