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Review: Baby Driver

Baby Driver

Regie: Edgar Wright
Erscheinungsjahr: 2017
Laufzeit: 113 Minuten

“Baby Driver” ist das neueste Werk von Edgar Wright, der sich zuvor als Regisseur solcher Kultfilme wie “Shaun of the Dead” und “Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt” einen Namen machen konnte. Nachdem er als eingeplanter Regisseur von “Ant-Man” aufgrund kreativer Differenzen abgesägt wurde, hat er dann an seinem neuen Projekt gearbeitet, welches nun in den Lichtspielhäusern der Welt angelaufen ist.

Baby (Ansel Elgort) hat immer Musik im Ohr und ist einer der besten Fluchtwagen-Fahrer, die man finden kann. Kein Wunder also, dass der genauso geniale wie gewiefte Verbrecherboss Doc (Kevin Spacey) ihn unter seine Fittiche genommen hat und ihn stets bei Überfällen einsetzt. Baby tut dies allerdings sehr unfreiwillig, schuldet er Doc doch eine ganze Menge Geld, außerdem bringt Babys ruhige Art seine Verbrecherkollegen immer öfter auf die Palme. Besonders Griff (Jamie Foxx), Mr. Aggression persönlich, kommt mit Baby überhaupt nicht klar und wittert hinter allem und jedem einen Spitzel. Der Fahrer denkt ans Aussteigen, besonders nachdem er sich in die hübsche Bedienung Debora (Lily James) verliebt – allerdings haben da nicht nur Doc und Griff ein großes Problem damit und bald knallt es an allen Ecken und Enden.

Was man “Baby Driver” nicht absprechen kann, ist Stil. Ein großartiger Soundtrack gepaart mit tollen Bildern und einigen One Shots, die Baby durch halb Atlanta begleiten, machen einfach Spaß. Baby hat einfach den Groove und wenn Schusswechsel auf den Beat der Musik geschnitten werden, wirkt das einfach viel cooler. “Baby Driver” ist eine ganze Spur Kunst und macht seine Sache dabei richtig gut. Die Story selbst hingegen ist dagegen doch sehr einfach erzählt. Baby verliebt sich, Baby will aus dem Sumpf raus, yadda, yadda. Ansel Elgort ist nun auch nicht der großartigste Schauspieler aller Zeiten und reiht sich damit prima in Kevin Spacey und Jamie Foxx ein, die Rollen auch schon mal mehrschichtiger gespielt haben. Besonders Foxx ist so eindimensional, wie ein Krimineller mit Aggressionsproblemen sein kann. Kleine Lichtblicke gibt es mit Lily James, die zauberhaft mit den Augen klimpert, wie einst Sienna Guillory in “The Time Machine” und Jon Hamm (“Mad Men”), der den lasziven Bad Boy raushängen lässt.

Generell gibt es mit Kevin Spacey (“House of Cards”), Jon Hamm, sowie Eiza González (“From Dusk till Dawn”) und Jon Bernthal (“The Walking Dead”) ein nettes Stelldichein von Serien-Schauspielern. Mit weiteren Auftritten von Musikern wie Flea (Bassist der Red Hot Chili Peppers) und Big Boi (OutKast) ist auch ein wenig Musik-Prominenz vertreten.

“Baby Driver” ist ein stilvoller, actionreicher Film, der in der reinen Substanz leider sehr schwächelt und über die knapp zwei Stunden mir dann doch etwas zu gestreckt vorkam. Besonders beim finalen Showdown, der in der Form nett, aber doch etwas too much war. Dennoch macht man mit diesem Popcorn-Streifen nicht viel falsch und geht garantiert mit einigen Ohrwürmern aus dem Film.

Wertung: 6/10

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